Circle Foundation: Neue Stablecoin-Partnerschaften mit UNDP und WFP
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Circle Foundation hat am 25. September 2026 zwei neue Förderinitiativen angekündigt, die in Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und dem Welternährungsprogramm (WFP) realisiert werden. Ziel dieser Partnerschaften ist der Einsatz regulierter Stablecoins in humanitären Programmen sowie in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, um die Effizienz von Hilfszahlungen zu steigern.
UNDP und WFP setzen auf regulierte digitale Vermögenswerte
Im Rahmen der Kooperation unterstützt die Circle Foundation das UNDP beim Aufbau eines sogenannten Digital Asset Innovation Pool. Dieses Instrument soll Länderbüros dabei helfen, erfolgreiche Testphasen in reguläre Programme zu überführen.
Das UNDP beabsichtigt, dabei auf Erfahrungen aus früheren Pilotprojekten aufzubauen, die unter anderem in Aleppo (Syrien), Haiti, Guatemala und Gambia durchgeführt wurden. Der Fokus liegt auf der Messung von Kosten, Lieferzeiten und der tatsächlichen Reichweite der Hilfsmaßnahmen.
Parallel dazu plant das WFP, innerhalb der nächsten drei Jahre Stablecoin-Zahlungskorridore in zwei bis drei ausgewählten Ländern zu testen. Dabei sollen unabhängige Benchmarks zu Geschwindigkeit und Effizienz erstellt werden. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Vorhabens ist der Aufbau robuster Systeme für Governance, Risiko-Management und Compliance.
Vorgesehen ist zudem, den regulierten Stablecoin USDC in den Digital Hub of Treasury Solutions (DHoTS) zu integrieren. Diese Plattform unterstützt bereits 15 UN-Agenturen bei grenzüberschreitenden Transfers und soll künftig dazu beitragen, Verzögerungen bei Hilfszahlungen zu minimieren.
Technologische Integration und Effizienzsteigerung im Finanzsektor
Begleitend zu den humanitären Initiativen treiben auch Akteure aus der Finanztechnologie die Integration digitaler Dollar-Gegenwerte voran. Volante Technologies und Circle gaben eine Zusammenarbeit bekannt, bei der USDC-Abläufe direkt in die Zahlungsplattform von Volante integriert werden. Dies ermögliche es Finanzinstituten, Stablecoin-Zahlungen parallel zu bestehenden Systemen zu testen. Zu den Kunden von Volante gehören laut Unternehmensangaben vier der fünf größten globalen Firmenbanken.
Die Circle Foundation fördert Stablecoin-Initiativen von UNDP und WFP — ein Signal, dass regulierte digitale Vermögenswerte den Sprung von der Pilotphase in reguläre humanitäre Programme schaffen sollen. Wer als Fintech oder NGO grenzüberschreitende Hilfszahlungen effizienter aufstellen will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die entscheidenden Integrations- und Governance-Hebel. Kostenlosen Stablecoin-Leitfaden für NGOs anfordern
Ein praktisches Beispiel für den großflächigen Einsatz findet sich in Afghanistan. Über die Plattform HesabPay wurden dort bereits Stablecoins im Wert von mehr als 35 Mio. US-Dollar an Haushalte verteilt, wobei über 625.000 Menschen erreicht wurden.
Mehr als 150.000 Haushalte profitierten von diesem System, das auch vom UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) genutzt wird. HesabPay verzeichnet nach eigenen Angaben ein monatliches Transaktionsvolumen von rund 183 Mio. US-Dollar.
Institutionelle Adaption und regionale Marktentwicklungen
Auch im klassischen Bankensektor zeichnen sich verstärkte Aktivitäten ab. Citi und Coinbase erweitern ihre Kooperation, wobei die „Citi Virtual Account Wallet“ es Kunden ermöglicht, Fiat-Zahlungen automatisch in Stablecoins umzuwandeln.
Citi, ein Institut, das täglich rund 6 Billionen US-Dollar bewegt, adressiert damit insbesondere den E-Commerce-Sektor. Analysten von Citi Research prognostizieren für den Stablecoin-Markt bis zum Jahr 2030 ein Volumen zwischen 1,9 Billionen US-Dollar im Basisszenario und bis zu 4 Billionen US-Dollar in einem optimistischen Szenario.
In Regionen mit traditionell hohen Überweisungsgebühren, wie etwa Subsahara-Afrika, gewinnen Stablecoins ebenfalls an Bedeutung. Laut Daten der Weltbank lagen die Kosten für Überweisungen dorthin im Jahr 2025 durchschnittlich bei 8,46 %.
Überweisungsgebühren von durchschnittlich 8,46 % nach Subsahara-Afrika und tagelange Verzögerungen bei Hilfszahlungen sind für viele Organisationen ein strukturelles Problem. Regulierte Stablecoins sollen genau hier ansetzen — doch ohne belastbares Risiko- und Compliance-Framework bleibt der Effizienzgewinn auf dem Papier. Unsere Checkliste zeigt, welche Governance-Schritte vor dem ersten Zahlungskorridor stehen müssen. Governance-Checkliste jetzt sichern
Tether und das Unternehmen Shiga planen hierfür selbstverwahrte Finanzprodukte, während HashKey MENA gemeinsam mit der Aptos Foundation und Daya einen B2B-Piloten für die Stablecoin-Abwicklung zwischen dem Nahen Osten und Nigeria initiiert hat.
In führenden afrikanischen Märkten halten laut den vorliegenden Daten bereits 79 % der Nutzer Stablecoins, wobei zwischen Juli 2024 und Juni 2025 Werte von über 205 Mrd. US-Dollar on-chain auf den Kontinent flossen.
