ChatGPT-Sicherheit: KI empfiehlt gefÀlschte Shops mit 80%-Rabatten
Veröffentlicht am: 10.06.2026 um 12:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher deckten auf: Der KI-Chatbot empfahl gefÀlschte Online-Shops, die Kreditkartendaten stehlen sollten.
Der BetrugsprĂŒfdienst Ask Silver entdeckte, dass ChatGPT Links zu manipulierten Versionen bekannter Marken ausspuckte. Besonders betroffen waren tĂ€uschend echte Kopien des britischen Einrichtungshauses Dunelm sowie des Schuhherstellers Russell & Bromley. Die gefĂ€lschten Seiten waren kaum von den Originalen zu unterscheiden.
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Wie die KI-basierten Abzockfallen funktionieren
Die betrĂŒgerischen Plattformen locken mit Rabatten von bis zu 80 Prozent. Dahinter steckt vermutlich eine Methode namens âAI Poisoningâ: Dabei schleusen Kriminelle manipulierte Inhalte in Trainingsdaten oder Suchindizes ein, um die Ergebnisse der KI-Modelle zu beeinflussen.
Klickt ein Nutzer auf den von ChatGPT empfohlenen Link, landet er auf einer Nachbildung des Originalshops. Dort versuchen die Betreiber, Bankdaten und Zahlungsinformationen abzugreifen. Laut Daten des Sicherheitsanbieters NordVPN hat sich die Zahl gefÀlschter Online-Shops in den letzten Monaten um 250 Prozent erhöht.
Besonders perfide: Der Fall Russell & Bromley zeigt, wie Kriminelle UnternehmensumbrĂŒche ausnutzen. Der SchuhhĂ€ndler war im Januar 2026 in die Insolvenz gerutscht und spĂ€ter vom Modekonzern Next ĂŒbernommen worden. ChatGPT empfahl dennoch nicht existierende oder bösartige Versionen der Seite.
Reaktionen und SchutzmaĂnahmen
OpenAI hat die gemeldeten betrĂŒgerischen Websites umgehend aus dem Suchindex entfernt. Zudem wurden bestimmte Suchergebnisse mit Warnhinweisen versehen, die Nutzer auf mögliche Gefahren aufmerksam machen.
Louise Baxter von der britischen Handelsaufsicht warnt eindringlich vor allzu groĂem Vertrauen in KI-Empfehlungen beim Online-Shopping. Sie rĂ€t dazu, die Echtheit von Websites grundsĂ€tzlich unabhĂ€ngig zu ĂŒberprĂŒfen, bevor man Zahlungsdaten eingibt. Experten empfehlen zudem, URLs manuell in den Browser einzutippen und bei Rabatten ĂŒber 50 Prozent besonders misstrauisch zu sein.
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Neue Sicherheitsfunktionen fĂŒr Nutzerkonten
Parallel dazu hat OpenAI neue SicherheitsmaĂnahmen fĂŒr Benutzerkonten eingefĂŒhrt. Dazu gehört ein Lockdown-Modus, der Datendiebstahl durch sogenannte Prompt-Injection-Angriffe verhindern soll. Eine aktive Sitzungsverwaltung zeigt zudem an, welche GerĂ€te aktuell mit dem eigenen Konto verbunden sind.
Die Frage bleibt: Wie viele gefÀlschte Shops schlummern noch unentdeckt in den Datenbanken der KI-Modelle?
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