CMA-Konsultation, PayPal

CMA-Konsultation: PayPal und Revolut wollen Zugang zu iPhone-NFC

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die britische Aufsicht konsultiert zu Apples NFC-Zugang; Gebühren und Sicherheitsbedenken prägen die Debatte.
Moderne Bürogebäude in einem Londoner Finanzviertel, reflektiert in nassem Kopfsteinpflaster an einem bewölkten Tag. Illustration mit AI erstellt.

Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hat am 20. Oktober 2026 eine öffentliche Konsultation eingeleitet. Die Initiative zielt darauf ab, Apple dazu zu verpflichten, konkurrierenden Anbietern digitaler Geldbörsen Zugang zur NFC-Technologie des iPhones zu gewähren.

Die Bereitstellung soll unter fairen, vernünftigen, transparenten und diskriminierungsfreien Bedingungen erfolgen und sowohl das Secure Element (SE) als auch die Host Card Emulation (HCE) umfassen.

Hohe Marktkonzentration im britischen Zahlungsverkehr

Die Behörde begründet ihr Vorgehen mit der wachsenden Bedeutung kontaktloser Bezahlverfahren. Laut Angaben der CMA machten kontaktlose Zahlungen im Jahr 2025 rund 39% aller Transaktionen im Vereinigten Königreich aus, verglichen mit etwa 3% ein Jahrzehnt zuvor.

Mehr als 60% der Erwachsenen nutzten eine digitale Geldbörse, wobei Apple Wallet die führende Rolle einnehme. Konkret greifen 62% der Erwachsenen auf digitale Wallets zurück; die Hälfte davon nutzt Apple Wallet, womit rund 30% der erwachsenen Bevölkerung auf Apple Pay setzen.

Gleichzeitig verweist die Wettbewerbsbehörde auf das erhebliche Gewicht des heimischen Finanztechnologiesektors. Nach Schätzungen der CMA steuerte die Fintech-Branche ein jährliches Umsatzvolumen von rund 214 Milliarden Pfund (285 Milliarden US-Dollar) bei und sicherte mehr als 360.000 Arbeitsplätze.

CMA-Chefin Sarah Cardell erklärte, das Vorhaben solle Innovation, Auswahl und wirtschaftliches Wachstum fördern. David Gill, Direktor bei der Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA), unterstützt den Vorstoß im Sinne des Open Banking.

Kritik an aktuellen Zugangsbedingungen und Gebühren

In dem 147-seitigen Konsultationsdokument legt die Aufsicht dar, dass Apple seine NFC- und Secure-Element-Plattform im Vereinigten Königreich bereits im Oktober 2024 bereitgestellt habe und einige britische Unternehmen autorisiert worden seien.

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Allerdings beschränke sich dieser Zugang bislang auf das Secure Element und sei mit Kosten verbunden. Die CMA stuft diese Gebühren als zu hoch ein, als dass kleinere Firmen kommerziell tragfähig in den Markt eintreten könnten.

Ziel der Vorschläge sei es nicht, staatliche Festpreise zu diktieren, sondern über regulatorische Prinzipien sicherzustellen, dass die Zugangsgebühren deutlich sinken. Dies solle tragfähige Rahmenbedingungen für kleinere Akteure schaffen.

Die geplanten Schnittstellen sollen dabei nicht nur Zahlungen abdecken, sondern auch digitale Identifikationsdokumente, Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr sowie digitale Schlüssel. Banken wiederum bemängeln seit Längerem eine von Apple erhobene Transaktionsgebühr von 0,15% auf Kartenzahlungen über Apple Pay.

Als Vorbild dient die Europäische Union: Dort hatte Apple Drittanbietern nach einer bindenden Verpflichtung im Jahr 2024 einen kostenfreien Zugang zur Host Card Emulation eingeräumt. In der Folge brachten Anbieter wie Vipps, PayPal, Klarna, Curve und BBVA eigene Wallet-Lösungen auf den Markt.

Sicherheitsbedenken und Reaktionen der Marktteilnehmer

Apple äußerte Vorbehalte gegenüber einer weitergehenden regulatorischen Öffnung. Das Unternehmen verwies auf Sicherheitsbedenken und warnte vor potenziellen Einbußen beim Sicherheits- und Datenschutzniveau der Geräte.

Unter Wettbewerbern stößt der Plan hingegen auf Zuspruch. David Tirado, CCO von Revolut, begrüßte die Stoßrichtung der Regulierungsbehörde. Wie am 23. Oktober 2026 bekannt wurde, bereiten sowohl PayPal als auch Revolut förmliche Stellungnahmen zur Konsultation vor.

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Interessierte Parteien und betroffene Unternehmen haben rund einen Monat Zeit für Rückmeldungen; die Konsultationsfrist endet am 17. November 2026. Anschließend soll eine finale Entscheidung getroffen werden. Nach den bisherigen Entwürfen der Behörde soll die Einhaltung der Vorgaben über Apples eigene Nachweise überprüft werden.

Die Regelungen würden drei Monate nach einer endgültigen Entscheidung in Kraft treten, wobei der Konzern innerhalb eines Monats einen konkreten Umsetzungsplan vorlegen müsste. Ob die Maßnahmen letztlich wie vorgeschlagen umgesetzt werden, ist derzeit noch unbestätigt.

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