Chrome-Update, Google

Chrome-Update 150: Google behebt vier kritische Sicherheitslücken

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 14:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwerwiegende Konfigurationsfehler in Chrome legen Nutzerdaten offen. Google reagiert mit einem dringenden Sicherheitsupdate und warnt vor gezielten Malvertising-Angriffen.

Google Chrome Sicherheitskrise: Datenleck und Notfall-Update
Ein Laptop-Bildschirm mit abstraktem Programmcode und digitalen Warnsymbolen als Metapher für Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Berichte über Google Chrome sorgen für erhebliche Beunruhigung unter Sicherheitsexperten und Anwendern. Aufgrund von Konfigurationsfehlern innerhalb des meistgenutzten Webbrowsers der Welt werden sensible Informationen wie Passwörter und der Browserverlauf an unbefugte Dritte preisgegeben. Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie von Sicherheitsherausforderungen ein, mit denen der Technologiekonzern derzeit konfrontiert ist.

Dringendes Sicherheitsupdate behebt kritische Schwachstellen

Als Reaktion auf die prekäre Sicherheitslage veröffentlichte Google bereits am 24. Juli 2026 ein Notfall-Update für Chrome. Die Versionen 150.0.7871.186/.187 für Windows und Mac sowie die Version 150.0.7871.186 für Linux adressieren insgesamt vier als hochgradig riskant eingestufte Sicherheitslücken.

Zu den behobenen Schwachstellen zählen CVE-2026-16807, ein Pufferüberlauf (Out-of-Bounds Write) in den Media Codecs, sowie CVE-2026-16806, ein Fehler in der WebMCP-Komponente. Des Weiteren wurden Probleme in der Rendering-Engine Blink (CVE-2026-16805) und bei der Verarbeitung von Eingaben (CVE-2026-16804) korrigiert. Laut Google wurden diese Mängel intern durch den Einsatz spezialisierter Analysetools wie AddressSanitizer, MemorySanitizer und libFuzzer identifiziert. Bisher gibt es keine Bestätigung dafür, dass diese spezifischen Lücken bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt wurden.

Malvertising-Kampagne „SourTrade“ zielt auf Krypto-Anleger

Zusätzlich zu den internen Konfigurationsproblemen steht Chrome im Visier organisierter Cyberkriminalität. Die seit Ende 2024 aktive Malvertising-Kampagne „SourTrade“ nutzt manipulierte Werbeanzeigen und gefälschte Websites von Plattformen wie Solana, Luno oder TradingView, um Schadsoftware zu verbreiten. Die Angreifer setzen dabei auf moderne Browser-Technologien wie Service Worker und Shared Worker, um Malware direkt im Browser-Speicher zu assemblieren.

Diese Kampagne zielt insbesondere auf Privatanleger und Krypto-Investoren in zwölf Ländern ab und wird in 25 verschiedenen Sprachen ausgespielt. Um die Entdeckung durch Sicherheitsprogramme zu erschweren, generieren die Hintermänner für jedes Opfer eine einzigartige ausführbare Datei auf Basis von Bun-Executable. Die Schadsoftware ist in der Lage, Datenverkehr abzufangen, Cookies und Passwörter zu stehlen sowie Keylogging-Funktionen auszuführen. Besonders kritisch wird der Diebstahl von Krypto-Wallets eingestuft. Nachdem die Kampagne ursprünglich ein Tool namens StreamSaver nutzte, erfolgte im April 2026 die Umstellung auf die Auslieferung via ServiceWorker.

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Risiken durch Künstliche Intelligenz in Browsern

Über die aktuellen Vorfälle hinaus warnen Wissenschaftler vor grundlegenden Sicherheitsrisiken in modernen Webbrowsern, die verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI) setzen. Browser wie Atlas, Brave Leo AI, Chrome mit Gemini oder Edge mit Copilot eröffnen neue Angriffsvektoren. Dazu zählen Phänomene wie Prompt Injection, Memory Poisoning und unberechtigte Datenzugriffe über verschiedene Domänen hinweg (Cross-Origin-Datenzugriff). Experten beobachten, dass Browser mit einem geringeren Funktionsumfang im Bereich der KI derzeit ein höheres Sicherheitsniveau aufweisen.

Datenschutz und automatisierte Passwortverwaltung

Im Bereich des Datenschutzes gibt es für Nutzer in der Europäischen Union seit Anfang 2024 Anpassungen. Als Reaktion auf den EU Digital Markets Act ermöglicht Google es Anwendern, die Datenweitergabe zwischen verschiedenen Diensten wie YouTube, der Suche, Chrome und Google Maps abzulehnen. Dennoch behält sich das Unternehmen vor, Daten weiterhin zu teilen, sofern dies für die Einhaltung von Compliance-Vorgaben oder zur Betrugsprävention notwendig ist. Während Google seinen Status als sogenannter Gatekeeper akzeptierte, fechten andere Tech-Konzerne wie Apple und Meta diese Einstufung weiterhin rechtlich an.

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Hinsichtlich der Passwortsicherheit stellte Parisa Tabriz, Vizepräsidentin von Chrome, bereits im vergangenen Jahr eine neue Funktion in Aussicht. Der Chrome Password Manager soll künftig in der Lage sein, schwache oder kompromittierte Passwörter auf unterstützten Websites automatisch zu ändern. Diese Funktion setzt jedoch die explizite Zustimmung des Nutzers voraus und soll die allgemeine Kontensicherheit langfristig erhöhen.

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