CONNECT-Studie, Glukosesensoren

CONNECT-Studie: Glukosesensoren senken HbA1c um 0,9 Prozentpunkte

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei nicht insulinbehandelten Erwachsenen verbesserte CGM über 26 Wochen Blutzuckerwerte und Zeit im Zielbereich.
Ein helles, modernes Untersuchungszimmer in einer Hausarztpraxis mit einer Untersuchungsliege und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, die kein Insulin spritzen, können ihre Blutzuckerwerte durch den Einsatz von Systemen zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) signifikant verbessern. Dies belegen die Ergebnisse der CONNECT-Studie, die am 14. Oktober 2026 im Fachjournal New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden.

Die Untersuchung untersuchte den Einsatz der Glukosesensoren unmittelbar in der hausärztlichen Versorgung und zeigt deutliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Behandlungspfaden.

Signifikante Senkung des Blutzuckerspiegels über 26 Wochen

An der kontrollierten Studie nahmen 283 erwachsene Typ-2-Diabetes-Patienten aus den USA teil, die an 22 Hausarztpraxen betreut wurden und keine Insulintherapie erhielten. Die Probanden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: 145 Teilnehmer erhielten ein CGM-System vom Typ Dexcom G7, während 138 Teilnehmer im Rahmen der Routineversorgung verblieben.

Über einen Zeitraum von 26 Wochen sank der durchschnittliche Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) in der CGM-Gruppe von 8,8 Prozent auf 7,2 Prozent. In der Kontrollgruppe mit Standardversorgung verringerte sich der Wert im gleichen Zeitraum lediglich von 8,7 Prozent auf 8,0 Prozent.

Unter Berücksichtigung statistischer Anpassungen ergab sich ein adjustierter Unterschied von 0,9 Prozentpunkten (Konfidenzintervall 0,6 bis 1,1) zugunsten der Sensor-Anwendung.

Insgesamt erreichten 68 Prozent der Probanden in der CGM-Gruppe einen HbA1c-Wert von unter 7,5 Prozent, während fast die Hälfte der Teilnehmer einen Wert von unter 7,0 Prozent erzielte. Damit lag die Rate für einen HbA1c-Wert unter 7,0 Prozent rund doppelt so hoch wie in der Vergleichsgruppe der Routineversorgung.

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Längere Zeit im Zielbereich und hohe Therapietreue

Neben der reinen Absenkung des Langzeitblutzuckers führte die kontinuierliche Erfassung zu einer stabileren Stoffwechseleinstellung. Die sogenannte Zeit im Zielbereich, definiert als Blutzuckerwerte zwischen 70 und 180 mg/dL, lag bei den CGM-Nutzern um 21 Prozentpunkte höher. Dies entspricht einem täglichen Gewinn von rund fünf Stunden im therapeutischen Sollbereich. Schwere Unterzuckerungen traten während des gesamten Studienverlaufs in keiner Gruppe auf.

Die beobachteten Verbesserungen erwiesen sich als robust über verschiedene Patientengruppen hinweg. Der Vorteil stellte sich unabhängig von Faktoren wie Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Body-Mass-Index, Einkommen, Bildungsstand, Versicherungsstatus sowie den jeweils verordneten glukosesenkenden Medikamenten ein.

Zudem dokumentierten die Forscher eine hohe Akzeptanz der Technologie im Alltag: 97 Prozent der Studienteilnehmer nutzten die Sensoren auch nach dem offiziellen Abschluss der 26-wöchigen Untersuchungsphase weiter, die überwiegende Mehrheit davon täglich.

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Perspektiven für den frühzeitigen Einsatz und Kostenerstattung

Studienleiter Roy Beck aus Tampa im US-Bundesstaat Florida betonte, dass der nachgewiesene Nutzen einen frühzeitigen Einsatz von Systemen zur kontinuierlichen Glukosemessung unterstütze, noch bevor eine Insulintherapie medizinisch notwendig werde. Bislang konzentriert sich der Einsatz von CGM-Geräten in vielen Gesundheitssystemen vorrangig auf Patienten mit Typ-1-Diabetes oder insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes.

Finanziert wurde die CONNECT-Studie vom Medizintechnikunternehmen Dexcom, wobei Mitarbeiter des Herstellers an der Autorenschaft beteiligt waren. Dexcom erhofft sich von der Publikation der Daten im renommierten Fachblatt eine breitere globale Kostenübernahme und Erstattung für CGM-Technologien bei nicht insulinbehandelten Typ-2-Patienten.

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