ChatGPT, Computer

ChatGPT Computer History: OpenAI zeichnet Nutzeraktionen auf macOS auf

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 21:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

OpenAI führt mit „Computer History“ eine optionale Aktivitätsaufzeichnung für ChatGPT am Mac ein, die Erinnerungen generiert und Sicherheitsfragen aufwirft.

ChatGPT am Mac: Neue Aufzeichnungsfunktion für Nutzeraktivitäten gestartet
Ein moderner Laptop auf einem minimalistischen Schreibtisch in einem Büro mit natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

OpenAI hat für ChatGPT auf macOS eine neue Funktion namens „Computer History“ gestartet. Die Opt-in-Funktion zeichnet Klicks, Tastatureingaben und App-Wechsel über das Bedienungshilfen-System von macOS auf. Screenshots oder Audioaufnahmen werden dabei nach Angaben von OpenAI nicht erstellt.

Verfügbarkeit und Voraussetzungen

Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert und steht Nutzern der Pro-, Business- und Enterprise-Abonnements zur Verfügung. Business- und Enterprise-Kunden benötigen zusätzlich die Genehmigung ihres Administrators, bevor sie die Aufzeichnung aktivieren können.

Zunächst nicht verfügbar ist die Funktion im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich. Eine Windows-Version soll voraussichtlich im vierten Quartal 2026 folgen.

„Computer History“ löst die bisherige Vorschau-Funktion „Chronicle“ ab und erstellt aus den aufgezeichneten Ereignissen eine durchsuchbare Erinnerungs-Zeitleiste, auf die sowohl ChatGPT als auch Codex zugreifen können.

Datenverarbeitung im Detail

Technisch werden die erfassten Ereignisse zunächst 48 Stunden lang unverschlüsselt lokal auf dem Rechner gespeichert. Anschließend wandelt das System sie in Textzusammenfassungen um, die ebenfalls unverschlüsselt als Markdown-Dateien lokal abgelegt werden.

Anzeige

Während neue KI-Funktionen die Produktivität steigern, stellen sie Unternehmen auch vor neue rechtliche Herausforderungen. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Pflichten, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Zur Generierung von Erinnerungen sendet OpenAI die Daten zudem an eigene Server, wobei die Ereignisse dort nach Unternehmensangaben nicht dauerhaft aufbewahrt werden. Nach Angaben von OpenAI beansprucht die Funktion weniger als 10 Prozent des Speicherplatzes, der für vergleichbare Screenshot-Aufzeichnungen nötig wäre.

Nutzer erhalten Kontrollmöglichkeiten über die eigenen Daten: Die Aufzeichnung lässt sich pausieren, einzelne Ereignisse können gelöscht werden.

Sicherheitsbedenken

OpenAI selbst weist auf ein erhöhtes Risiko von Prompt-Injection-Angriffen hin, das durch die neue Funktion entstehen könne. Solche Angriffe könnten ausnutzen, dass die Software fortlaufend Nutzeraktivitäten protokolliert und daraus Kontext für ChatGPT ableitet.

Anzeige

Die Verknüpfung von künstlicher Intelligenz und sensiblen Betriebsdaten schafft neue Angriffsflächen für Cyberkriminelle. Ein neuer Gratis-Report enthüllt die aktuellen Methoden der Hacker und zeigt, wie man diese frühzeitig entlarvt. Psychologische Schwachstellen jetzt absichern

Das Unternehmen rät Nutzern deshalb, die Aufzeichnung während Kommunikation ohne Einwilligung der Gesprächspartner zu deaktivieren – etwa in Situationen, in denen Dritte am Bildschirm oder in Nachrichten sichtbar werden könnten, ohne dem Mitschnitt zugestimmt zu haben.

Die Kombination aus unverschlüsselter lokaler Speicherung, der Übertragung an OpenAI-Server und dem selbst eingeräumten Sicherheitsrisiko dürfte die Diskussion um die Funktion in den kommenden Wochen prägen, insbesondere mit Blick auf Unternehmenskunden, die sensible Arbeitsabläufe über ihre Rechner abwickeln.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69951169 |