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ChatGPT Work: 10 Millionen Nutzer in wenigen Wochen erreicht

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 02:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Anthropic, Perplexity und OpenAI treiben autonome KI-Assistenten voran. Microsoft integriert Claude, während chinesische Anbieter aufholen.

KI-Wandel: Agentische Systeme erobern die Arbeitswelt
Moderner Laptop-Bildschirm mit digitalen neuronalen Netzen und Datenströmen, die autonome KI-Aufgabenautomatisierung darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die digitale Arbeitswelt erlebt dieser Tage einen grundlegenden Wandel. Gleich mehrere große KI-Anbieter stellen ihre Systeme von reinen Chatbots auf sogenannte agentische KI um – Programme, die eigenständig Aufgaben auf dem Computer erledigen können. Am 21. und 22. Juli 2026 haben Anthropic und Perplexity neue Funktionen vorgestellt, die genau das ermöglichen.

Perplexity bringt KI direkt auf den Mac

Perplexity kündigte am 22. Juli die Veröffentlichung von Personal Computer an – ein agentisches KI-System, das in die Mac-Anwendung integriert ist. Es erledigt komplexe Aufgaben eigenständig: Daten für Berichte zusammenstellen, Dateien verwalten oder Flüge buchen. Anders als herkömmliche Chatbots läuft die Software lokal auf dem Mac.

Das Herzstück ist das GLM 5.2 Orchestrator-Modell. In Benchmarks erreichte es auf Terminal-Bench 2.1 einen Wert von 80 und übertraf damit Konkurrenzmodelle wie GPT-5.5 und Opus 4.8. Der Orchestrator arbeitet mit einer Eskalationslogik: Für Standardaufgaben kommt ein Basismodell zum Einsatz, bei komplexeren Anfragen schaltet das System automatisch ein leistungsstärkeres Modell zu. Perplexity zufolge kostet dieser Ansatz nur etwa ein Drittel des Opus-Modells.

Anthropic: Lernen durch Vormachen

Anthropic zog am 21. Juli nach. Der KI-Anbieter führte die Funktion „Record a Skill" in seiner Claude-Cowork-Desktop-Anwendung ein. Nutzer zeichnen Bildschirmaktivitäten, Mausbewegungen, Tastatureingaben und Sprachkommentare auf – die KI wandelt das Ganze in eine wiederverwendbare, ausführbare Fähigkeit um.

Die Funktion steht Abonnenten der Pläne Pro, Max und Team sowie Enterprise-Kunden zur Verfügung. Die Software läuft zwar auf macOS, die Verarbeitung erfolgt jedoch serverseitig und erfordert eine aktive, genehmigte Sitzung.

OpenAI setzt auf Unternehmensintegration

OpenAI erweiterte am 22. Juli seine Präsenz in der Arbeitswelt mit der Plattform Presence. Sie hilft Unternehmen, KI-Agenten zu verwalten und einzusetzen. Presence verbindet sich mit internen Daten, Software-Workflows und Unternehmensrichtlinien, um Aufgaben im Kundenservice, Vertrieb, Rechnungswesen und IT-Support zu automatisieren.

Presence ist kein Selbstbedienungsprodukt. OpenAI setzt speziell geschulte Ingenieure ein, die bei der Implementierung helfen. Zu den ersten Kunden zählen BBVA Mexico, SoftBank und IAG. OpenAI berichtet, dass Presence bereits den eigenen englischsprachigen Telefon-Support betreibt – und dabei 75 Prozent der Anfragen ohne menschliches Eingreifen löst.

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Ebenfalls am 21. Juli gab OpenAI bekannt, dass die kombinierte Nutzerbasis von Codex und ChatGPT Work die Marke von 10 Millionen erreicht hat – fast eine Verdopplung innerhalb weniger Wochen. Die ChatGPT-Work-Umgebung, die am 9. Juli 2026 startete, ermöglicht durchgängige Aufgabenausführung mit über 1.400 Plugins und lokalem Dateizugriff.

Microsoft setzt auf Claude und eigene Agenten

Microsoft aktualisierte im Juli 2026 seine Produktivitätssuite: Claude AI ist nun ein optionales Modell in Copilot Chat. Zudem bestätigte Microsoft die allgemeine Verfügbarkeit von Copilot Cowork – einem autonomen Agenten für mehrstufige Aufgaben. Die Abrechnung erfolgt verbrauchsbasiert, ein Credit kostet etwa einen Cent.

Globale Konkurrenz: Digitale Mitarbeiter aus China

Der Trend zu autonomen Agenten beschleunigt sich auch in China. Ein Bericht von Goldman Sachs vom 21. Juli 2026 zeigt: Chinesische Unternehmen arbeiten verstärkt an „digitalen Angestellten". Beispiele sind Kingsofts WPS AI 4.0 und Beisens Mavens mit 15 spezialisierten digitalen HR-Experten.

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Der Wettbewerb führt zu Konsolidierung. Am 21. Juli 2026 kündigte Alibaba an, mehrere seiner Produktivitätstools in einer einheitlichen Plattform namens Qianwen Office zusammenzuführen. Tencent meldete derweil, dass seine Plattform WorkBuddy im Juli 2026 auf 13 Millionen täglich aktive Nutzer kam. Branchenbeobachter stellen fest: Die Preismodelle wandeln sich von Pauschalabos hin zu nutzungsbasierten Token.

Hilfe für kleine Unternehmen

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) startete Kritmatta am 22. Juli 2026 eine KI-Agenten-Plattform. Sie bündelt fragmentierte Geschäftsinformationen aus CRM-Systemen, LinkedIn und Messaging-Apps. Das Unternehmen gibt an: Über 60 Prozent der registrierten Nutzer setzten innerhalb von 24 Stunden nach dem Start aktive Agenten ein.

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