Chip-Studie, Erhitzte

Chip-Studie: Erhitzte Snacks und das Krebsrisiko durch CML

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 12:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verbraucherschützer finden bei Alternativ-Snacks oft hohe Fett- und Salzwerte. Neue Studien warnen vor stark erhitzten Lebensmitteln.

Gemüse- und Hülsenfrucht-Chips: Oft nicht gesünder als Kartoffelchips
Eine Auswahl an gesunden Snack-Alternativen wie Gemüse- und Linsenchips, neben einer kleinen Schale Kartoffelchips, auf einer modernen Oberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Industrie reagiert mit Alternativen aus Gemüse oder Hülsenfrüchten. Doch eine Analyse zeigt: Die vermeintlich gesünderen Snacks sind oft gar nicht so viel besser.

Nährwerte im Check: Nicht automatisch die bessere Wahl

Verbraucherschützer haben nachgerechnet. Eine Marktstichprobe der Verbraucherzentrale NRW aus dem Herbst 2023 zeigt: Chips aus Hülsenfrüchten kommen auf durchschnittlich 450 Kilokalorien pro 100 Gramm. Klassische Kartoffelchips liegen bei etwa 540 kcal. Der Unterschied klingt gut – doch der Salzgehalt ist mit bis zu 1,5 Gramm pro Portion oft hoch.

Gemüsechips aus Roter Bete oder Pastinaken schneiden mit rund 510 kcal nur geringfügig besser ab. In manchen Fällen fanden die Tester sogar einen höheren Fettgehalt als bei herkömmlichen Kartoffelchips. Die Ernüchterung: Diese Produkte sind keine uneingeschränkt gesündere Alternative.

Es gibt aber Ausnahmen. Bio-Reis-Chips mit roten Linsen erreichen durch ein Backverfahren einen Proteingehalt von 10 Gramm pro 100 Gramm und liegen bei 450 kcal. Das Verfahren macht den Unterschied.

Herstellungsverfahren entscheiden über die Qualität

Die gesundheitliche Bewertung hängt stark vom Verarbeitungsgrad ab. Die Industrie setzt auf verschiedene Methoden:

Vakuumfrittieren arbeitet bei niedrigeren Temperaturen. Das soll Farben und Vitamine besser erhalten. Eingesetzt wird es etwa bei Mischprodukten mit Okra.

Backen reduziert den Fettgehalt deutlich. Gebackene Hülsenfrucht-Snacks oder Harzer Käse-Chips mit hohem Eiweißgehalt sind Beispiele dafür.

Gefrier- und Lufttrocknung kommen fast ohne Fette aus. Diese Methoden werden jedoch seltener für klassische Chip-Texturen genutzt.

Ein Trend sind „Upcycled Ingredients“. Dr. Andreas Daxenberger vom TÜV SÜD erklärte Mitte Juli 2026: Dabei werden Reststoffe aus der Lebensmittelproduktion verarbeitet. Eine spezifische Kennzeichnungspflicht gibt es in der EU nicht. Die Sicherheitsanforderungen sind aber dieselben wie bei konventionellen Rohstoffen.

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Wissenschaftliche Erkenntnisse: Was passiert beim Erhitzen?

Eine aktuelle Studie der LMU München und der TU Dresden wirft Fragen auf. Veröffentlicht im Juli 2026 in der Fachzeitschrift Food Chemistry, untersuchten die Forscher den Abbau erhitzter Lebensmittel durch Darmbakterien.

Sie identifizierten das Enzym SpeC in Escherichia coli. Es kann die veränderte Aminosäure N?-Carboxymethyllysin (CML) abbauen. CML entsteht vermehrt bei starker Erhitzung von Lebensmitteln.

Computergestützte Analysen deuten darauf hin, dass dieser Prozess im menschlichen Darmmikrobiom weit verbreitet ist. Die Wissenschaftler sehen mögliche Zusammenhänge mit Erkrankungen wie Darmkrebs, Fettleber oder Hepatitis. Die Botschaft: Stark verarbeitete und erhitzte Snacks sollte man nur in Maßen genießen.

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Markt im Wandel: Neue Produkte, alte Kartoffeln

Trotz der Kritik wächst das Segment der Alternativ-Snacks. Mitte Juli 2026 wurde bekannt, dass im deutschen Lebensmittelhandel verstärkt Produkte unter dem Markennamen Chester's angeboten werden. Grund sind markenrechtliche Konflikte. Die Rezepturen weichen oft von internationalen Originalen ab.

Gleichzeitig entstehen neue Fachgeschäfte. Mitte Juli 2026 eröffnete in Dortmund ein Ladenlokal, das auf Trockenfrüchte und Nüsse setzt. Der Trend geht zu weniger verarbeiteten Zwischenmahlzeiten.

Die Kartoffel bleibt jedoch ein zentraler Rohstoff. 2026 stieg die Kartoffelvermehrungsfläche in Deutschland leicht auf 20.549 Hektar. Landwirte setzen auf Sorten wie Edison, Bernina und Belana – auch für die industrielle Verarbeitung.

Hülsenfrüchte rücken zudem stärker in den Fokus. Bei einem Praxisforum in Göttingen Mitte Juli 2026 wurde betont: Heimisch angebaute Hülsenfrüchte können tierische Proteine ersetzen und die Umweltauswirkungen der Ernährung senken.

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