Chesscom-Datenpanne, Millionen

Chess.com-Datenpanne: 4,7 Millionen Nutzer betroffen

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 04:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei Chess.com wurden Millionen Nutzerdaten automatisiert erfasst und veröffentlicht. 99 Prozent der E-Mail-Adressen waren bereits aus älteren Leaks bekannt.

Chess.com: Scraping legt 4,7 Millionen E-Mail-Adressen offen
Ein dunkler, leerer Serverraum mit metallischen Rack-Gestellen, der die abstrakte Natur von Datenspeicherung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Auf der Online-Schachplattform Chess.com ist es zu einem massiven Abgriff von Nutzerdaten gekommen. Wie heise.de in einem Bericht vom 14.9.2026 meldete, wurden durch sogenanntes Scraping rund 4,7 Millionen Datensätze von der Plattform entwendet.

Der bekannte Benachrichtigungsdienst Have I Been Pwned (HIBP) hat daraufhin 4,7 Mio. eindeutige E-Mail-Adressen in seinen Datenbestand aufgenommen, über den Betroffene prüfen können, ob ihre Kontoinformationen kompromittiert wurden.

Umfangreicher Datensatz im Netz aufgetaucht

Die im Internet veröffentlichte Datei hat nach den vorliegenden Angaben einen Umfang von 15,5 GByte. Der Datensatz setzt sich aus 7,3 Mio. Zeilen zusammen und enthält Informationen zu insgesamt 7,3 Mio. Nutzern der Schachplattform.

Die Erbeutung der Daten fand laut dem Bericht im Sommer statt: Die eigentliche Datensammlung erfolgte im Zeitraum zwischen dem 26.7. und dem 3.8.2026. Wenige Tage später, am 12.8.2026, folgte schließlich die Veröffentlichung des Datenpakets.

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Beim Web-Scraping greifen Angreifer in der Regel öffentlich zugängliche oder über Schnittstellen erreichbare Profile automatisiert ab. Auch wenn dabei nicht zwingend klassische Sicherheitslücken in den internen Serverstrukturen ausgenutzt werden, lassen sich auf diesem Weg enorme Mengen an Nutzerdaten zusammentragen und für unbefugte Zwecke bündeln.

Hohe Überschneidung mit früheren Datenpannen

Für viele der Betroffenen handelt es sich nicht um den ersten Vorfall dieser Art. Laut Troy Hunt, dem Betreiber von Have I Been Pwned, waren 99% der erfassten E-Mail-Adressen bereits aus anderen Leaks bekannt.

Trotz dieser Überschneidung mit älteren Vorfällen bergen derartige Veröffentlichungen erhebliche Risiken für Internetnutzer. Durch die Kombination von E-Mail-Adressen mit Plattformdaten wie Profilinformationen oder Spielstatistiken können Kriminelle gezielte Phishing-Angriffe starten. Solche personalisierten E-Mails wirken besonders glaubwürdig, wenn sie scheinbar Bezug auf reale Konten und Hobbys der Empfänger nehmen.

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Sicherheitsexperten raten Verbrauchern grundsätzlich zur Wachsamkeit bei unaufgefordert eingehenden Nachrichten. Wer prüfen möchte, ob die eigene E-Mail-Adresse unter den abgegriffenen Daten ist, kann dies über spezialisierte Warndienste tun.

Zudem empfehlen IT-Spezialisten die Verwendung starker, individueller Passwörter für jeden Online-Dienst sowie die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung, um Accounts gegen unbefugte Übernahmen abzusichern.

Mehr zum Thema bei heise online: „Chess.com: Scraper sammeln 4,7 Millionen Datensätze“

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