Claude Projects: Anthropic baut KI-Teamwork in Slack und Teams ein
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 19:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Entwickler Anthropic hat eine Reihe neuer Funktionen für seinen Sprachassistenten Claude vorgestellt, die den Schwerpunkt deutlich auf die Zusammenarbeit in Teams und die Integration in bestehende Arbeitsumgebungen legen. Mit der Einführung von Claude Projects sowie einer tieferen Anbindung an Plattformen wie Slack und Microsoft Teams reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Bedarf an vernetzten KI-Lösungen im Unternehmensumfeld.
Kollaborative Funktionen und Claude Cowork
Kern der aktuellen Neuerungen ist die Entwicklung von Claude Projects. Dieser neue Arbeitsbereich ermöglicht es Teams, innerhalb eines geteilten Kontexts mit der KI zu interagieren.
Durch einen gemeinsamen Speicher können Informationen projektbezogen abgelegt und abgerufen werden, was die Kontinuität in der Zusammenarbeit verbessern soll. In diesem Zusammenhang ist die Anwendung Claude Cowork nun sowohl für das Web als auch für Mobilgeräte verfügbar, sofern Nutzer über einen der kostenpflichtigen Tarife verfügen.
Zusätzlich zur internen Strukturierung hat Anthropic die Konnektivität zu externen Kommunikationstools ausgebaut. Claude lässt sich nun direkt in Slack und Microsoft Teams integrieren.
Eine weitere funktionale Erweiterung betrifft die Interaktion mit Google-Diensten: Die KI ist ab sofort in der Lage, E-Mails über Gmail zu versenden und Dateien innerhalb von Google Drive zu verwalten. In der Standardkonfiguration fragt das System vor jeder Aktion um Erlaubnis, während Team- und Enterprise-Kunden die Möglichkeit haben, eine automatische Ausführung zu autorisieren.
Technische Erweiterungen und industrielle Skalierung
Parallel zu den Nutzeroberflächen hat Anthropic auch die technische Basis für Entwickler gestärkt. Über ein GitHub-Repository namens „skills“ wurden 18 spezifische Fähigkeiten veröffentlicht, die unter anderem die Bearbeitung von Dateiformaten wie docx, pdf, pptx und xlsx sowie Aufgaben im Frontend-Design und beim Testen von Webanwendungen abdecken.
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Die Funktionen „Computer Use“, die „Skills API“ und die „File API“ wurden für die öffentliche Nutzung freigegeben. Die File API bietet dabei eine Speicherkapazität von 1 TB, verfügt über ein fünffach höheres Ratenlimit und erfüllt die HIPAA-Konformitätsstandards für den Datenschutz im Gesundheitswesen.
Um die notwendigen Rechenkapizitäten für die kommenden Jahrzehnte zu sichern, schloss Anthropic zudem ein umfangreiches Abkommen ab. Ein Compute-Deal mit Riot Platforms umfasst ein Volumen von 9,1 Milliarden US-dollar und ist auf eine Laufzeit von 20 Jahren ausgelegt. Branchenanalysten sehen zudem eine hohe Wahrscheinlichkeit von 89,5 Prozent, dass Anthropic bis Ende September 2026 ein neues Top-Modell präsentieren wird.
Sicherheit und Integration in Entwicklungsumgebungen
Im Bereich der Cybersicherheit setzt das Unternehmen verstärkt auf spezialisierte Modelle. Der Claude Security Scanner nutzt nun das Modell Claude Mythos 5, um Codebasen nach Schwachstellen zu durchsuchen und automatisierte Korrekturvorschläge zu unterbreiten.
Diese Funktion steht Enterprise-Kunden im Rahmen einer Public Beta zur Verfügung und erlaubt eine Echtzeit-Bedrohungsanalyse. Zur Unterstützung der Open-Source-Sicherheit hat Anthropic zudem den Defender Advantage Fund aufgelegt, der Claude-Credits im Wert von 35 Millionen US-Dollar bereitstellt.
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Auch in der Softwareentwicklung gewinnt Claude an Bedeutung. Salesforce integriert den Assistenten als Teil von Slack Code, wo er neben anderen Agenten in speziellen Code-Kanälen zur Team-Kollaboration beiträgt.
Im Bereich der Spieleentwicklung hat Epic Games das sogenannte Unreal MCP in der Unreal Editor for Fortnite (UEFN) Umgebung zugänglich gemacht. Damit können KI-Tools wie Claude Code unter anderem Verse-Code schreiben oder Spielsitzungen testen.
Wettbewerb im Bereich der Workspace-Agenten
Die Vorstöße von Anthropic fallen in eine Zeit intensiven Wettbewerbs. OpenAI hat kürzlich die sogenannten Workspace Agents für die Team-Kollaboration angekündigt. Diese Agenten agieren dauerhaft in der Cloud, verarbeiten Dateien und führen Code aus.
Während OpenAI eine kostenlose Research Preview für Geschäftskunden bis Anfang Mai 2026 anbietet, konzentriert sich Anthropic mit seinen jüngsten Veröffentlichungen auf die sofortige produktive Einbindung in bestehende Ökosysteme und die Bereitstellung umfangreicher Schnittstellen für professionelle Anwender.
