ClickFix-Malware, Microsoft

ClickFix-Malware: Microsoft warnt vor Blockchain-gestütztem Angriff

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 15:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft warnt vor massiver Malware-Kampagne über manipulierte Websites. Die BNB Smart Chain dient als Steuerungsinfrastruktur, um Windows- und macOS-Systeme weltweit zu kompromittieren.

ClickFix-Angriffswelle: BNB Chain als Malware-Befehlszentrale enttarnt
Digitale Kette aus leuchtenden Blöcken über einem gläsernen Tisch, die eine Cyber-Bedrohung durch Blockchain-Infrastruktur symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft Threat Intelligence hat eine weitreichende Cyber-Angriffswelle unter dem Namen ClickFix identifiziert. Dabei nutzen die Akteure die Infrastruktur der BNB Smart Chain (BNB Chain), um Befehle für Schadsoftware zu hosten und herkömmliche Sicherheitskontrollen zu umgehen. Laut den Sicherheitsforschern sind weltweit täglich tausende Geräte von dieser Kampagne betroffen, die gezielt Nutzer von Windows- und macOS-Betriebssystemen ins Visier nimmt.

Blockchain-Infrastruktur als resilienter Befehlshaber

Die Angreifer setzen bei ihrer Strategie auf eine Kombination aus Web-Kompromittierung und Blockchain-Technologie. Zunächst werden legitime Websites infiltriert, um dort manipulierten Programmcode in Form von Base64-JavaScript zu injizieren. Dieser Code kommuniziert über ein RPC-Gateway mit einem Smart Contract auf der BNB Smart Chain, um die nächsten Schritte des Angriffs abzurufen.

Durch den Einsatz der Blockchain-Infrastruktur wird die Architektur der Malware deutlich widerstandsfähiger gegen Versuche von Sicherheitsbehörden oder Providern, die Steuerungs-Server (Command-and-Control) abzuschalten. Die Opfer werden auf den manipulierten Seiten durch gefälschte CAPTCHA-Abfragen dazu verleitet, manuell Befehle auszuführen, was den Infektionsprozess auf den Endgeräten einleitet.

Spezifische Bedrohungen für Windows und macOS

Auf Windows-Systemen dient die ClickFix-Kampagne zur Verbreitung einer Vielzahl von Schadprogrammen. Dazu gehören nach Angaben von Microsoft Threat Intelligence unter anderem der Lumma Stealer, XWorm, AsyncRAT und der MintsLoader. Diese Programme sind darauf ausgelegt, sensible Daten zu extrahieren oder Fernzugriff auf die infizierten Systeme zu ermöglichen.

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Parallel dazu wurde eine spezielle Variante für macOS-Nutzer beobachtet. Diese nutzt mehr als 250 algorithmisch generierte Domains und setzt ein serverseitiges Auswahlverfahren ein, um die Schadsoftware gezielt nur echten macOS-Anwendern anzuzeigen. In diesem Zweig der Kampagne kommen Programme wie MacSync und der Atomic Stealer (AMOS) zum Einsatz.

Analysen des IT-Sicherheitsunternehmens Huntress ergaben, dass es sich bei der macOS-Schadsoftware um einen in der Programmiersprache Go geschriebenen Stealer handelt. Dieser ist in der Lage, Passwörter aus Browsern und Daten aus dem Apple-Schlüsselbund zu entwenden. Zudem kann die Software Kryptowährungs-Transaktionen umleiten oder Wallets vollständig leeren. Betroffen sind digitale Vermögenswerte wie Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Dogecoin, Monero und XRP. Die Infrastruktur für diese macOS-Angriffe wird laut Huntress über die Aeza Group abgewickelt, einen sanktionierten russischen Hosting-Anbieter.

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Umgehung von Sicherheitsmechanismen

Zusätzlich zu den Blockchain-basierten Methoden nutzen die Angreifer raffinierte Techniken, um Entdeckungssysteme zu täuschen. Experten von Unit 42 entdeckten eine ClickFix-Variante, die legitime Systemdateien wie pcalua.exe sowie den WebDAV-Standard missbraucht.

In dieser Angriffskette startet das System zunächst pcalua.exe, gefolgt von PowerShell-Befehlen. Über die Windows-Verwaltungsinstrumentierung (WMI) wird cmd.exe aufgerufen, um ein WebDAV-Verzeichnis über eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung einzubinden. Schließlich wird eine bösartige DLL-Datei mittels rundll32 geladen. Dieser mehrstufige Prozess zielt darauf ab, verhaltensbasierte Sicherheitsanalysen zu umgehen und die Installation der Infostealer-Software unbemerkt abzuschließen.

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