ChatGPT: EU stuft Dienst als Very Large Platform ein
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 09:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Europäische Kommission bereitet eine Verschärfung der regulatorischen Aufsicht für den KI-Dienst ChatGPT sowie die Spieleplattform Roblox vor. Berichten zufolge plant die Behörde, beide Dienste als sogenannte Very Large Online Platforms (VLOPs) im Rahmen des Digital Services Act (DSA) einzustufen. Damit würden die Unternehmen deutlich strengeren Transparenz- und Sicherheitsregeln unterliegen als bisher.
Überschreitung der Nutzerwerten als Grundlage
Die geplante Einstufung basiert auf der Nutzerreichweite der beiden Plattformen innerhalb der Europäischen Union. Gemäß den Bestimmungen des DSA müssen Dienste, die monatlich mehr als 45 Millionen aktive Nutzer in der EU verzeichnen, als VLOP deklariert werden. Aktuellen Daten zufolge überschreiten sowohl Roblox als auch ChatGPT diese Schwelle deutlich.
Für ChatGPT werden derzeit rund 120,4 Millionen Nutzer in der EU angegeben. Damit liegt der KI-Dienst von OpenAI weit über dem gesetzlich definierten Grenzwert für eine verschärfte Aufsicht. Einem anonymen Bericht zufolge wird die offizielle Entscheidung der EU-Kommission über die neue Einstufung für den kommenden August erwartet.
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Strengere Auflagen und drohende Sanktionen
Mit dem Status als sehr große Online-Plattform gehen weitreichende rechtliche Verpflichtungen einher. Die betroffenen Unternehmen müssen künftig detaillierte Transparenzberichte vorlegen und umfassende Pläne zur Risikominderung ausarbeiten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Werbetransparenz; die Plattformen müssen offenlegen, wie Algorithmen Inhalte priorisieren und wie Werbeanzeigen ausgespielt werden.
Zur Deckung der Aufsichtskosten sieht der Digital Services Act zudem eine jährliche Gebühr vor. Diese kann sich auf maximal 0,05 % des weltweiten Jahresgewinns des jeweiligen Unternehmens belaufen. Sollten die Plattformen gegen die Auflagen des DSA verstoßen, drohen empfindliche Strafen. Die Bußgelder können in solchen Fällen bis zu 6 % des globalen Jahresumsatzes betragen. Während die Regulierung bei ChatGPT vor allem die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz adressiert, liegt der Fokus bei der Einstufung von Roblox insbesondere auf dem Kinderschutz.
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OpenAI baut Präsenz in der EU massiv aus
Parallel zu den regulatorischen Entwicklungen in Brüssel forciert OpenAI sein Engagement am Standort Europa. Das Unternehmen eröffnet eine neue EU-Zentrale in Dublin. Der neue Standort im sogenannten Tropical Fruit Warehouse umfasst eine Fläche von 8.200 Quadratmetern. Mit diesem Schritt plant OpenAI die Schaffung von 250 neuen Arbeitsplätzen in der irischen Hauptstadt.
Derzeit beschäftigt das Unternehmen bereits über 100 Mitarbeiter in Irland. Flankierend zur Expansion wurde das Programm „OpenAI for Ireland“ initiiert. Ziel dieser Initiative ist es, die Implementierung und Förderung künstlicher Intelligenz speziell in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) voranzutreiben. Damit festigt OpenAI seine operative Basis in der Union zu einem Zeitpunkt, an dem die rechtlichen Rahmenbedingungen für KI-Anbieter durch die EU-Behörden neu definiert werden.
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