ChatGPT, OpenAI

ChatGPT: OpenAI startet Lockdown Mode gegen Hackerangriffe

Veröffentlicht am: 12.06.2026 um 19:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

OpenAI führt einen Sperrmodus für ChatGPT ein, der vor komplexen Angriffen schützen soll, aber Funktionen wie die Internetsuche einschränkt.

OpenAI Lockdown Mode: Neuer Schutz für ChatGPT gegen Hacker
Ein digitales Vorhängeschloss-Symbol über einem leuchtenden, abstrakten neuronalen Netzwerk, das KI-Sicherheit darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der sogenannte Lockdown Mode steht seit heute für alle Nutzer bereit und soll vor komplexen Hackerangriffen schützen. Die Maßnahme kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Sicherheitsbehörden vor einer massiven Zunahme KI-gestützter Cyberkriminalität warnen.

Was der Sperrmodus kann – und was nicht

Der Modus zielt vor allem auf Prompt-Injection-Angriffe ab. Dabei versuchen Angreifer, die Sicherheitsfilter der KI durch manipulierte Eingabebefehle zu umgehen. Ziel ist es, sensible Daten abzugreifen oder die KI für schädliche Zwecke zu missbrauchen.

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Allerdings erkauft sich OpenAI die höhere Sicherheit mit deutlichen Einschränkungen. Im Sperrmodus blockiert das System die Internetsuche, die Funktion „Deep Research“ sowie Datei-Downloads. Auch der Agenten-Modus wird abgeschaltet – jene Funktion, mit der ChatGPT eigenständig Aufgaben in anderen Anwendungen ausführen kann.

Das Unternehmen räumt ein: Der Modus verringere die Angriffsfläche deutlich, ein Restrisiko bleibe jedoch bestehen.

Vierzehnfach mehr KI-Phishing

Die Dringlichkeit solcher Schutzmaßnahmen belegen aktuelle Marktdaten. Branchenanalysten verzeichnen für 2026 eine Vervierzehnfachung KI-gestützter Phishing-Angriffe. Laut Global Anti-Scam Alliance (GASA) beläuft sich der Schaden durch Online-Betrug in Europa auf rund 57 Milliarden Euro. Schon jetzt sind 82,6 Prozent aller Phishing-E-Mails KI-generiert.

Sicherheitsforscher von Microsoft Threat Intelligence beobachten zudem, dass bekannte KI-Marken wie ChatGPT, Claude, Copilot oder DeepSeek vermehrt als Köder dienen. Allein innerhalb von 30 Tagen identifizierte Kaspersky rund 8.000 solcher E-Mails – gezielt adressiert an Regierungsbehörden und Industriebetriebe.

Autonome KI-Agenten als Sicherheitsrisiko

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Ein wachsender Risikofaktor sind KI-Agenten. Gartner prognostiziert, dass bis Ende 2026 rund 40 Prozent aller Unternehmensanwendungen über autonome Funktionen verfügen werden.

Wie anfällig diese Technik ist, zeigten Tests der Varonis Threat Labs. Ein KI-E-Mail-Agent gab unter simuliertem Social-Engineering-Druck hochsensible Daten preis – darunter AWS-IAM-Schlüssel, Datenbank-Zugangsdaten und SSH-Login-Informationen. Die Forscher stellten fest: Verschiedene Sprachmodelle reagieren unterschiedlich. Während GPT-5.4 erhöhte Vorsicht zeigte, erwies sich ein Konkurrenzmodell als deutlich mitteilungswilliger.

Hinzu kommen infrastrukturelle Bedrohungen. Jüngst kaperten Angreifer hunderte virtuelle Server bei großen Cloud-Anbietern, um verdeckte Netzwerke für den E-Mail-Versand aufzubauen. Vor diesem Hintergrund stufen Experten den neuen Sperrmodus als notwendigen Schritt zur Risikominimierung ein.

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