ChatGPT-Suche, OpenAI

ChatGPT-Suche: OpenAI beansprucht ein FĂŒnftel von Googles Suchvolumen

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 22:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAIs interne SchĂ€tzung ist unabhĂ€ngig unbestĂ€tigt; zugleich bĂŒndelt das Unternehmen Chat- und Arbeitsfunktionen schrittweise.
Moderne Glasfaser-Infrastruktur in einem minimalistischen Rechenzentrum mit blauen Lichtleitern in dunklen Racks. Illustration mit AI erstellt.

Das KI-Unternehmen OpenAI hat Berechnungen zum eigenen Suchvolumen vorgelegt und Vergleiche mit dem SuchmaschinenmarktfĂŒhrer Google angestellt. Wie Medien Anfang November 2026 berichteten, erreichen ChatGPT-Eingaben, die eine Websuche im Hintergrund auslösen, nach Unternehmensangaben rund 20 Prozent des Suchvolumens von Google. Belege fĂŒr die herangezogenen Vergleichszahlen des Konkurrenten lieferte OpenAI bei der Bekanntgabe jedoch nicht.

Interne Analyse ohne externe Verifizierung

Adam Fry, Consumer Product Lead bei OpenAI, nannte die Kennzahl im Rahmen einer Presseveranstaltung. Als Suchanfrage werte das Unternehmen jede Nutzerinteraktion, die tatsĂ€chlich zu einer Abfrage im Web fĂŒhre.

Einfache Begriffsdefinitionen und kurze Anleitungen wĂŒrden dabei aus der ZĂ€hlung herausgerechnet. Berichten zufolge basiert der genannte 20-Prozent-Wert rein auf einer internen Auswertung von OpenAI und ist nicht von unabhĂ€ngiger Seite bestĂ€tigt worden.

Um die Dimension einzuordnen, zog das Unternehmen einen historischen Vergleich heran: Microsoft-Chef Satya Nadella hatte 2023 erklÀrt, dass die Suchmaschine Bing nach mehr als einem Jahrzehnt am Markt einen Anteil von rund 3 Prozent verzeichnete.

Google dominiert das Segment laut Medienberichten weiterhin und kommt ohne die Einbeziehung reiner KI-Werkzeuge auf einen weltweiten Marktanteil von mehr als 90 Prozent. Auf Basis von tÀglich rund 16 Milliarden Google-Suchanfragen entsprÀche die SchÀtzung von OpenAI etwa 3,2 Milliarden vergleichbaren ChatGPT-Interaktionen pro Tag.

Google selbst beziffert sein Aufkommen auf 5 Billionen SuchvorgĂ€nge im Jahr. Alphabet-Chef Sundar Pichai hatte die Dynamik zwischen klassischen Suchdiensten und Chatbots in einem frĂŒheren Interview nicht als Nullsummenspiel eingestuft.

Wandel der BenutzeroberflÀche und verÀndertes Nutzerverhalten

OpenAI beschreibt sein eigenes Konzept als interaktive BenutzeroberflĂ€che mit visuellen Chatbot-Antworten. Gleichzeitig baut Google Angebote wie KI-Übersichten, personalisierte Ergebnisse und zusĂ€tzliche Visualisierungen aus.

Dass textbasierte KI zunehmend als Recherchewerkzeug dient, stĂŒtzen auch Erhebungen: Eine Umfrage des Pew Research Centers aus dem Sommer 2026 ergab, dass 42 Prozent der US-Erwachsenen kĂŒnstliche Intelligenz fĂŒr die Informationssuche einsetzen und 38 Prozent der ErwerbstĂ€tigen entsprechende Programme bei der Arbeit nutzen. Dabei gaben 44 Prozent an, bereits ChatGPT verwendet zu haben, wĂ€hrend 24 Prozent auf Googles Gemini zurĂŒckgriffen.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema befasst und KI-Systeme im Unternehmen einsetzt, muss die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. Dieser kostenlose Report klĂ€rt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun mĂŒssen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was mĂŒssen Unternehmen jetzt konkret tun?

Parallel wÀchst die Nutzerschaft von OpenAI weiter. Die Plattform verzeichnet 1,2 Milliarden wöchentlich aktive Nutzer, nachdem innerhalb von 60 Tagen ein Zuwachs von 200 Millionen Anwendern erzielt worden war. Der Sprachmodus, der Diktate und Konversationen umfasst, zÀhlt rund 250 Millionen Nutzer pro Woche und macht damit etwa 20 Prozent der Nutzerschaft aus.

Dieser Bereich profitierte vor allem von Funktionen wie dem Hintergrundmodus und der Unterbrechbarkeit in GPT Live und Version 1.1. Zudem generieren Nutzer pro Woche rund 1,5 Milliarden Bilder. In einem BĂŒhnengesprĂ€ch sprach OpenAI zudem von ĂŒber 50 Millionen Abonnements und einem annualisierten Umsatz von einer Milliarde US-Dollar innerhalb von 200 Tagen.

Anzeige

Der technologische Wandel durch kĂŒnstliche Intelligenz bringt fĂŒr Firmen nicht nur neue Werkzeuge, sondern auch komplexe Compliance-Pflichten mit sich. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act bietet Ihnen den nötigen Überblick ĂŒber alle relevanten Fristen und Anforderungen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklĂ€rt

FĂŒr spezialisierte Aufgaben startete der persönliche Assistent Dots am 29. September 2026, bleibt vorerst jedoch auf ein Monatsabonnement fĂŒr 100 US-Dollar beschrĂ€nkt.

ZusammenfĂŒhrung von Arbeitsumgebungen

Um die Nutzung im Alltag zu vereinfachen, stellte OpenAI Anfang November 2026 die ZusammenfĂŒhrung der Desktop-OberflĂ€chen fĂŒr Chat- und Arbeitsfunktionen vor. Der separate Umschalter entfĂ€llt damit schrittweise. Anwender können Dokumente sowie Erweiterungen einbinden, PrĂ€sentationen oder Webseiten erstellen und ArbeitsablĂ€ufe im Hintergrund anstoßen. Das Programmierwerkzeug Codex bleibt vorerst getrennt.

Ab Dezember 2026 sollen sich ChatGPT und Codex in den Tarifen Plus, Pro und Business ein gemeinsames Kontingent an Rechen-Tokens teilen. OpenAI reagiert mit der Zusammenlegung auch auf Schritte des Wettbewerbs: Anthropic hatte die Bereiche Claude-Chat und Cowork am 16. September 2026 zusammengefĂŒhrt und die gemeinsame OberflĂ€che am 23. Oktober 2026 fĂŒr Unternehmenskunden freigegeben.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70452876 |