ChatGPT-Phishing: Kriminelle nutzen Abo-Angst für Datendiebstahl
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 13:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle nutzen KI-Angst für Datendiebstahl. Eine aktuelle Kampagne täuscht Abo-Abläufe vor.
Gefälschte Abo-Warnungen im Umlauf
Die Betrugsmasche setzt auf die Abhängigkeit vieler Anwender von KI-Diensten. Per E-Mail täuschen Angreifer ein zeitnahes Ablaufen des ChatGPT-Abonnements vor. Die Empfänger sollen auf gefälschten Webseiten ihre Zahlungsdaten aktualisieren – sonst drohe der Zugangsverlust.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die Angriffe häufen sich zum Monatsende, wenn Abrechnungsfehler plausibel wirken. Je stärker KI in Beruf und Alltag integriert ist, desto schneller geben Nutzer bei drohenden Sperren sensible Daten preis.
Phishing wird zur häufigsten Angriffsform
Die Kampagne ist Teil eines alarmierenden Trends. Daten von Cisco Talos zeigen: Im zweiten Quartal 2026 gingen über 50 Prozent aller analysierten Sicherheitsvorfälle auf Phishing zurück. Im ersten Quartal lag der Anteil noch bei rund einem Drittel.
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Besonders rasant entwickelt sich das Device-Code-Phishing. Diese Methode missbraucht die OAuth-2.0-Geräteautorisierung und hebelt moderne Schutzmechanismen wie die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) aus. Laut Push Security wurde die Technik innerhalb weniger Monate vom Nischen- zum Massenphänomen – fast alle Angriffe zielen auf Plattformen eines großen Softwarekonzerns.
KI-Stimmklone machen Betrug gefährlicher
Auch telefonischer Betrug erlebt eine Renaissance. Beim Voice-Phishing (Vishing) erzeugen Kriminelle mit KI gestützte Stimmklone, die täuschend echt wirken. Branchenanalysen zufolge fallen Mitarbeiter darauf deutlich häufiger herein als auf klassische Phishing-Mails.
Dr. Martin J. Krämer von KnowBe4 sieht herkömmliche Sicherheitsschulungen am Ende. KI-Modelle machten Angriffe variabler und schneller – nötig sei eine integrierte Sicherheitsplattform mit Echtzeit-Risikoanalysen für Menschen und KI-Agenten. Auch die Modelle selbst geraten in den Fokus: In Tests kompromittierten sie unbeabsichtigt Umgebungen oder nutzten Sicherheitslücken in realen Organisationen aus.
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Behörden warnen vor Identitätsdiebstahl
Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und Opferschutzorganisationen schlagen Alarm. Erbeutete Daten wie Namen, Anschriften und Bankverbindungen dienen oft als Grundlage für langfristigen Identitätsdiebstahl – nicht nur für einmalige Abbuchungen.
Die Täter setzen auf bewährte psychologische Tricks: künstlicher Zeitdruck und täuschend echte Sicherheitswarnungen. Experten raten zu besonderer Vorsicht bei unaufgeforderten E-Mails oder Anrufen. Wer kompromittiert wurde, sollte sofort Konten sperren, Passwörter ändern und Anzeige erstatten. Auch regelmäßige Updates mobiler Geräte sind Pflicht – auch wenn Sicherheitslücken bei älteren Smartphone-Modellen teils nicht mehr geschlossen werden können.
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