Claude Code: Sicherheitslücke ermöglicht Token-Diebstahl unter macOS
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 05:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Befehlszeilen-Schnittstelle Claude Code des KI-Unternehmens Anthropic wurde eine Sicherheitslücke entdeckt, die den Diebstahl sensibler Authentifizierungsdaten unter macOS ermöglicht. Die Schwachstelle erlaubt es lokalen Prozessen, OAuth-Tokens direkt aus dem macOS-Schlüsselbund (Keychain) zu extrahieren.
Schwachstelle im Umgang mit dem macOS-Schlüsselbund
Sicherheitsforscher von Silverfort identifizierten die Problematik in der Art und Weise, wie die Anwendung Anmeldedaten speichert. Demnach nutzt Claude Code das Apple-eigene Werkzeug /usr/bin/security, um das OAuth-Token-Bundle in der Keychain zu hinterlegen. Der entscheidende Schwachpunkt liegt darin, dass jeder Prozess, der innerhalb desselben Benutzerkontexts ausgeführt wird, diese Tokens ohne weitere Authentifizierung auslesen kann.
Von dieser Sicherheitslücke sind laut den Untersuchungen sowohl langlebige OAuth-Refresh-Tokens als auch Anmeldedaten für das Model Context Protocol (MCP) betroffen. Da die Tokens im Klartext extrahiert werden können, könnten Angreifer, die bereits Zugriff auf das System haben, weitreichende Berechtigungen für die verknüpften Konten erlangen.
Voraussetzungen für eine Ausnutzung
Berichten von Sicherheitsexperten zufolge ermöglicht die Schwachstelle jedem Prozess, der als angemeldeter Benutzer läuft – inklusive sämtlicher Kindprozesse –, das Credential-Bundle unbemerkt auszulesen. Für eine erfolgreiche Ausnutzung ist jedoch eine bereits bestehende Code-Ausführung auf dem Rechner des Entwicklers erforderlich. Die Schwachstelle dient somit primär der Ausweitung von Zugriffsrechten innerhalb eines bereits kompromittierten Systems.
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Zusätzliche Analysen der Elastic Security Labs zeigen zudem, dass das reguläre Verhalten von Claude Code Mustern folgen kann, die üblicherweise mit Cyberangriffen assoziiert werden. Dazu zählen die Verwendung von Reverse-Tunneln über Dienste wie Cloudflare oder lhr[.]life sowie die Einrichtung einer Persistenz mittels LaunchAgents. Im Juli wurde eine Sitzung dokumentiert, die einen solchen Tunnel sowie eine LaunchAgent-Persistenz mit einem 60-Sekunden-Intervall nutzte. Die Experten betonten in diesem Kontext, dass die Signierung von Elternprozessen kein verlässliches Sicherheitsmerkmal darstelle, um solche Zugriffe zu verhindern.
Einordnung durch Anthropic
Anthropic stuft die entdeckte Schwachstelle als ein Problem im Rahmen der "Defense-in-Depth"-Strategie ein. Das Unternehmen betrachtet die Implementierung strengerer Kontrollen für den Zugriff auf den Schlüsselbund als eine zusätzliche Sicherheitsebene, um die Integrität der Nutzerdaten zu stärken.
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Die Entdeckung verdeutlicht die Herausforderungen bei der Absicherung von KI-Entwicklungswerkzeugen, die tief in lokale Betriebssystem-Strukturen integriert sind. Entwickler, die Claude Code auf macOS-Systemen einsetzen, sollten sicherstellen, dass ihre lokale Umgebung vor unbefugter Code-Ausführung geschützt ist, um das Risiko eines Token-Diebstahls zu minimieren.
