Critique, Microsoft

Critique: Microsoft bekämpft KI-Halluzinationen mit Dual-Modell-Architektur

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 03:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft kombiniert mehrere Sprachmodelle zur Faktenprüfung und integriert Critique sowie Council zunächst für ausgewählte Unternehmenskunden in Copilot.

Microsoft präsentiert Critique für verlässlichere KI-Recherche
Zwei gegenüberstehende, minimalistische Betonwände in einem hell erleuchteten architektonischen Raum. Illustration mit AI erstellt.

Microsoft hat mit der Vorstellung des Multi-Modell-Systems „Critique“ einen neuen technologischen Ansatz zur Steigerung der Zuverlässigkeit von künstlicher Intelligenz präsentiert.

Das System basiert auf einer sogenannten Dual-Modell-Architektur, die speziell darauf ausgerichtet ist, das in der Branche bekannte Problem der KI-Halluzinationen – also die Generierung von faktisch falschen Informationen durch Sprachmodelle – systematisch zu adressieren.

Zweistufiges Verfahren zur Qualitätssicherung

Der Kern der neuen Technologie liegt in der Aufteilung der Arbeitsprozesse auf zwei spezialisierte Instanzen. In dieser Architektur übernimmt das erste Modell die strategische Aufgabenplanung sowie die Erstellung eines ersten Entwurfs.

Unmittelbar nachgelagert agiert ein zweites Modell als prüfende Instanz. Diese führt eine detaillierte Fakten- und Logikprüfung durch, um Inkonsistenzen oder fehlerhafte Behauptungen im Erstentwurf zu identifizieren und zu korrigieren. Durch diese interne Kontrollschleife soll die Belastbarkeit der generierten Ergebnisse deutlich erhöht werden.

Ein wesentliches Merkmal von Critique ist die markenübergreifende Interoperabilität. Microsoft setzt hierbei nicht ausschließlich auf eigene Lösungen, sondern ermöglicht die Integration verschiedener großer Sprachmodelle.

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Demnach können die GPT-Serie von OpenAI, die Claude-Modelle von Anthropic sowie Microsofts hauseigene Phi-Serie innerhalb des Systems kombiniert werden. Diese Flexibilität erlaubt es Unternehmen, unterschiedliche technologische Stärken der jeweiligen Anbieter für den Rechercheprozess zu nutzen.

Benchmark-Ergebnisse und Leistungsfähigkeit

Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit verwies Microsoft auf interne Benchmark-Tests. Den vorliegenden Ergebnissen zufolge übertrifft das Critique-System vergleichbare Produkte, die auf einer Einzelarchitektur basieren, in mehreren Schlüsselkategorien.

Insbesondere bei der Breite und Tiefe der Recherche sowie bei der allgemeinen Ausdrucksqualität der generierten Texte habe das neue Verfahren Vorteile gegenüber herkömmlichen Modellen gezeigt. Die Kombination aus spezialisierter Planung und unabhängiger Verifikation führe zu einer messbaren Steigerung der Informationsdichte und Korrektheit.

Erweiterte Kontrollinstanzen durch die Council-Funktion

Zusätzlich zu Critique hat das Unternehmen die Funktion „Council“ vorgestellt. Dieses Werkzeug erweitert den Multi-Modell-Ansatz, indem es Nutzern ermöglicht, mehrere KI-Modelle parallel für dieselbe Fragestellung einzusetzen.

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Um bei abweichenden Ergebnissen eine Entscheidungshilfe zu bieten, wird ein unabhängiges drittes Modell als neutraler Schiedsrichter zwischengeschaltet. Diese Instanz bewertet die verschiedenen Antworten und soll so eine objektive Konsensbildung zwischen den beteiligten Systemen herbeiführen.

Die neuen Technologien finden bereits eine konkrete Anwendung in der Produktivsoftware des Konzerns. Beide Funktionen wurden in das „Researcher“-Toolkit von Microsoft 365 Copilot integriert.

Die Verfügbarkeit ist jedoch vorerst eingeschränkt: Der Zugriff auf diese erweiterten Recherche-Werkzeuge bleibt zunächst Unternehmenskunden vorbehalten, die am sogenannten Frontier-Programm von Microsoft teilnehmen. Damit folgt der Konzern der Strategie, komplexe neue KI-Funktionen zuerst in einem kontrollierten Rahmen für professionelle Anwender bereitstellen, bevor eine breitere Markteinführung erfolgt.

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