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Chrome 151: Google stopft 370 Sicherheitslücken auf einmal

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 16:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google veröffentlicht Rekord-Update für Chrome mit 370 behobenen Schwachstellen, darunter sieben kritische Fehler in Kernkomponenten.

Chrome 151 stopft 370 Sicherheitslücken – sieben kritische Patches
Laptop-Bildschirm mit digitalem Sicherheitscode und Netzwerkknoten, die Cybersicherheit und Software-Patching darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Google hat heute ein massives Sicherheitsupdate für seinen Browser Chrome veröffentlicht. Version 151 stopft insgesamt 370 Schwachstellen – darunter sieben als kritisch eingestufte Lücken.

Rekordverdächtige Patch-Arbeit

Das Update vom 30. Juli 2026 ist einer der umfangreichsten Sicherheitseingriffe des Jahres. Damit steigt die Zahl der 2026 in Chrome behobenen Sicherheitslücken auf über 1.800. Allein die sieben kritischen Schwachstellen betreffen Kernbereiche des Browsers: Compositing, Views, Skia und Ozone. Hinzu kommen Probleme in den Grafikmodulen Dawn und ANGLE sowie ein Wettlauffehlerszenario (Race Condition) im Browser-Updater.

Die Verteilung der behobenen Fehler ist beachtlich: 71 gelten als hochriskant, 170 als mittelschwer und 122 als niedrig. Allein die ANGLE-Grafikengine war für 30 der Schwachstellen verantwortlich.

Wer ist betroffen?

Die gepatchten Versionen unterscheiden sich je nach Plattform. Windows- und Mac-Nutzer erhalten Chrome 151.0.7922.71/.72, während Linux und Android auf Version 151.0.7922.71 aktualisiert werden. Auch andere Chromium-basierte Browser wie Microsoft Edge profitieren von dem Update – sie integrieren die Sicherheitsfixes in der Regel kurz nach Googles Veröffentlichung.

Interne Entdeckung als Erfolgsfaktor

Bemerkenswert: Die überwiegende Mehrheit der Schwachstellen – 349 von 370 – wurde von Googles eigenen Sicherheitsteams entdeckt. Externe Forscher trugen 21 Fehler bei, wofür Google insgesamt 58.500 US-Dollar (rund 53.000 Euro) an Prämien auszahlte.

Der hohe Anteil interner Funde ist kein Zufall. Google hat seinen KI-Agenten CodeMender in das OSS-Fuzz-System integriert, der automatisch Patches für Speichersicherheitslücken in C- und C++-Projekten generiert und validiert. Viele der Schwachstellen wurden bereits im Mai und Juni entdeckt – Google bestätigte jedoch, dass vor der Veröffentlichung keine bestätigten Ausnutzungen dieser spezifischen Lücken bekannt waren.

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Branchentrend: Explosion der Sicherheitslücken

Der massive Chrome-Patch spiegelt einen branchenweiten Trend wider. Zwischen Januar und Juli 2026 verzeichnete die National Vulnerability Database (NVD) 45.207 Schwachstellen – eine Zahl, die die Rekordmarke von 2025 verdoppeln könnte. Auch andere Tech-Giganten kämpfen mit ähnlichen Dimensionen: Oracle patchte allein im Juli 1.449 Lücken, Microsoft 642.

Branchenanalysten führen die Explosion auf KI-gestützte Tools zurück, die sowohl von Sicherheitsteams als auch von Angreifern eingesetzt werden. Systeme wie Anthropics Mythos oder Googles interne KI-Plattformen haben die Identifizierung von Softwarefehlern massiv beschleunigt. Die Kehrseite: Die Zeit zwischen Offenlegung und Ausnutzung einer Schwachstelle ist in einigen Bereichen von rund 72 auf nur noch 24 Stunden geschrumpft.

Dennoch: Nur ein Bruchteil der KI-entdeckten Lücken wird derzeit tatsächlich ausgenutzt. Daten aus der ersten Jahreshälfte 2026 zeigen, dass lediglich 1,3 Prozent der von automatisierten Tools gefundenen Schwachstellen aktiv angegriffen wurden.

Mobile Nutzer im Fokus

Auch für mobile Plattformen bringt das Update wichtige Verbesserungen. Die iOS-Version 151.0.7922.72 behebt mehrere niedrigschwellige Probleme, darunter UI-Spoofing-Risiken, die Angreifern ermöglichen könnten, die Benutzeroberfläche durch manipulierte HTML-Seiten zu verändern.

Auf Android lag der Fokus zuletzt auf kritischen Speicherfehlern in WebView und WebGL. Bereits am 23. Juni 2026 hatte Google eine kritische Use-After-Free-Lücke in WebGL mit einem CVSS-Score von 9,6 geschlossen. Zuvor war eine hochriskante Schwachstelle in Android WebView behoben worden, die eine sandbox-umgehende Codeausführung ermöglichte.

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Sicherheitsexperten raten mobilen Nutzern dringend, sowohl Chrome als auch Android System WebView über den Play Store zu aktualisieren. Nur so bleibt der Schutz gegen die identifizierten Angriffsvektoren gewährleistet.

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