Codex: OpenAI übernimmt deutsches Startup Ona für Cloud-Sandbox
12.06.2026 - 18:54:23 | boerse-global.de
Mit einem neuen, flexiblen System für Rate-Limits und der Übernahme des deutschen Cloud-Startups Ona will das Unternehmen Entwickler langfristig an sich binden.
Das Herzstück der Neuerungen ist das sogenannte „Banked Reset"-System. Bislang waren Entwickler an feste Zeitpläne für die Zurücksetzung ihrer Nutzungslimits gebunden – ein häufiger Kritikpunkt in den vergangenen Monaten. Zwischen April und Juni 2026 hatten sich Nutzer massiv über die mangelnde Flexibilität beschwert.
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Banked Reset: Schluss mit starren Limits
OpenAI reagiert nun: Codex-Nutzer der Tarife Go, Plus, Pro und Business erhalten künftig einen kostenlosen „Banked Reset". Plus- und Pro-Kunden können diese Guthaben sogar aufsparen – jedes bleibt 30 Tage lang gültig. Das dürfte vor allem Teams freuen, die unregelmäßig, aber dafür intensiv mit dem KI-Assistenten arbeiten.
Empfehlungsprogramm als Turbo
Um das neue Feature bekannt zu machen, hat OpenAI ein zeitlich befristetes Empfehlungsprogramm gestartet. Vom 11. bis 24. Juni 2026 können Plus- und Pro-Nutzer bis zu drei Freunde einladen. Erfolgt die Anmeldung, erhalten beide Seiten einen zusätzlichen Banked Reset.
Wichtig für alle, die an Kryptowährungen denken: OpenAI stellte klar, dass das System nichts mit Blockchain-Technologie zu tun hat. Branchenbeobachter spekulieren jedoch, dass der Rahmen für eine künftige Monetarisierung geschaffen wurde – etwa durch den direkten Verkauf zusätzlicher Resets.
Ona-Übernahme: Deutsche KI-Kompetenz für OpenAI
Noch bedeutender ist die strategische Akquisition von Ona. Das Startup, ursprünglich als Gitpod bekannt, wurde 2020 im schleswig-holsteinischen Kiel gegründet. Ona hat sich auf persistente Cloud-Sandboxen spezialisiert – also abgeschottete Umgebungen, in denen KI-Agenten sicher und über längere Zeiträume arbeiten können.
Genau diese Technologie will OpenAI nun in Codex integrieren. Die Idee: KI-gestützte Entwicklungsprozesse sollen nicht mehr nach kurzen Sessions abbrechen, sondern als langlebige Agenten-Workflows in der Cloud laufen. Onas Plattform bringt dafür Sicherheitsfunktionen mit, die Anwendungen per Hashing blockieren und den Zugriff auf sensible Zugangsdaten schützen.
Vor der Übernahme zählte Ona rund zwei Millionen Entwickler zu seinen Nutzern. Zu den Kunden gehörten unter anderem eine große US-Bank und ein europäisches Pharmaunternehmen.
Wettlauf mit Anthropic
Das Ona-Team wechselt nun komplett in die Codex-Sparte von OpenAI. Der Fokus liegt auf Enterprise-Funktionen und einer „client-kontrollierten" Cloud-Ausführung. Damit will OpenAI offenbar zu Konkurrenten wie Anthropic mit dessen Claude Code aufschließen – ein klares Signal, dass der Kampf um die Vorherrschaft bei KI-Entwicklungswerkzeugen in eine neue Phase tritt.
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Fünf Millionen Nutzer und sechste Übernahme des Jahres
Die Ankündigungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Codex ein rasantes Wachstum erlebt. Die Plattform zählt inzwischen over fünf Millionen Nutzer – ein Anstieg von 400 Prozent seit Jahresbeginn. Im April 2026 waren es noch drei Millionen. Die Zahl der wöchentlich aktiven Nutzer liegt aktuell bei über drei Millionen.
OpenAI befindet sich insgesamt in einer Phase intensiver Expansion. Erst am 9. Juni 2026 reichte das Unternehmen seinen Börsenprospekt ein. Die Ona-Übernahme ist bereits die sechste Akquisition in diesem Jahr. Parallel dazu hat OpenAI einen Entwicklermodus für Chrome vorgestellt, der auf dem Chrome DevTools Protocol (CDP) basiert und effizienteres Debugging direkt im Browser ermöglicht.
