Cholesterin-Gentherapie, CRISPR

Cholesterin-Gentherapie: CRISPR senkt LDL um 52,5 Prozent

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Phase-1a-Studie zu CTX310 zeigte nach einem Jahr deutliche Lipidsenkungen, wÀhrend Fachleute weiterhin fehlende Langzeitdaten betonen.
Moderne Laborumgebung mit LaborgerÀten und GlasbehÀltern auf einem Edelstahltisch in einem klinischen Forschungslabor. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung der refraktÀren DyslipidÀmie steht vor einem technologischen Wandel durch den Einsatz der Geneditierung. Im September 2026 wurden im Rahmen der Jahrestagung der European Society of Cardiology neue Ergebnisse einer Phase-1a-Studie zur Therapie CTX310 vorgestellt.

Die Untersuchung, die unter anderem von der Cleveland Clinic und Partnereinrichtungen in China durchgefĂŒhrt wurde, befasst sich mit der Wirksamkeit der CRISPR-Cas9-Technologie bei Patienten, deren Cholesterinspiegel auf herkömmliche Therapien nicht ausreichend anspricht.

Ergebnisse der klinischen Untersuchung zu CTX310

Die im New England Journal of Medicine veröffentlichten Daten der Phase-1a-Studie konzentrierten sich auf die gezielte Bearbeitung des ANGPTL3-Gens. An der Untersuchung nahmen 15 Patienten teil, die unter refraktÀrer DyslipidÀmie litten.

Nach einem Beobachtungszeitraum von einem Jahr zeigte die Verabreichung der höchsten Dosis eine signifikante Wirkung auf die Lipidprofile der Probanden. Der Wert des LDL-Cholesterins (LDL-C) sank im Durchschnitt um 52,5 %, wÀhrend die Triglyceridwerte um 47,8 % reduziert wurden.

In EinzelfĂ€llen dokumentierten die Forscher noch deutlich ausgeprĂ€gtere Effekte. Die maximale Reduktion des LDL-C-Wertes betrug bei einzelnen Teilnehmern bis zu 87 %. Bei den Triglyceriden wurde in der Spitze ein RĂŒckgang von 84 % gemessen.

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Hinsichtlich der Sicherheit der Therapie berichteten die Studienverantwortlichen, dass keine schwerwiegenden unerwĂŒnschten Ereignisse auftraten, die in direktem Zusammenhang mit CTX310 standen. Ein wĂ€hrend des Studienzeitraums verzeichneter Todesfall wurde von den Medizinern als nicht therapiebedingt eingestuft.

Aufgrund dieser Ergebnisse wird die klinische Entwicklung im Rahmen einer Phase-1b-Studie fortgesetzt. Zudem ist eine langfristige Nachbeobachtung der Teilnehmer ĂŒber einen Zeitraum von 15 Jahren vorgesehen.

Vergleichbare Entwicklungen in der Pharmaindustrie

Neben dem Projekt der Cleveland Clinic verfolgen auch andere Akteure der Branche AnsÀtze zur genetischen Modifikation der Cholesterinwerte. Das Unternehmen Eli Lilly arbeitet an der Therapie VERVE-102, die mittels CRISPR-Geneditierung das PCSK9-Gen adressiert.

In einer Phase-1-Studie konnte in der höchsten Dosierung eine Senkung des LDL-C um bis zu 62 % erreicht werden. FĂŒr dieses Verfahren erteilte die US-Gesundheitsbehörde FDA bereits den Fast-Track-Status. Eine Phase-2-Studie ist fĂŒr den Zeitraum bis Ende 2026 geplant.

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Weitere ForschungsaktivitĂ€ten befinden sich noch in einem frĂŒheren Stadium. So prĂ€sentierte Editas Medicine auf einer Fachkonferenz prĂ€klinische Daten zu EDIT-401. Bei Versuchen mit nicht-menschlichen Primaten fĂŒhrte dieser Ansatz zu einer durchschnittlichen Senkung von LDL-Cholesterin, Lp(a) und ApoB um 90 %.

Parallel dazu untersuchen Forscher der UniversitÀt Barcelona und aus Oregon den Einsatz von DNA-basierten Polypurin-Haarnadeln gegen das PCSK9-Gen. Diese Methode senkte bei Versuchen an MÀusen nach einer Einzelinjektion sowohl PCSK9 als auch LDL-C, wurde bisher jedoch noch nicht am Menschen getestet.

Herausforderungen und Sicherheitsaspekte

Trotz der vielversprechenden Datenlage mahnen Fachleute zur Vorsicht. Experten wiesen im September 2026 darauf hin, dass fĂŒr CRISPR-Therapien zur Senkung des LDL-Cholesterins derzeit noch keine ausreichenden Langzeit-Sicherheitsdaten vorliegen.

WĂ€hrend die kurzfristige Wirksamkeit in den aktuellen Studien belegt wurde, bleibt die Beobachtung möglicher SpĂ€tfolgen der dauerhaften genetischen VerĂ€nderung eine zentrale Aufgabe der kommenden Forschungsjahre. Die geplanten Langzeitstudien ĂŒber 15 Jahre sollen hierbei notwendige Erkenntnisse liefern, um die Sicherheit der Verfahren fĂŒr eine breitere Anwendung zu validieren.

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