ChatGPT Computer History: OpenAI protokolliert Tastatureingaben
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-amerikanische KI-Unternehmen OpenAI hat eine neue Funktionalität für seine Desktop-Anwendung auf macOS vorgestellt. Mit dem Feature namens „Computer History“ können Nutzer von ChatGPT in den Tarifen Pro, Business und Enterprise ihre Interaktionen über verschiedene Anwendungen hinweg protokollieren lassen.
Ziel dieser Erweiterung ist es, das Langzeitgedächtnis sowie die Kontextsensitivität des KI-Assistenten zu verbessern, um eine personalisiertere Unterstützung bei komplexen Arbeitsabläufen zu ermöglichen.
Protokollierung von Klicks und Tastatureingaben
Die neue Funktion nutzt die Bedienungshilfen des Betriebssystems macOS, um tiefgreifende Einblicke in die Nutzeraktivitäten zu erhalten. Dabei werden Ereignisse wie Mausklicks, Tastaturanschläge und der Wechsel zwischen verschiedenen Applikationen erfasst. Auf Basis dieser Daten erstellt das System Zusammenfassungen des Nutzerverhaltens, die zunächst als lokale Markdown-Dateien gespeichert werden.
Durch diese Aufzeichnungen soll ChatGPT in die Lage versetzt werden, spezifische Arbeitsmuster zu erlernen. Ein Anwendungsbeispiel ist die Fähigkeit der KI, sich an das zuletzt bearbeitete Dokument in externen Diensten wie Google Docs zu erinnern und dieses Wissen in zukünftige Interaktionen einzubeziehen.
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Neben der Standard-ChatGPT-Anwendung steht die Funktion auch für Codex auf macOS zur Verfügung, um Entwickler bei ihren Arbeitsabläufen zu unterstützen.
Datenschutz und Sicherheitsaspekte
OpenAI betont, dass die „Computer History“ standardmäßig deaktiviert ist und von den Nutzern explizit in den Einstellungen aktiviert werden muss. Das Unternehmen verzichtet bei der Erfassung zudem auf die Aufnahme von Screenshots. Die aufgezeichneten Rohdaten werden nach Angaben von OpenAI für einen Zeitraum von bis zu 48 Stunden unverschlüsselt auf dem lokalen Gerät des Nutzers gespeichert und anschließend gelöscht.
Dennoch sieht das Verfahren vor, dass die erfassten Ereignisdaten zur weiteren Verarbeitung an die Server von OpenAI übermittelt werden. Sicherheitsexperten weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die kontinuierliche Überwachung von Systemaktivitäten das Risiko für sogenannte Prompt-Injection-Angriffe erhöhen kann. Dabei könnten bösartige Eingaben in Drittanwendungen dazu führen, dass die KI unerwünschte oder sicherheitskritische Aktionen ausführt.
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Regionale Verfügbarkeit und Rollout
Obwohl die Funktion bereits für die genannten Nutzergruppen auf macOS freigeschaltet wurde, gibt es regionale Einschränkungen. In den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), der Schweiz sowie in Großbritannien ist der Dienst vorerst nicht verfügbar. OpenAI plant jedoch, die Funktion in diesen Regionen zu einem späteren Zeitpunkt einzuführen.
Interessierte Anwender müssen über die aktuelle Version der ChatGPT-Desktop-App für macOS verfügen, um auf die Einstellungen für die „Computer History“ zugreifen zu können. Da es sich um eine Opt-in-Lösung handelt, bleibt die Kontrolle über die Aktivierung der weitreichenden Protokollierung vollständig beim Endanwender oder der jeweiligen Organisationsadministration im Enterprise-Umfeld.
