COGNITRAIN: KI-System verbindet Gehirnmessung und Videospiele fĂŒr Senioren
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer demografische Wandel stellt Gesundheitssysteme weltweit vor neue Aufgaben, insbesondere beim Erhalt der kognitiven FĂ€higkeiten Ă€lterer Menschen. Ein innovativer Ansatz zur gezielten Stimulation des Gehirns stammt aus der spanischen Forschung: Das Brain-Machine Interface Systems Lab der UniversitĂ€t Miguel HernĂĄndez de Elche konzipierte mit COGNITRAIN ein System, das kĂŒnstliche Intelligenz, Elektroenzephalografie und Videospiele miteinander verknĂŒpft.
Das Vorhaben zielt darauf ab, GedÀchtnis, Aufmerksamkeit sowie exekutive Funktionen bei Seniorinnen und Senioren zu trainieren. Besonderes Augenmerk liegt auf kleineren Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern, in denen spezialisierte therapeutische Angebote im lÀndlichen Raum oft schwerer zugÀnglich sind.
Technologie und Erprobung vor Ort
Technologisch setzt COGNITRAIN auf eine Kombination aus trockenen und angefeuchteten Elektroden, die neuronale AktivitĂ€tsmuster erfassen. Die Steuerung der Trainingsanwendungen erfolgt ĂŒber motorische Vorstellung, sodass Nutzer die virtuellen SpielablĂ€ufe allein ĂŒber gezielte mentale Impulse lenken.
Um das Verfahren in der Praxis zu erproben, fĂŒhrte das Team der UniversitĂ€t Miguel HernĂĄndez de Elche bereits eine PrĂ€sentation im Centro Social La Hoya de Elche durch. Zudem laufen GesprĂ€che ĂŒber eine Umsetzung des Programms mit der Gemeinde Banyeres de Mariola.
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Demografischer Druck und Versorgungsbedarf
Hintergrund der Initiative ist die Zunahme neurodegenerativer Erkrankungen. FĂŒr Spanien verdeutlichen statistische Daten die Dringlichkeit prĂ€ventiver AnsĂ€tze: Unter den ĂŒber 65-JĂ€hrigen weisen 18,5 Prozent einen kognitiven Abbau auf, wĂ€hrend dieser Anteil ab 85 Jahren auf 45,3 Prozent ansteigt.
Landesweit sind rund 800.000 Menschen von Demenzerkrankungen betroffen. Aktuell stellen die ĂŒber 65-JĂ€hrigen 19,9 Prozent der spanischen Gesamtbevölkerung, bis zum Jahr 2060 wird ein Anstieg auf 30,3 Prozent prognostiziert. Diese Entwicklung erhöht den Bedarf an wirksamen, leicht zugĂ€nglichen MaĂnahmen fĂŒr den Alltag.
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Evidenz fĂŒr kombiniertes Training
Die wissenschaftliche Basis des Projekts stĂŒtzt sich auf Erkenntnisse zur NeuroplastizitĂ€t im Alter. Von der UniversitĂ€t Miguel HernĂĄndez de Elche herangezogene Studien belegen, dass mindestens 52 Stunden kombiniertes Training erforderlich sind, um messbare Verbesserungen der geistigen Leistung zu erzielen.
Zudem zeigt sich, dass moderates aerobes Training dreimal pro Woche das Volumen des Hippocampus um bis zu 2 Prozent vergröĂern kann, was altersbedingte VerĂ€nderungen von einem bis zwei Jahren ausgleicht.
Weitere referenzierte Untersuchungen unterstreichen die prĂ€ventive Wirkung eines aktiven Lebensstils. So begleitete die UniversitĂ€t Texas in Dallas fast 4.000 Erwachsene im Alter zwischen 19 und 94 Jahren ĂŒber einen Zeitraum von drei Jahren.
Auch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt kontinuierliche geistige AktivitĂ€t. RegelmĂ€Ăige Bewegung viermal wöchentlich geht laut den zitierten Befunden mit einem etwa halbierten Demenzrisiko im Vergleich zu einer vorwiegend sitzenden Lebensweise einher.
