Copilot Studio: Microsoft gibt KI-Agenten eigene Konten und GedÀchtnis
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 15:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deMicrosoft erweitert seine Entwicklungsplattform Copilot Studio um sogenannte Agent Accounts sowie ein systemweites ProzessgedĂ€chtnis. Durch diese Neuerungen agieren softwarebasierte Assistenten innerhalb von Microsoft 365 kĂŒnftig mit eigenen Zugangsdaten. Sie lassen sich in Anwendungen wie Teams, Outlook, Word, Excel oder PowerPoint direkt per ErwĂ€hnung ansprechen und mit Aufgaben betrauen.
Eigene IdentitÀten und kontinuierlicher Kontext
Wie das Unternehmen mitteilte, arbeiten die Agenten ĂŒber genehmigte, klar eingegrenzte Berechtigungen sowohl eigenstĂ€ndig als auch im Verbund mit anderen Werkzeugen.
FĂŒr IT-Verantwortliche besteht die Möglichkeit, den Zugriff, den gesamten Lebenszyklus sowie die anfallenden Kosten zentral zu steuern. Das neu eingefĂŒhrte prozessbasierte GedĂ€chtnis, genannt Business Process Memory, soll NutzerprĂ€ferenzen und den jeweiligen Arbeitskontext ĂŒber einzelne AusfĂŒhrungszyklen hinweg sichern und in nachfolgende AblĂ€ufe ĂŒbertragen.
ZusĂ€tzliche Anpassungshilfen in Form von Empfehlungen zu ArbeitsablĂ€ufen, FĂ€higkeiten und Modellentscheidungen sind fĂŒr die kommenden Monate angekĂŒndigt.
Ăber Auslöser im Rahmen der Entwicklungsumgebung von GitHub Copilot können die Assistenten dauerhaft aktiv bleiben; externe Signale wie eingehende Nachrichten oder feste Zeitintervalle starten Prozesse automatisch ohne manuelle Eingabeaufforderung.
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Beim Telekommunikationsanbieter Ooredoo Qatar prĂŒft beispielsweise ein spezialisierter PrĂŒfagent GeschĂ€ftsvorschlĂ€ge in Outlook, Teams sowie Word anhand interner Richtlinien und erstellt entsprechende Entscheidungsvorlagen. Der Rollout dieser Funktionen erfolgt zunĂ€chst ĂŒber das sogenannte Frontier-Programm des Herstellers.
Strukturierung der Plattform und Verzahnung mit Fachanwendungen
Im Zuge dieser Entwicklung gliedert Microsoft die Copilot-Umgebung in drei Kernbereiche: Home umfasst Standardchats, gemeinsame Arbeitsfunktionen und Office-Werkzeuge. Der Bereich Code dient der Erstellung kleinerer Applikationen, Tracker oder Dashboards ĂŒber natĂŒrliche Sprache.
Die Komponente Autopilot, zuvor als Scout bezeichnet, stellt einen permanent arbeitenden Assistenten dar, der ĂŒber ein eigenes Benutzerkonto mit Postfach, Kalender, Cloud-Speicher und Teams-PrĂ€senz verfĂŒgt. Parallel fĂŒhrt Microsoft IQ DatenbestĂ€nde und AblĂ€ufe aus Microsoft 365, Power BI, Dynamics 365 und der Power Platform zusammen.
FĂŒr den Bereich Customer-Relationship-Management schaltete Microsoft zudem 30 vorgefertigte FĂ€higkeiten fĂŒr Dynamics 365 allgemein frei. Deva Rajamohan, zustĂ€ndig fĂŒr Dynamics 365 Customer Experience, und Jeff Teper, FĂŒhrungskraft fĂŒr Microsoft Apps and Agents, verweisen auf den Ăbergang zu einer agentenbasierten Architektur, bei der Unternehmensdaten im Basissystem verbleiben, wĂ€hrend die eigentliche Bearbeitung in KommunikationskanĂ€le wie Teams abwandert.
Vorgeschlagene Ănderungen und tatsĂ€chliche Systemeingriffe werden dabei strikt getrennt, sodass EntwĂŒrfe nicht ohne Freigabe als gespeicherte DatensĂ€tze oder versendete Nachrichten verbucht werden.
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Herausforderungen bei Rechten und verbrauchsbasierte Kosten
Die EinfĂŒhrung eigenstĂ€ndiger Agentenkonten bringt organisatorische und sicherheitsbezogene Fragen mit sich. Roland Klein vom Beratungshaus IPI verwies darauf, dass bei Agenten mit eigenen Rechten geklĂ€rt sein mĂŒsse, in wessen Namen gehandelt werde, da Systeme mitunter weitergehende Berechtigungen besitzen könnten als die anfragende Person.
Entsprechende Governance-Richtlinien zu Verantwortlichkeiten und Zugriffsrechten seien daher vor der Aktivierung im Unternehmensnetzwerk erforderlich.
Zugleich verĂ€ndert sich das Lizenzmodell. WĂ€hrend alltĂ€gliche Assistenzfunktionen weiterhin an feste Nutzerabonnements gekoppelt bleiben, werden fortgeschrittene Aufgaben in Cowork, Code und Autopilot nutzungsbasiert abgerechnet. Seit Ende September 2026 kommen hierfĂŒr Abrechnungseinheiten zum Einsatz, die mit rund 0,01 US-Dollar pro Einheit angesetzt sind.
Branchenanalysten von Marktforschungsunternehmen wie Gartner und Forrester beobachten branchenweit eine schrittweise Trennung zwischen festen ArbeitsplatzgebĂŒhren fĂŒr die Freigabe und verbrauchsbasierten Kosten fĂŒr die tatsĂ€chliche maschinelle Arbeitserledigung.
FĂŒr spezielle Vertriebsassistenten greift diese Abrechnung ĂŒber Credits ab dem 16. November. Zudem ergĂ€nzte Microsoft SharePoint-Wissensbasen ĂŒber eine eigene Engine, wodurch nach Unternehmensangaben der Verarbeitungsaufwand um bis zu 30 Prozent sinke und Prozesse deutlich schneller ablaufen.
