Cookie-Banner: 19 Organisationen fordern Browser-Lösung für EU
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 04:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einem gemeinsamen Vorstoß hat eine Koalition aus 19 Organisationen die Europäische Union dazu aufgefordert, die gängige Praxis der Cookie-Banner grundlegend zu reformieren.
Die Allianz setzt sich dafür ein, die oft als störend empfundenen Einwilligungseinblendungen durch automatisierte Datenschutzsignale direkt im Browser zu ersetzen. Damit greift der Zusammenschluss eine Debatte auf, die bereits seit dem vergangenen Jahr die europäische Gesetzgebung beschäftigt.
Wie aus einem Bericht von Mitte September hervorgeht, zielt die Initiative darauf ab, die Nutzererfahrung im Internet zu verbessern und gleichzeitig den Datenschutz effizienter zu gestalten.
Anstatt bei jedem Website-Besuch einzeln über die Nachverfolgung von Daten entscheiden zu müssen, sollen Anwender ihre Präferenzen einmalig in den Browsereinstellungen festlegen können. Diese Signale würden dann automatisch an die Webseitenbetreiber übermittelt.
Regulatorischer Hintergrund und der Digital Omnibus
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Die Forderung der Organisationen knüpft an bestehende Gesetzesvorhaben an. Bereits im Herbst 2025 hatte die EU-Kommission im Rahmen des sogenannten Digital Omnibus einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. Kernstück dieses Entwurfs war der Artikel 88b der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), der eine gesetzliche Grundlage für solche automatisierten Signale schaffen sollte.
Das Vorhaben stieß jedoch auf Widerstand innerhalb der EU-Institutionen. Mitte Juni 2026 wurde bekannt, dass der EU-Rat den betreffenden Artikel 88b DSGVO aus dem Entwurf gestrichen hat. Diese Entscheidung folgte auf Vorbehalte mehrerer Mitgliedstaaten, wobei insbesondere Deutschland, Frankreich und Polen gegen die geplante Regelung opponierten.
Aktueller Stand der Verhandlungen
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Trotz des Rückschlags im EU-Rat ist das Thema weiterhin auf der politischen Agenda. Der Digital Omnibus befindet sich derzeit in den sogenannten Trilog-Verhandlungen. In diesem Prozess müssen sich die EU-Kommission, das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union auf eine gemeinsame Endfassung des Gesetzes einigen.
Die nun hervorgetretene Koalition der 19 Organisationen versucht, in dieser entscheidenden Phase der Gesetzgebung erneut Druck aufzubauen. Die Befürworter der Browser-Lösung argumentieren, dass die derzeitige Praxis der Cookie-Banner nicht nur die Benutzerfreundlichkeit einschränke, sondern oft auch dazu führe, dass Nutzer Zustimmungen unreflektiert erteilen, um den Lesefluss nicht zu unterbrechen.
Eine automatisierte Lösung könne hier für mehr Klarheit und echten Datenschutz sorgen. Ob die Einwände der kritischen Mitgliedstaaten in den laufenden Verhandlungen entkräftet werden können, bleibt abzuwarten.
