Chrome: 370 Sicherheitslücken geschlossen, darunter 7 kritische
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 22:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bedrohungslage im Netz eskaliert: Sicherheitsbehörden und IT-Experten warnen vor manipulierten Smartphone-Apps, gezielten Phishing-Kampagnen und Sicherheitslücken in weit verbreiteter Software. Das Landeskriminalamt (LKA) Schleswig-Holstein sieht vor allem unzureichende Schutzvorkehrungen bei der App-Nutzung als Treiber für den Datendiebstahl.
Phishing bleibt die Einstiegsdroge der Hacker
Mehr als die Hälfte aller dokumentierten Sicherheitsvorfälle im zweiten Quartal geht auf Phishing zurück. Angreifer setzen dabei zunehmend auf Fernwartungstools wie Quick Assist oder AnyDesk, um sich Zugang zu Systemen zu verschaffen. Besonders perfide: Beim sogenannten Vishing über Microsoft Teams dauerte es in dokumentierten Fällen weniger als 17 Stunden vom Erstkontakt bis zur Ransomware-Infektion.
Das LKA Schleswig-Holstein warnt in diesem Zusammenhang vor Identitätsdiebstahl. Kriminelle verschicken täuschend echte E-Mails, SMS oder Webseiten, um persönliche Daten abzugreifen. Die Folgen reichen von unberechtigten Kontonutzungen über Fake-Shop-Bestellungen bis hin zu Straftaten, die im Namen der Opfer begangen werden.
Gefährliche Schadsoftware auf Cubot- und Doogee-Geräten
Besonders betroffen sind aktuell Nutzer bestimmter Smartphone-Modelle von Cubot und Doogee. Auf Geräten wie dem Cubot KingKong X oder KingKong 9 wurde die Schadsoftware „com.android.sys.extplv" entdeckt. Sie tarnt sich als offizielle Google-Anwendung und fordert weitreichende Berechtigungen an. Ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen hilft nicht – die Software stellt sich selbst wieder her. Der Hersteller verteilt Updates über das Mobilfunknetz, um die Lücke zu schließen.
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Auch WhatsApp gerät ins Visier der Betrüger. Die Polizei Bonn meldet Fälle von „WhatsApp Hijacking" im Raum Swisttal: Täter verschicken Links zu vermeintlichen Abstimmungen, greifen die Bestätigungscodes ab und fordern anschließend im Namen der Opfer Geld von deren Kontakten.
QR-Codes und KI als neue Einfallstore
Manipulierte QR-Codes sind ein weiteres Risiko. In Witten führte ein offizielles Schreiben der Stadtverwaltung in eine Abo-Falle: Der QR-Code-Generator leitete Nutzer auf eine Werbeseite mit kostenpflichtigen Test-Abos um. Experten raten, die Ziel-URLs vor dem Öffnen zu prüfen und Generatoren ohne Umleitungsfunktionen zu verwenden.
Künstliche Intelligenz eröffnet Kriminellen ebenfalls neue Wege. In Microsoft Copilot für Word wurde eine Schwachstelle entdeckt, die sich per Prompt-Injection ausnutzen lässt. Ein als weißer Text versteckter „KI-Wurm" kann Finanzdaten manipulieren oder sich selbstständig verbreiten. Microsoft hat zwar Schutzmaßnahmen implementiert, doch Forscher warnen: Das Grundproblem bleibt systemimmanent.
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Chrome schließt 370 Sicherheitslücken
Die Hersteller reagieren mit umfangreichen Updates. Die aktuelle Chrome-Version behebt 370 Sicherheitslücken, davon sieben kritische Fehler (CVE-2026-17650 bis CVE-2026-17656). Seit Jahresbeginn summiert sich die Zahl der behobenen Schwachstellen im Browser damit auf über 1.800.
So schützen Sie sich effektiv
Sicherheitsbehörden empfehlen präventive Maßnahmen:
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren – der effektivste Schutz gegen Kontoübernahmen bei Social Media und Messengern.
- Passwort-Manager nutzen und für jeden Dienst ein starkes, individuelles Passwort verwenden.
- Updates sofort einspielen – Betriebssysteme und Apps sollten immer auf dem neuesten Stand sein.
- App-Berechtigungen kontrollieren – Zugriff auf Kontakte, Kamera oder Standort nur bei Notwendigkeit gewähren.
- Bei Zeitdruck skeptisch bleiben – unerwartete Zahlungsaufforderungen immer über alternative Wege verifizieren, etwa per persönlichem Anruf.
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