Copilot-Umbau, Microsoft

Copilot-Umbau: Microsoft rechnet komplexe Agenten-Aufgaben per Credits ab

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 17:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Home, Code und Autopilot bündeln Copilot-Funktionen; aufwendige Agenten-Aufgaben werden künftig zusätzlich nach Verbrauch abgerechnet.
Ein minimalistischer, modern gestalteter Büroflur mit Glaswänden und atmosphärischer Beleuchtung bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Microsoft richtet seinen KI-Assistenten Copilot neu aus und gliedert die Plattform künftig in drei zentrale Funktionsbereiche: Home, Code und Autopilot. Mit dem über ein halbes Jahr entwickelten Umbau vereint der Softwarekonzern zuvor getrennte Werkzeuge in einer zentralen Anwendung und passt zugleich das Geschäftsmodell an.

Während standardmäßige Basisfunktionen weiterhin in einem monatlichen Pauschalpreis enthalten sind, werden komplexere, langlebige Agenten-Aufgaben künftig nutzungsabhängig über sogenannte Credits abgerechnet.

Drei Kernbereiche für die Arbeitsumgebung

Die Neugestaltung umfasst drei Arbeitsbereiche. Der Bereich „Home“ bündelt den gewohnten Copilot-Chat mit dem sogenannten Cowork-Agenten. Zudem bindet er Office-Programme wie Word, Excel und PowerPoint direkt in die Benutzeroberfläche oder in den Browser-Tab ein. Die zweite Säule, „Code“, richtet sich an Nicht-Entwickler und ermöglicht das Erstellen von Anwendungen über Eingaben in natürlicher Sprache.

Als dritter Pfeiler fungiert „Autopilot“, der aus dem früheren Projekt „Scout“ hervorgegangen ist. Hierbei handelt es sich um einen proaktiven Assistenten, der dauerhaft mit einer eigenen Identität, einem eigenen Arbeitsbereich und einem eigenen Speicher in Outlook sowie Microsoft Teams operiert.

Das System führt zugewiesene Arbeitsaufträge auch dann eigenständig fort, wenn Anwender abgemeldet sind. Konzernchef Satya Nadella bezeichnete Copilot vor diesem Hintergrund als neues Betriebssystem für die Arbeit.

Verbrauchsabrechnung für rechenintensive Aufgaben

Hinter der Neuordnung steht auch der Versuch, die Akzeptanz bei Geschäftskunden zu steigern. Zuvor getrennte Angebote wie Microsoft 365 Copilot und GitHub Copilot erwiesen sich als Hürde: Unter 7 Prozent der mehr als 450 Millionen Inhaber kommerzieller Lizenzen nutzten das kostenpflichtige Add-on.

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Stand Ende Juni zählte Microsoft über 30 Millionen Copilot-Abonnements, während das M365-Gesamtpaket rund 90 Millionen zahlende Nutzer umfasste. Großkunden weiteten den Einsatz dennoch aus; so testete das Unternehmen GHD das System Ende 2023 mit zunächst 300 Beschäftigten und stattete bis heute 12.000 Mitarbeiter damit aus.

Für einfache Anfragen und Dokumentzusammenfassungen bleibt die feste monatliche Nutzergebühr bestehen. Aufgaben innerhalb von Autopilot, Code und Cowork sowie Modelle wie Astra und Fable verbrauchen künftig jedoch Credits.

Im ersten Geschäftsquartal wuchs der Konzernumsatz um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden US-Dollar, wobei Microsoft keine genauen Platzzahlen für Copilot mehr angab. Laut Nadella stiegen die täglichen Nutzer gegenüber dem Vorquartal um fast 50 Prozent, während die Zahl der Kunden mit Credit-Nutzung um über 75 Prozent zulegte.

Verschobene Partner-Einführung und neue Agenten

Der schrittweise Rollout ist bereits angelaufen. Autopilot ging im September 2026 in eine private Testphase, während Home und Code in den kommenden Wochen über ein Frontier-Programm folgen. Die Preview des Code-Bereichs soll zudem später im Jahr für Abonnenten von Microsoft 365 Premium und Pro bereitgestellt werden. Für den südkoreanischen Markt sind Sprachumfang sowie lokale Tarife bislang noch nicht bestätigt.

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Auf Rückmeldungen reagierte der Konzern im Vertrieb: Die standardmäßige Abrechnung nach Verbrauch für Copilot-Business-Neukäufe über Partner wurde vom 1. Dezember 2026 auf das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2027 – den Zeitraum von Januar bis März 2027 – verschoben. Dies betrifft Einzelangebote und Bundles weltweit, darunter auch in Deutschland.

Eine zugehörige Testumgebung im Partner Center verzögert sich ebenfalls, wobei Microsoft eine Vorlaufzeit von mindestens 30 Tagen vor dem Start zusicherte. Branchenberichte nannten zuvor ein Standardlimit von 4.000 Credits pro Nutzer und Monat.

Am 9. November 2026 startet mit dem sogenannten Opal-Agenten eine weitere Frontier-Anwendung für Unternehmenskunden, die Aktionen direkt auf dem Computer ausführen kann. Laut Administrationsmitteilungen vom 5. November setzt dieser Agent zwingend die verbrauchsbasierte Credit-Abrechnung und zugewiesene Ausgabenrichtlinien voraus.

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