Copilot-Ausfall, Nutzer

Copilot-Ausfall 11. Juni: 12.000 Nutzer ohne KI-Assistent

13.06.2026 - 04:17:29 | boerse-global.de

Ein fehlerhaftes Update legte Microsofts KI-Assistenten lahm. Unternehmen zweifeln an der Zuverlässigkeit von Cloud-KI-Diensten.

Microsoft Copilot-Ausfall: Vertrauenskrise bei Cloud-KI-Lösungen
Copilot-Ausfall - A hand hovers over a keyboard, with a glowing digital network overlay, symbolizing a system outage or disruption. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der jüngste Ausfall von Microsofts KI-Assistenten Copilot und der Microsoft-365-Infrastruktur am 11. Juni erschüttert das Vertrauen von Unternehmen in Cloud-KI-Lösungen.

Störungsserie legt Geschäftsbetrieb lahm

Die Panne am Donnerstag begann am frühen Nachmittag. Auf der Störungsplattform Downdetector schnellten die Meldungen von einigen Hundert auf über 12.000 Berichte um 14:15 Uhr US-Westküstenzeit hoch. Die Ursache: Ein fehlerhaftes Software-Update hatte die Authentifizierungsebene lahmgelegt. Nutzer konnten weder auf Copilot Chat noch auf das portal.office.com-Dashboard zugreifen. Microsofts Ingenieure rollten das Update zurück – die Dienste liefen bis zum 12. Juni wieder weitgehend stabil.

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Der Vorfall reiht sich in zwei weitere schwere Ausfälle der vergangenen Wochen ein. Am 1. Juni legte ein Azure-Stromausfall die Systeme für fast viereinhalb Stunden lahm (rund 14.000 Nutzermeldungen). Bereits am 29. Mai sorgte ein Überlastungsproblem für eine sechsstündige Unterbrechung. Die Bilanz für das erste Quartal 2026: Microsoft 365 erreichte nur eine Verfügbarkeit von 99,526 Prozent – der niedrigste Wert seit 2013.

Keine Garantie für KI-Dienste

Ein heikler Punkt für Unternehmen: Für Copilot gibt es keine verbindliche Service-Level-Vereinbarung (SLA). Während die Kern-Dienste von Microsoft 365 mit Verfügbarkeitsgarantien kommen, fehlt dieser Schutz für die KI-Schicht. Branchenkenner berichten, dass einige Fortune-500-Konzerne ihre Copilot-Einführung deshalb vorerst gestoppt haben.

Trotz der Probleme setzen Großkunden weiter auf die Technologie. Der britische Gesundheitsdienst NHS unterschrieb kürzlich einen 120-Millionen-Euro-Vertrag über 505.000 Copilot-Lizenzen. Interne Tests zeigten: Das Tool spart jedem Mitarbeiter bis zu 43 Minuten pro Tag – hochgerechnet 400.000 Stunden Verwaltungszeit monatlich. Die ersten 200.000 Nutzer sollen binnen sechs Monaten angebunden werden, der Rest bis Oktober.

Rekord an Sicherheitslücken geschlossen

Parallel zu den Störungen veröffentlichte Microsoft sein Juni-Update („Patch Tuesday") mit einer Rekordzahl von rund 200 behobenen Schwachstellen. Darunter: 33 kritische Fehler und fünf aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücken.

Besonders brisant: eine Spoofing-Lücke in Exchange Servern (CVE-2026-42897). Angreifer können über manipulierte E-Mails beliebigen JavaScript-Code in Outlook Web Access ausführen. Betroffen sind Exchange 2016, 2019 und SE – Exchange Online bleibt verschont. Microsoft lieferte Notfall-Maßnahmen über seinen Emergency Management Service, der endgültige Fix kam mit dem Juni-Update.

Zudem beobachteten Sicherheitsforscher, wie die Gruppe APT28 eine ältere Zero-Click-Lücke in Outlook ausnutzt. Die Angreifer verschicken schädliche Erinnerungen, die Nutzer zur Authentifizierung auf fremde Server zwingen. So erbeuten sie Zugangsdaten und kapern anschließend Exchange-Postfächer.

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Windows-Update und nahende Support-Enden

Microsoft startete zudem die stufenweise Auslieferung eines kumulativen Updates für Windows 11. Es bringt ein „Low Latency Profile" mit, das die CPU kurzzeitig hochtakten soll, wenn Nutzer das Startmenü, die Suche oder das Action Center öffnen.

Parallel laufen Vorbereitungen für anstehende Support-Enden: Am 14. Juli 2026 läuft der Support für SharePoint 2016 und 2019 aus. Eine vollständige Ursachenanalyse des Authentifizierungsausfalls vom 11. Juni will Microsoft bis zum 14. Juni vorlegen.

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