China-Steuern, Abgabe

China-Steuern: 20% Abgabe auf Offshore-Trusts ab Juli

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

China verschärft die Besteuerung von Offshore-Trusts mit einer Pauschalsteuer von 20 Prozent. Bestehende Strukturen müssen bis Ende Oktober 2026 gemeldet werden.

China besteuert Offshore-Trusts: Neue Regeln mit 20 Prozent Einkommensteuer
Ein moderner Konferenztisch in einem Büro mit Blick auf die Skyline von Shanghai bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mit den Ankündigungen Nr. 21 und Nr. 15 haben das chinesische Finanzministerium und die staatliche Steuerverwaltung am 24. Juli 2026 weitreichende Neuregelungen für die Besteuerung von Offshore-Strukturen in Kraft gesetzt.

Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Steuerflucht über grenzüberschreitende Treuhandverhältnisse zu begrenzen und das politische Ziel des gemeinsamen Wohlstands zu unterstützen. Kern der Neuregelung ist die Einführung einer einheitlichen Einkommensteuer von 20 Prozent auf Offshore-Trusts für chinesische Steuerresidenten.

Besteuerung über den gesamten Lebenszyklus

Die neuen Vorschriften sehen vor, dass Offshore-Trusts über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg einer steuerlichen Erfassung unterliegen. Ein wesentlicher Aspekt der Regelungen vom 24. Juli 2026 ist die Einstufung der Übertragung von Vermögenswerten in einen Trust als steuerpflichtiges Ereignis.

Darüber hinaus werden laufende Erträge innerhalb der Trust-Strukturen unabhängig davon besteuert, ob eine tatsächliche Ausschüttung an die Begünstigten erfolgt oder nicht.

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Diese Regelungen betreffen insbesondere Strukturen, die nach dem Jahr 2023 gegründet wurden. In regionalen Zentren wie Peking und Hangzhou gehen die Behörden zudem dazu über, auch Erträge aus Offshore-Versicherungspolicen systematisch zu besteuern. Ein erweitertes Konzept des wirtschaftlichen Interesses kann zudem dazu führen, dass auch ausländische Staatsangehörige mit chinesischen Einkommensquellen als steuerresident eingestuft werden.

Meldepflichten und historische Aufarbeitung

Für Steuerpflichtige mit bestehenden Offshore-Arrangements sehen die Behörden eine strikte Übergangsfrist vor. Historische Strukturen müssen innerhalb von 90 Tagen gemeldet werden, was eine Frist bis Ende Oktober 2026 bedeutet. Diese Meldepflicht umfasst auch die Nachzahlung von Steuern für Vermögenswerte, die seit Januar 2023 eingebracht wurden, sowie für Einkünfte, die vor dem Jahr 2026 erzielt wurden.

Innerhalb der Fachwelt besteht derzeit noch Unklarheit darüber, ob sich die Frist Ende Oktober lediglich auf die Meldung oder bereits auf die vollständige Begleichung der Steuerschuld bezieht.

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Zudem wird diskutiert, über wie viele Jahre hinweg historische Einkünfte deklariert werden müssen und inwieweit eine Verjährungsfrist von drei bis fünf Jahren zur Anwendung kommt. Die Steuerverwaltung hat bereits Schulungen initiiert, um eine einheitliche Auslegung der neuen Regeln sicherzustellen.

Strategische Ziele und wirtschaftliche Auswirkungen

Der Umfang des betroffenen Vermögens ist beträchtlich. Nach Schätzungen von BCG sind Offshore-Vermögenswerte chinesischer Staatsbürger in einer Größenordnung von bis zu 1.200 Mrd. US-Dollar von den Neuregelungen betroffen.

Die Behörden prüfen im Zuge der Umsetzung verstärkt, wie Gelder ursprünglich aus China transferiert wurden. Dabei werden seit dem Jahr 2024 vermehrt Daten aus dem automatischen Informationsaustausch (CRS) mit inländischen Steuererklärungen abgeglichen.

Die Verschärfung der Aufsicht folgt auf eine bereits gestiegene Steuerdisziplin. Im ersten Halbjahr 2026 erhöhten sich die Einnahmen aus der Einkommensteuer in China bereits um 13 Prozent auf etwa 900 Mrd. Yuan.

Die nun konkretisierten Anti-Missbrauchsbestimmungen knüpfen an die Einkommensteuerreform von 2019 an. Berichten zufolge haben vermögende Kunden aufgrund der neuen Rechtslage ihre Pläne für weitere Offshore-Trusts vorerst pausiert, da die steuerliche Transparenz und die Belastung erheblich zugenommen haben.

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