Cisco Firewall: Zwei kritische Lücken von drei Hacker-Gruppen aktiv ausgenutzt
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 17:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cisco Talos hat in einem Bericht vom 09.09.2026 die aktive Ausnutzung von zwei Sicherheitslücken im Secure Firewall Management Center (FMC) bestätigt.
Betroffen sind CVE-2026-20079, eine Auth-Bypass-Schwachstelle mit dem Höchstwert 10.0 auf der CVSS-Skala, die Root-Zugriff ermöglicht, sowie CVE-2026-20316 mit einem CVSS-Wert von 5.3, über die sich Angreifer mit einem Low-Privilege-Account einloggen können.
Drei Bedrohungscluster im Visier
Laut Talos nutzen mindestens drei unterschiedliche Bedrohungscluster die Lücken bereits aktiv aus. Die Gruppe UAT-12197 setzt Web-Shells und JAR-Dateien ein, um Zugangsdaten zu exfiltrieren. UAT-11823, dem Angriffsmuster nach Sandworm-nah, verwendet Netcat-Reverse-Shells und wird mit Cyclops Blink in Verbindung gebracht.
Die dritte Gruppe, UAT-11988, setzt über statische Credentials Ransomware der Qilin-Familie ein. Die Bandbreite der Angriffsziele reicht damit von Spionage über staatsnahe Aktivitäten bis hin zu finanziell motivierter Erpressung.
Hotfixes verfügbar, Hardening-Release angekündigt
Cisco stellt bereits Hotfixes zur Verfügung. Ein umfassenderes Hardening-Release ist laut Talos für die Woche ab dem 14.09.2026 angekündigt. Bis dahin empfiehlt der Hersteller als Übergangslösung, das Management-Interface des FMC vollständig vom Internet zu trennen, um die Angriffsfläche zu minimieren.
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US-Behörde ordnet dringende Patches an
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat CVE-2026-20079 nach einem Bericht von securityaffairs.com vom 10.09.2026 in ihren Known Exploited Vulnerabilities (KEV)-Katalog aufgenommen. Für US-Bundesbehörden (FCEB) gilt eine Frist bis zum 12.09.2026, um die Lücke zu schließen.
Die zweite Schwachstelle, CVE-2026-20316, steht demnach bereits seit Ende Juli 2026 im KEV-Katalog – ein Hinweis darauf, dass diese Sicherheitslücke schon länger als kritisch eingestuft wird, auch wenn die aktuelle Ausnutzungswelle erst jetzt in vollem Umfang dokumentiert wurde.
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Bedeutung für Betreiber von Cisco-Firewalls
Die Kombination aus einer Schwachstelle mit dem Maximalwert 10.0 und einer bereits mehrfach in freier Wildbahn beobachteten Ausnutzung durch verschiedene Akteure macht den Fall besonders brisant.
Da das Secure Firewall Management Center zentrale Steuerungsfunktion für Netzwerksicherheit in Unternehmen übernimmt, kann ein erfolgreicher Root-Zugriff weitreichende Folgen haben – von der Kompromittierung nachgelagerter Systeme bis zur vollständigen Übernahme der Sicherheitsinfrastruktur.
Administratoren wird empfohlen, die verfügbaren Hotfixes zeitnah einzuspielen und bis zur Veröffentlichung des angekündigten Hardening-Release auf die von Cisco vorgeschlagene Netzwerktrennung zurückzugreifen.
