ChatGPT Health: OpenAI startet Gesundheitsfunktion für alle Nutzer
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 21:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Konzern OpenAI hat seine Gesundheitsfunktionen für ChatGPT am heutigen Donnerstag für alle erwachsenen Nutzer in den USA freigeschaltet. Die Integration von persönlichen Gesundheitsdaten direkt in den Chatbot folgt auf eine Pilotphase mit durchwachsenen Ergebnissen.
Von der Apple Watch zur KI-Diagnose
Das neue Feature steht Nutzern ab 18 Jahren auf allen Abonnement-Stufen zur Verfügung – von der kostenlosen Version bis zum Pro-Tarif. Möglich wird die Vernetzung durch eine Partnerschaft mit b.well, einer Plattform, die Zugang zu rund 2,2 Millionen Gesundheitsdienstleistern bietet.
Neben klinischen Krankenakten können Nutzer auch Daten von Fitness-Apps wie MyFitnessPal, Peloton oder Instacart einbinden. Die KI analysiert dann Laborergebnisse, Medikamentenhistorien, Schlafmuster und Bewegungsdaten. Bereits jetzt wickelt das System nach Unternehmensangaben wöchentlich über 300 Millionen gesundheitsbezogene Anfragen ab.
Zwei KI-Modelle für unterschiedliche Ansprüche
Zahlende Abonnenten greifen auf das Modell GPT-5.6 Sol zu, Free-Nutzer nutzen GPT-5.5 Instant. Zusätzlich kommt eine effizientere Variante namens Luna zum Einsatz, die laut OpenAI deutlich günstiger im Betrieb sein soll.
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Die Sicherheit stand im Fokus: Über 260 Ärzte prüften mehr als 600.000 Modellausgaben in 30 medizinischen Bereichen. In Blindvergleichen schnitten die KI-Ergebnisse dem Unternehmen zufolge häufig besser ab als ärztlich verfasste Antworten – mit weniger Fehlern.
Datenschutz als heikles Thema
OpenAI betont, dass Gesundheitsdaten getrennt von anderen Nutzerdaten gespeichert werden. Weder für Werbezwecke noch für das Training der KI-Modelle sollen sie verwendet werden. Die klinische Anbindung bleibt vorerst auf die USA beschränkt. Die Wellness-Integration ist weltweit verfügbar – mit Ausnahme der EU, Großbritanniens und der Schweiz.
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Klage wirft gefährliche Fehldiagnose vor
Der nationale Start überschattet ein juristisches Problem: Anfang der Woche reichte ein ehemaliger Pastor in Florida Klage ein. Der 55-jährige Scott Winters wirft ChatGPT-4o vor, fahrlässige medizinische Ratschläge erteilt zu haben, die im Juli 2025 zu einer lebensbedrohlichen Krise führten.
Laut Klageschrift konsultierte Winters den Chatbot wegen Schwindel, Blutdruckschwankungen und Leistenschmerzen. Die KI habe ihn mit religiösen Formulierungen beruhigt und geraten, zu Hause zu bleiben – statt einen Notarzt zu rufen. Winters erlitt daraufhin eine massive Lungenembolie.
Die Klage fordert Schadenersatz in unbestimmter Höhe und eine gerichtliche Anordnung, den Start von ChatGPT Health bis zu einer umfassenden Sicherheitsprüfung zu stoppen. OpenAI betont stets, dass der Chatbot kein zugelassener Arzt sei und keine medizinische Notfallversorgung ersetzen könne.
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