Cloud-Angriff: 165 Organisationen gehackt, Millionen Kunden betroffen
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein 26-jähriger Kanadier hat sich schuldig bekannt, massenhafte Daten von über 165 Organisationen gestohlen und Lösegeld erpresst zu haben. Die Angriffe über die Cloud-Plattform Snowflake trafen auch Millionen Telekom-Kunden – ein Warnsignal für deutsche Unternehmen.
Milliarden Datensätze erbeutet
Connor Riley Moucka aus Kitchener, Ontario, räumte vor einem US-Gericht Anklagepunkte wie Computerbetrug, Überweisungsbetrug, schweren Identitätsdiebstahl und Verschwörung ein. Zwischen Februar und Oktober 2024 verschafften sich Moucka und seine Komplizen Zugang zu Cloud-Umgebungen – mit gestohlenen Zugangsdaten. Die Beute: Milliarden von Verbraucherdatensätzen.
Besonders brisant: Die Bande kompromittierte Anruf- und Textnachrichtenaufzeichnungen von mehr als 100 Millionen AT&T-Kunden. Anschließend forderten die Täter Lösegeld, um die Veröffentlichung der sensiblen Daten zu verhindern.
Millionenbeute und hohe Schäden
Die Erpressungskampagne spülte mehr als 2,5 Millionen US-Dollar in die Kassen der Täter. Moucka persönlich strich mindestens 495.000 US-Dollar durch den Verkauf gestohlener Daten und Erpressung ein. Die betroffenen Unternehmen erlitten kumulierte Verluste von über 9,5 Millionen US-Dollar – ein Betrag, der die wirtschaftliche Dimension solcher Angriffe verdeutlicht.
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Haftstrafe droht
Moucka folgt damit seinem Komplizen Cameron Wagenius, der sich bereits im Juli 2025 schuldig bekannt hatte. Für Moucka gilt nun eine Mindeststrafe von zwei Jahren Haft wegen Identitätsdiebstahls. Je nach Berechnung der einzelnen Anklagepunkte drohen ihm jedoch bis zu 30 oder 32 Jahre Gefängnis. Das Urteil soll am 27. Oktober fallen.
Weitere Bedrohungen im Blick
Während der Snowflake-Fall einen wichtigen Ermittlungserfolg darstellt, bleibt die Bedrohungslage angespannt. So nutzen Erpresserbanden seit Anfang Juni 2026 eine Schwachstelle in der Software PTC Windchill und FlexPLM aus. Der Fehler mit der Kennung CVE-2026-12569 wurde zwar am 17. Juni behoben, doch Angreifer nutzen ihn weiterhin, um Konstruktionsdaten zu stehlen und Lösegeldforderungen zu verschicken.
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Auch die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat kürzlich eine kritische Schwachstelle im Arista VeloCloud Orchestrator in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken aufgenommen. Die Vorfälle zeigen: Cloud-Infrastrukturen bleiben ein bevorzugtes Ziel für Cyberkriminelle – und die Strafverfolgungsbehörden intensivieren ihre Jagd auf die Drahtzieher hinter den massiven Datendiebstählen.
