Claude Duet: Anthropic startet KI-Agenten mit mehr als 6.000 Konnektoren
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 01:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas KI-Unternehmen Anthropic hat am 21. Oktober 2026 Claude Duet vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen proaktiv agierenden Software-Agenten, der sich an Berufstätige und Kleinunternehmer richtet. Die Anwendung erscheint zunächst als Research Preview und steht als eigenständige App für das Web sowie für mobile Endgeräte mit iOS und Android zur Verfügung. Der Zugang ist vorerst auf zahlende Abonnenten der Pläne Pro und Max beschränkt.
Autonome Arbeitsweise über virtuelle Maschinen
Technisch basiert Claude Duet auf dem Modell Claude Opus 5.5. Der Agent operiert innerhalb einer virtuellen Maschine in der Cloud und verfügt über einen eigenen Browser. Dadurch kann das System Aufgaben auch dann kontinuierlich weiterbearbeiten, wenn das Endgerät des Nutzers ausgeschaltet ist. Die Hintergrundprüfungen erfolgen dabei in Intervallen von wenigen Stunden.
Im Arbeitsalltag soll die Software Routineaufgaben übernehmen. Dazu gehören die Zusammenstellung eines morgendlichen Kurzbriefings, das Überwachen verbundener Anwendungen sowie die Terminplanung.
Darüber hinaus erstellt der Agent Übersichten, Finanz- und Vertriebsprognosen und Prototypen für Web-Apps. Die Nutzung wird während der aktuellen Preview-Phase ohne zusätzliche Gebühren über das bestehende Kontingent für reguläre Claude-Konversationen abgerechnet.
Tausende Schnittstellen und strikte Sicherheitsregeln
Für die Integration in bestehende Arbeitsabläufe bietet Duet über 6.000 Konnektoren über den hauseigenen Marketplace. Unterstützt werden unter anderem Dienste wie Gmail, Slack, QuickBooks, Stripe, Gusto, LinkedIn, DocuSign, HubSpot, Canva und Shopify. Einkäufe wickelt der Agent über Stripe Link und Shopify Shop Pay ab.
Um Fehlentscheidungen vorzubeugen, sind Sicherheitsbarrieren integriert. Vor dem Auslösen von Zahlungen, dem Unterzeichnen von Verträgen, dem Absenden von E-Mails oder dem Löschen von Daten verlangt das System stets eine explizite Freigabe durch den Nutzer. Kontotransfers sowie der Handel mit Aktien sind prinzipiell gesperrt.
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Anthropic räumt zudem bestehende Einschränkungen ein: So könne der Agent Unterhaltungen missverstehen oder Dringlichkeiten unzutreffend gewichten. Zudem sei die Buchung von Tickets keine Stärke des Programms, und der integrierte Browser ist für Anwender nicht direkt einsehbar.
Marktumfeld und Verfügbarkeit
Der Testzugang wird zunächst über eine Warteliste für Abonnenten in den USA freigeschaltet. Für Unternehmenskunden mit Team- und Enterprise-Tarifen sowie für Nutzer außerhalb der USA und der Europäischen Union nannte Anthropic bislang keinen Einführungstermin. Auch das Preismodell nach Abschluss der Preview-Phase ist noch nicht festgelegt.
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Mit der Veröffentlichung reagiert Anthropic auf eine Reihe konkurrierender Produkte im Bereich persönlicher Arbeitsplatzassistenten. Google hatte bereits im Mai Google Spark eingeführt, während Meta am 8. September mit Meta Muse an den Start ging.
Laut Angaben von Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz zum dritten Quartal am 21. Oktober erreichte Meta Muse in den USA und Kanada binnen rund sechs Wochen mehr als 10 Millionen Nutzer, von denen etwa ein Viertel täglich aktiv sei. Ende September, am 29. September, stieß zudem OpenAI mit Dots in das Segment der autonomen Assistenten vor.
