Chronisch, Kinder

Chronisch kranke Kinder: 15-20% in Deutschland brauchen Schulgesundheit

14.06.2026 - 14:02:27 | boerse-global.de

Immer mehr europäische Bildungseinrichtungen setzen auf zertifizierte Bio-Kost, regionale Lieferketten und Schulgärten, um die Gesundheit der Schüler zu fördern.

Europas Schulen setzen auf Bio-Verpflegung und Schulgärten
Chronisch - Ein Tisch in einer Schulkantine oder einem Klassenzimmer, gefĂĽllt mit frischem Bio-Obst und -GemĂĽse in Holzkisten. 14.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Der Trend geht zu zertifizierten Bio-Produkten, kurzen Lieferketten und praktischer Gesundheitsförderung im Schulalltag.

Frankreich: Das Bio-Vorbild aus der Dordogne

Das französische Collège Suzanne-Lacore in Thenon hat die Nase vorn. Seit Schuljahresbeginn 2024/25 gibt es dort nur noch biologische und lokale Lebensmittel – im Juni 2026 erhielt die Schule dafür die Ecocert-Zertifizierung. Zwölf lokale Erzeuger beliefern die Einrichtung, die Mahlzeiten werden vor Ort frisch zubereitet. Der Preis pro Essen: 2,19 Euro.

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Das Projekt ist Teil einer größeren Strategie. Das Département Dordogne unter Präsident Germinal Peiro will bis 2028 insgesamt 35 Collèges zertifizieren lassen. 27 Schulen haben den Standard bereits erreicht.

Österreich: Obstkisterln und Schulgärten

In Österreich setzen Schulen auf direkte Verfügbarkeit von frischem Obst. Die Initiative „Gesunde Jause“ versorgt die Sportmittelschule Gars am Kamp und die Landesberufsschule Geras über mehrere Wochen mit Bio-Obstkisterln aus der Region. Finanziert wird das Ganze von der Volksbank Wien AG und der WV Beteiligung eG, die Dividenden gezielt in regionale Projekte investieren.

Parallel dazu wächst die Bedeutung naturnaher Außenanlagen. Die Volksschule Schottwien erhielt im Juni 2026 die „Natur im Garten“-Plakette. Im Schulgarten können die Kinder Obst direkt von eigenen Sträuchern pflücken. Beteiligt waren unter anderem Schulleiterin Barbara Koller-Steinacher, Gemeinderätin Andrea Frass und Stefanie Weber vom Verein „Natur im Garten“.

Der Hintergrund: Chronisch kranke Kinder

Warum der ganze Aufwand? Die gesundheitliche Lage vieler Schüler ist alarmierend. Laut Andreas Kocks von der Universität Witten/Herdecke sind in Deutschland 15 bis 20 Prozent der Kinder chronisch krank. Gefordert werden daher Schulschwestern nach internationalem Vorbild – als zentrale Ansprechpartner für Gesundheitsförderung und Prävention. Unterstützung kommt von den Privatschulverbänden, wie Petra Witt betonte.

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Aktionswochen und Gesundheitstage

Neben der täglichen Verpflegung setzen zeitlich begrenzte Programme Akzente. Die Naturschutzjugend (NAJU) und Arla Foods planen für den 24. bis 30. September die bundesweite Aktionswoche „Wunderwelt Wiese“. Teilnehmende Kitas und Schulen erhalten Bildungsmaterialien zu ökologischen Zusammenhängen und der Herkunft von Lebensmitteln.

Auch Kommunen werden aktiv. In Neustadtl an der Donau organisieren Irene Bemmer und Alexander Krenn für den 20. Juni den zweiten regionalen Gesundheitstag unter dem Motto „Natur · bewusst · erLEBEN“. Nach einer Vorgängerveranstaltung mit über 600 Besuchern soll die Verbindung von Naturerfahrung und bewusster Lebensführung im Mittelpunkt stehen.

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