Copilot-Klage, Anleger

Copilot-Klage: Anleger werfen Microsoft 37,5 Mrd. Euro Täuschung vor

13.06.2026 - 12:16:43 | boerse-global.de

Microsoft kämpft mit doppelten Abbuchungen bei 365-Abos und einer 37,5-Mrd.-Sammelklage wegen angeblicher KI-Täuschung.

Microsoft in der Krise: Abo-Chaos und Milliarden-Sammelklage
Copilot-Klage - Microsoft logo intertwined with digital financial data and legal scales, representing subscription management and legal challenges. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Doppelt berechnet, dreifach kassiert: Das Abo-Chaos bei Microsoft 365

In den vergangenen Tagen häufen sich die Beschwerden von Microsoft-365-Nutzern über unerklärliche Abbuchungen. Betroffen sind vor allem Kunden, die ihr Abonnement gewechselt haben. Ein User berichtet, ihm seien beim Umstieg vom Familien- auf das Premium-Abo innerhalb eines einzigen Abrechnungszeitraums dreimal 10,61 Euro abgebucht worden. Auch versehentliche Anmeldungen nach kostenlosen Testphasen und nicht autorisierte Abbuchungen Dritter sorgen für Frust.

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Microsoft rät betroffenen Kunden, ihre Transaktionshistorie über das offizielle Service-Portal zu prüfen. Wer sein Abo über Drittanbieter wie Apple oder Google Play abgeschlossen hat, muss Kündigungen dort vornehmen. Ein besonderes Risiko besteht für Azure-Nutzer: Deaktivierte Zahlungsprofile in Kombination mit aktiven Abos können zur Sperrung führen – Abhilfe schafft nur ein formeller Support-Ticket.

Milliarden-Klage: Anleger werfen Microsoft Täuschung vor

Doch die Probleme gehen weit über individuelle Abrechnungsfehler hinaus. Die Anwaltskanzlei Robbins Geller Rudman & Dowd hat im West District von Washington eine Sammelklage gegen Microsoft eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe zwischen dem 1. Mai 2025 und dem 28. Januar 2026 irreführende Angaben zu Leistung und Nutzerzahlen seines KI-gestützten Copilot-Dienstes gemacht.

Der Auslöser: Am 28. Januar 2026 brach der Microsoft-Aktienkurs um fast zehn Prozent ein. Grund waren schwächer als erwartete Wachstumszahlen bei Azure sowie ein Investitionsvolumen von 37,5 Milliarden Euro allein im Quartal. Besonders brisant: Microsoft gab damals bekannt, nur 15 Millionen zahlende Copilot-Nutzer zu haben – eine Zahl, die laut Klage deutlich hinter den zuvor suggerierten Erwartungen zurückblieb. Führende Kläger haben bis zum 11. August 2026 Zeit, ihre Rolle in dem Verfahren zu beantragen.

Spiele-Abos im Sinkflug: Preise purzeln nach Nutzerverlusten

Die Abo-Problematik zeigt sich auch im Gaming-Sektor. Nach einem drastischen Preisanstieg Ende 2025 verlor Microsoft massiv Nutzer beim Xbox Game Pass. Die Reaktion folgte am 21. April 2026: Der Preis für Xbox Game Pass Ultimate sank von 29,99 auf 22,99 Euro, der PC Game Pass fiel auf 13,99 Euro. Verantwortlich für die Kehrtwende zeichnet die neue Gaming-Führung, die im Februar 2026 ihr Amt antrat.

Als Alternative zum Abo-Modell bewirbt Microsoft derzeit ein Bundle aus Office 2024 Home & Business und Windows 11 Pro für rund 113 Euro. Das Angebot gilt bis zum 14. Juni 2026 und verzichtet bewusst auf abhängige Funktionen wie OneDrive-Speicher und den Copilot-Assistenten.

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Sicherheitsoffensive und externe Bedrohungen

Parallel zu den internen Problemen legte Microsoft am 9. Juni 2026 einen massiven Sicherheits-Patch vor: 206 Updates für Windows, Office und Exchange Server. Drei öffentlich bekannte Sicherheitslücken wurden geschlossen, die nach Angaben des Unternehmens jedoch noch nicht aktiv ausgenutzt wurden.

Dass Abo-Betrug kein Einzelfall ist, zeigt ein aktueller Fall aus Südkorea. Dort bestätigte OpenAI eine Welle nicht autorisierter ChatGPT-Pro-Transaktionen mit gestohlenen Kreditkartendaten. Von 1.368 analysierten Transaktionen erwiesen sich 858 als betrügerisch – ein Schaden von umgerechnet rund 180.000 Euro. Zwar handelt es sich nicht um Microsofts eigene Probleme, doch der Vorfall unterstreicht die wachsende Bedrohungslage im gesamten Abonnement-Markt.

de | wissenschaft | 69533172 |