Cortical, Labs

Cortical Labs CL1: Biologisches Computersystem steuert einen Roboterhund

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 19:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das CL1-System lenkt einen Roboterhund; wiederholte Tests deuten laut Cortical Labs auf Lernprozesse in menschlichen Zellkulturen hin.
Nahaufnahme einer neuronalen Zellkultur in einer Laborschale, die als biologisches Rechennetzwerk dient. Illustration mit AI erstellt.

Das Biotech-Unternehmen Cortical Labs hat mit seinem biologischen Computersystem CL1 die Steuerung eines Roboterhundes demonstriert. Das System basiert auf neuronalen Kulturen, die aus Stammzellen von menschlichen Blutspendern gewonnen wurden. Über entsprechende Schnittstellen übernimmt das biologische Netzwerk dabei die Kontrolle über die Bewegungsabläufe der Robotereinheit, wie newscientist.com berichtet.

Bereits im Jahr 2021 hatte die Technologie des Unternehmens Aufmerksamkeit erregt, als ein solches System den Videospielklassiker Pong steuerte. Mit dem Einsatz in einem physischen Roboterhund vollzieht die Technologie nun den Schritt von einer rein virtuellen Simulationsumgebung in ein mechanisches System, das in Echtzeit auf physische Anforderungen reagieren muss.

Hinweise auf zelluläre Lernprozesse

In einem noch nicht durch ein Peer-Review-Verfahren geprüften Unternehmenspapier legt Cortical Labs dar, wie sich das biologische neuronale Netz verhält. Den Angaben zufolge verbesserte sich die Leistung des Systems bei identischen Eingangsdaten über einen längeren Zeitraum. Die Forscher werten diese fortschreitende Leistungssteigerung als klares Indiz für biologische Lernprozesse innerhalb der Zellstruktur.

Diese Beobachtung stößt auch in der akademischen Forschung auf Interesse. Ferrante Neri von der Education University of Hong Kong, der selbst nicht an den Untersuchungen beteiligt war, stuft die vorgelegten Ergebnisse als vielversprechenden Nachweis dafür ein, dass das System aus begrenzter Erfahrung lernen könne. Die Fähigkeit zur Anpassung ohne gigantische Datensätze gilt in der Informatik als eine der größten Herausforderungen herkömmlicher Methoden.

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Energieeffizienz und ethische Überwachung

Neben den funktionellen Eigenschaften rückt Cortical Labs vor allem die Ressourcenfrage in den Fokus. Nach Angaben des Unternehmens könnten zellbasierte Rechner künftig deutlich effizienter und anpassungsfähiger arbeiten als klassische, siliziumbasierte neuronale Netze.

Die biologischen Zellen benötigten für ihre Rechenoperationen spürbar weniger Energie als digitale Alternativen, was insbesondere vor dem Hintergrund des wachsenden Stromverbrauchs moderner Rechenzentren von Bedeutung ist.

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Mit dem Einsatz menschlicher Zellen in Rechensystemen sind zugleich bioethische Fragestellungen verbunden. Cortical Labs betont in diesem Zusammenhang, dass es keinerlei Hinweise auf ein Schmerzempfinden der Zellkulturen gebe. Zudem würden sämtliche Arbeiten an dem System kontinuierlich durch unabhängige Fachgruppen begleitet und überwacht, um ethische Standards in der Forschung zu wahren.

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