CosmosEscape, Kritische

CosmosEscape: Kritische Lücke in Azure gefährdet Tausende Datenbanken

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 18:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher deckten die Schwachstelle CosmosEscape in Azure Cosmos DB auf, die vollen Zugriff auf fremde Datenbanken erlaubte. Microsoft hat den Fehler behoben.

CosmosEscape: Kritische Azure-Lücke bedrohte Kundendaten
Moderner Serverraum mit leuchtend blauen Glasfaserkabeln, die Cloud-Datensicherheit darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine schwerwiegende Sicherheitslücke im Cloud-Dienst Azure Cosmos DB hätte Angreifern unbefugten Zugriff auf Tausende von Kundendatenbanken ermöglichen können. Sicherheitsforscher von Wiz deckten die als CosmosEscape bezeichnete Schwachstelle auf, die vollständigen Lese- und Schreibzugriff über verschiedene Mandanten hinweg erlaubte.

Wie die Lücke funktionierte

Die Angriffskette begann mit einem sogenannten Sandbox-Escape. Die Wiz-Forscher nutzten .NET-Reflection-Techniken, um aus der isolierten Umgebung der Gremlin-API auszubrechen. Das ermöglichte die Ausführung beliebigen Codes auf dem Datenbank-Gateway. Mit dieser Zugriffsebene ließ sich der Cosmos Master Key erbeuten – ein plattformweiter Signaturschlüssel.

Mit diesem Master-Key konnten die Forscher die Primärschlüssel für beliebige Cosmos-DB-Konten abrufen. Zudem gelang es ihnen, Konten über den internen Konfigurationsspeicher der Plattform aufzulisten. Betroffen waren mehrere prominente Microsoft-Dienste, darunter Entra ID, Microsoft Teams und Copilot.

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Reaktion und Schadensbegrenzung

Microsoft hat das Problem inzwischen vollständig behoben. Das Unternehmen betont, dass Kunden keine eigenen Maßnahmen ergreifen müssen. Die Offenlegung erfolgte nach einer längeren Koordinationsphase: Wiz meldete die Schwachstelle bereits im November 2025. Microsoft blockierte den primären Einstiegspunkt innerhalb von 48 Stunden nach der Meldung.

Die abschließenden technischen Korrekturen wurden im Juli 2026 abgeschlossen. Microsoft bestätigte, dass das betroffene Master-Key-System vollständig eliminiert wurde. Es gibt keine Hinweise auf eine Ausnutzung der Lücke vor der Behebung. Es ist bereits der zweite schwerwiegende Fehler, den Wiz in Cosmos DB entdeckt hat – der erste lag 2021.

Weitere Sicherheitsprobleme im Microsoft-Universum

Die Enthüllung von CosmosEscape fällt mit weiteren Sicherheitsmeldungen zusammen. Erst am 29. Juli enthüllten Forscher einen dokumentenbasierten KI-Wurm, der Copilot für Word befällt. Der Wurm nutzt versteckte Anweisungen in Dokumenten, um Ausgaben zu manipulieren und auf neue Dateien überzugreifen. Microsoft hat den Proof-of-Concept entschärft, doch die grundlegende Schwachstelle bleibt bestehen.

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Bereits im April 2026 entdeckte der KI-Assistent Claude Mythos von Anthropic 231 Sicherheitslücken in Microsoft SharePoint – darunter 90 kritische und 141 schwerwiegende. Eine interne Microsoft-Besprechung Mitte Mai setzte eine Frist bis zum 31. Mai, um die Fehler zu beheben, bevor Angreifer sie ausnutzen konnten. Am 14. Juli veröffentlichte Microsoft schließlich ein umfangreiches Sicherheitsupdate, das mehr als 600 Schwachstellen im gesamten Software-Portfolio schloss.

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