ChatGPT-Suche, OpenAI

ChatGPT-Suche: OpenAI beziffert das Anfragevolumen auf 20 Prozent von Google

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 14:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI beziffert ChatGPTs suchĂ€hnliche Anfragen auf ein FĂŒnftel des Google-Volumens; unabhĂ€ngige SchĂ€tzungen fallen niedriger aus.
Ein minimalistischer, modern gestalteter Raum mit großen Glasfenstern und Blick auf eine verschwommene Stadtlandschaft bei DĂ€mmerung. Illustration mit AI erstellt.

Suchanfragen ĂŒber den KI-Assistenten ChatGPT haben laut Angaben von OpenAI eine beachtliche GrĂ¶ĂŸenordnung im Vergleich zum MarktfĂŒhrer Google erreicht.

Wie Adam Fry, Consumer Product Lead fĂŒr ChatGPT bei OpenAI, am 2. November 2026 bei einem Abendessen in New York in einem GesprĂ€ch mit Alex Kantrowitz von Big Technology darlegte, erreichten suchĂ€hnliche Anfragen auf der Plattform rund 20 Prozent des Google-Volumens. Als Suchanfrage werte das Unternehmen dabei jede Nutzerfrage, die eine Websuche im Hintergrund auslöst.

Der Wert bezieht sich auf einen Zeitraum von rund anderthalb Jahren nach dem Start der ChatGPT-Suche, die OpenAI am 31. Oktober 2024 eingefĂŒhrt hatte. Fry nannte bei der Veranstaltung allerdings weder den zugrunde gelegten Google-Basiswert noch den genauen Erhebungszeitraum, regionale Abgrenzungen oder die Messmethodik. Der Vergleich ziele zudem ausdrĂŒcklich auf das reine Anfragevolumen und stelle keinen Marktanteil dar.

Rechnerische Dimensionen und externe SchÀtzungen

UnabhÀngige Medien und Branchenbeobachter stellten Frys Angabe in Relation zu bekannten Branchendaten. Bei einem geschÀtzten Aufkommen von rund 16 Milliarden Google-Suchen pro Tag entsprÀche die 20-Prozent-Quote rechnerisch rund 3,2 Milliarden ChatGPT-Interaktionen tÀglich, wie Gizmodo vorrechnete; eine BestÀtigung dieser Zahl durch OpenAI liegt nicht vor.

Ausgehend von mehr als 5 Billionen Google-Suchen im Jahr 2025 ergĂ€be sich rechnerisch ein Volumen von ĂŒber 1 Billion suchĂ€hnlicher Anfragen pro Jahr fĂŒr ChatGPT, was von OpenAI ebenfalls nicht bestĂ€tigt wurde. Zum historischen Vergleich: Google selbst hatte im Jahr 2012, 14 Jahre nach seiner GrĂŒndung 1998, rund 1,2 Billionen Suchen im Jahr verzeichnet.

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Andere Analysen zeichnen ein zurĂŒckhaltenderes Bild. Der SEO-Dienstleister SEOClarity schĂ€tzt das Suchvolumen von ChatGPT auf 7,5 Prozent des Google-Niveaus, was etwa 375 Milliarden Anfragen pro Jahr entspricht.

Eine Auswertung von Marie Haynes auf Basis von 100 Websites ergab zudem, dass der ĂŒber ChatGPT generierte Web-Traffic lediglich 0,62 Prozent des Google-Traffics ausmachte. Laut StatCounter hĂ€lt Google im klassischen Suchmaschinenmarkt weiterhin mehr als 90 Prozent Marktanteil ohne Einberechnung reiner KI-Dienste.

Microsofts Suchmaschine Bing hatte in der Spitze rund 3 Prozent Marktanteil erreicht. Auf Seiten des MarktfĂŒhrers erklĂ€rte Alphabet-Chef Sundar Pichai am 28. Oktober 2026, Googles eigenes Anfragewachstum sei derzeit so hoch wie seit fĂŒnf Jahren nicht mehr, wobei Anfragen im KI-Modus im Schnitt dreimal lĂ€nger ausfielen.

Starkes Nutzerwachstum und MonetarisierungsplÀne

Neben den Suchdaten nannte Fry weitere Kennzahlen zur Plattform. Die Zahl der wöchentlich aktiven Nutzer von ChatGPT stieg innerhalb von rund 60 Tagen von 1 Milliarde auf 1,2 Milliarden, was einem Zuwachs von etwa 100 Millionen Nutzern pro 30 Tage entspricht.

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Rund 250 Millionen Menschen nutzen demnach ChatGPT-Voice, wÀhrend wöchentlich rund 1,5 Milliarden Bilder generiert werden. Die Zahl der zahlenden Abonnenten lag zuletzt bei 50 Millionen; ein neuerer Wert wurde nicht genannt. Inhaltlich konzentriere sich die Nutzung vor allem auf Fragen zu Personen, Orten, GegenstÀnden sowie auf die Bereiche Finanzen und Gesundheit.

Strategisch hat OpenAI seine Suchangebote bereinigt: Das separate Projekt SearchGPT wurde eingestellt und direkt in ChatGPT integriert, wĂ€hrend das Browserprojekt ChatGPT Atlas Anfang 2026 zurĂŒckgestellt wurde.

Mit Blick auf einen möglichen Börsengang prĂŒft OpenAI verstĂ€rkt Werbemodelle und bereitet gesponserte Produkte in den Suchergebnissen vor. Laut Fry schrumpfe der Abstand zu Google monatlich. Das Unternehmen geht in internen Projektionen davon aus, bis zum Jahr 2030 Werbeeinnahmen von 102 Milliarden US-Dollar erzielen zu können.

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