KI am Arbeitsplatz: Deutschland holt deutlich auf
18.03.2026 - 06:00:04 | dpa.de
Die Nutzung von KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz entwickelt sich weltweit sehr unterschiedlich. WĂ€hrend die Akzeptanz generativer KI-Anwendungen in Deutschland deutlich ansteigt, erlebt der einstige Vorreiter USA eine unerwartete KI-Flaute. Das sind die zentralen Ergebnisse des aktuellen «HR-Monitors 2026» der Unternehmensberatung McKinsey.
Aus der Studie geht hervor, dass der Anteil der US-amerikanischen BeschĂ€ftigten, die KI mindestens mehrmals pro Woche einsetzen, von 64 Prozent im Januar 2025 auf 47 Prozent ein Jahr spĂ€ter gefallen ist. Auch die tĂ€gliche Nutzung in den USA sank spĂŒrbar in diesen zwölf Monaten von 32 auf 22 Prozent.Â
McKinsey-Partner Julian Kirchherr erklĂ€rt diesen RĂŒckgang damit, dass frĂŒhe hohe Nutzungsraten nicht automatisch stabil bleiben, wenn die Technologie nicht konsequent in Prozesse integriert und die Belegschaft gezielt befĂ€higt wird. In den USA wĂŒrden nur noch 31 Prozent der Unternehmen spezifische KI-Weiterbildungen anbieten. Vor einem Jahr waren es noch 45 Prozent.Â
KI-Nutzung in Deutschland verdoppelt
In Deutschland hat sich nach den Zahlen von McKinsey die regelmĂ€Ăige Nutzung von KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Copilot im Untersuchungszeitraum von 19 auf 38 Prozent verdoppelt. Der Anteil der BeschĂ€ftigten, die KI tĂ€glich in ihren Arbeitsalltag einbinden, stieg innerhalb eines Jahres von 7 auf 16 Prozent.Â
Dennoch ist der Weg zu einer flÀchendeckenden und selbstverstÀndlichen Nutzung noch weit, was sich auch an strikten internen Vorgaben zeigt: Bemerkenswerte 14 Prozent der deutschen Unternehmen verbieten ihren Mitarbeitenden den Einsatz von KI am Arbeitsplatz derzeit noch komplett.
Als zentraler Hebel und gleichzeitiger struktureller Engpass fĂŒr eine nachhaltige KI-Nutzung erweist sich nach EinschĂ€tzung der McKinsey-Experten die Weiterbildung. Nur rund 28 Prozent der Unternehmen in Deutschland bieten formale KI-Trainings fĂŒr ihre BeschĂ€ftigten an. Damit hinkt die Bundesrepublik insgesamt deutlich hinter China her, wo fast die HĂ€lfte der Unternehmen (49 Prozent) entsprechende Schulungen offeriert und dementsprechend bereits 28 Prozent der BeschĂ€ftigten KI tĂ€glich nutzen. Dazu kommen weitere 49 Prozent, die zumindest mehrfach in der Woche auf KI-Tools zurĂŒckgreifen.Â
Erwartungen hoch â wachsende Skepsis vor falschen Ergebnissen
Die Erwartungen an KI sind international hoch: 51 Prozent der BeschÀftigten erwarten ProduktivitÀtsgewinne, jeweils 47 Prozent sehen Chancen in besserer Datenanalyse und Problemlösung. In Deutschland ist die Erwartung an verbesserte Datenanalyse mit 54 Prozent am höchsten, 50 Prozent erwarten mehr ProduktivitÀt und 41 Prozent rechnen mit besserer ProblemlösungsfÀhigkeit.
Die BeschĂ€ftigten sind sich aber auch den Risiken bewusst, die der Einsatz der KI mit sich bringt: 48 Prozent der Befragten nennen fehlerhafte oder «halluzinierte» Ergebnisse als gröĂtes Risiko â ein Aspekt, der international an Bedeutung gewonnen hat. Datenschutzbedenken (41 Prozent) und der Verlust menschlicher Interaktion (36 Prozent) folgen auf den weiteren PlĂ€tzen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

