ClickFix-Angriffe: Aktivität versechsfacht sich, 25.000 Seiten entdeckt
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 14:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cyberkriminelle verlagern ihre Angriffsmethoden zunehmend auf neuartige Techniken, um traditionelle Schutzfilter zu umgehen und Nutzer gezielt auf manipulierte Webseiten zu locken.
Wie aus aktuellen Branchenberichten hervorgeht, gewinnen dabei vor allem sogenannte ClickFix-Verfahren, QR-Codes sowie der Einsatz künstlicher Stimmen an Bedeutung. Ziel der Angreifer ist es, über gefälschte Prüfungen oder vertrauenswürdig wirkende Kanäle Zugangsdaten abzugreifen oder Schadsoftware auf Endgeräte einzuschleusen.
ClickFix manipuliert Eingaben am Betriebssystem
Besondere Aufmerksamkeit erfordert die ClickFix-Technik: Hierbei fordert eine präparierte Internetseite die Anwender auf, eine Tastenkombination zu drücken oder vorgegebene Befehle aus der Zwischenablage in das System einzufügen.
Laut Microsoft zielen die Kriminellen darauf ab, dass Nutzer diese Kommandos in die Eingabeaufforderung, in Windows Terminal oder die PowerShell übertragen, um Daten zu stehlen oder einen Fernzugriff einzurichten. Eine darauf aufbauende Variante namens TerminalFix richtet sich gezielt über das Windows Terminal und die PowerShell gegen Unternehmensnetzwerke.
Das Phänomen breitet sich rasch aus. Laut dem Cyber Security Report 2026 von Check Point hat sich die ClickFix-Aktivität etwa versechsfacht. Da inzwischen vorgefertigte Baukästen im Umlauf sind, richten sich entsprechende Angriffe auf Windows, macOS und Linux gleichermaßen. Das Sicherheitsunternehmen ADAMnetworks registrierte für September 2026 über 25.000 einzigartige Domänen infizierter Seiten.
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Erweiterte Angriffswege über QR-Codes und Sprache
Parallel zu den manipulierten Webseiten diversifizieren Täter ihre Zustellwege. Neben Smishing über Messenger und SMS sowie Vishing mit KI-generierten Stimmen am Telefon setzen Cyberkriminelle vermehrt auf QR-Codes (Quishing).
Diese Methode überwindet digitale Filter und greift teils sogar auf die analoge Welt über: So warnte die IHK Mittleres Ruhrgebiet vor gefälschten postalischen Briefen mit QR-Codes, die Mitgliedsunternehmen unter Androhung hoher Strafen zur Preisgabe interner Daten auf externen Webseiten drängen.
Das Grundrauschen digitaler Angriffe bleibt unterdessen auf einem Rekordniveau. Weltweit werden täglich rund 390 Milliarden E-Mails versendet, von denen knapp die Hälfte als Spam gilt und geschätzt 3 bis 5 Prozent Phishing-Versuche darstellen.
Microsoft verzeichnete allein im ersten Quartal 2026 rund 8,3 Milliarden E-Mail-basierte Phishing-Bedrohungen. Nach Erhebungen von AV-Test und AV-Atlas enthalten von 10.000 wöchentlich erfassten Spam-Mails mehr als 60 Prozent einen gefährlichen Link und 30 Prozent einen schädlichen Anhang.
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Verhaltensempfehlungen für Anwender
Sicherheitsexperten raten dringend dazu, bei Aufforderungen zur Eingabe von Tastaturbefehlen für angebliche Sicherheitsprüfungen oder Captchas skeptisch zu bleiben.
Werde verlangt, Website-Texte in Systemwerkzeuge einzufügen oder Sicherheitsmechanismen abzuschalten, solle die entsprechende Seite unverzüglich geschlossen und die interne IT-Abteilung kontaktiert werden. Zur dauerhaften Absicherung empfehlen Fachleute den Einsatz phishing-resistenter Multi-Faktor-Authentifizierung, beispielsweise über Hardware-Sicherheitsschlüssel.
