CTE, Profisport

CTE im Profisport: 91% der NFL-Spieler entwickeln HirnschÀden

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BMJ-Studie belegt CTE bei 91,4% der untersuchten NFL-Spieler. MindestprÀvalenz von 24,5% errechnet, Demenz-Korrelation bei 61,3% der FÀlle.

CTE-Studie: NFL-Spieler mit hohem Risiko fĂŒr HirnschĂ€den
Ein American Football liegt auf einem dunklen Holztisch in einem medizinischen Labor. Illustration mit AI erstellt.

In der medizinischen Forschung zu den Langzeitfolgen von Kopfverletzungen im Profisport liegen neue Erkenntnisse vor. Eine Untersuchung des Gesundheitssystems Mass General Brigham, die im August 2026 im Fachmagazin BMJ veröffentlicht wurde, liefert detaillierte Daten zum Vorkommen der chronisch-traumatischen Enzephalopathie (CTE) bei ehemaligen Spielern der National Football League (NFL). Die Analyse beleuchtet das gesundheitliche Risiko durch repetitive Kopfbelastungen und ordnet die bisherigen Sicherheitsmaßnahmen der Liga ein.

Die statistische Auswertung der BMJ-Studie

Die wissenschaftliche Untersuchung basiert auf der pathologischen Begutachtung von 235 Gehirnen verstorbener NFL-Spieler, die im Zeitraum zwischen 2016 und 2021 zur VerfĂŒgung gestellt wurden. Den Ergebnissen zufolge konnte bei 215 dieser 235 Probanden CTE nachgewiesen werden, was einer Quote von 91,4 Prozent entspricht.

Um eine realistischere EinschÀtzung der GesamtprÀvalenz innerhalb der ehemaligen Spielerpopulation zu erhalten, setzten die Forscher diese Befunde in Bezug zur Gesamtzahl der in diesem Zeitraum verstorbenen NFL-Profis.

Daraus ergab sich eine MindestprÀvalenz von 24,5 Prozent, basierend auf 215 positiven Befunden bei insgesamt 878 verstorbenen Spielern. Eine theoretisch denkbare obere Spanne der CTE-PrÀvalenz von bis zu 97,7 Prozent stuften die Autoren der Studie als unwahrscheinlich ein.

Medizinische Implikationen und Zusammenhang mit Demenz

Ein wesentlicher Aspekt der Forschungsarbeit betrifft die klinischen Auswirkungen der GewebeverÀnderungen im Gehirn. Die Daten zeigen eine Korrelation zwischen CTE und weiteren neurodegenerativen Erkrankungen.

Bei 61,3 Prozent der untersuchten FĂ€lle, in denen CTE festgestellt wurde, lag zusĂ€tzlich eine diagnostizierte Demenzerkrankung vor. Diese VerknĂŒpfung verdeutlicht die Schwere der kognitiven BeeintrĂ€chtigungen, die mit der sportbedingten HirnschĂ€digung einhergehen können.

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Der Erstautor der Studie, Daniel Daneshvar von Mass General Brigham, bezeichnete die Ergebnisse als einen deutlichen Weckruf fĂŒr die NFL. Die erhobenen Zahlen wĂŒrden die Dringlichkeit unterstreichen, die Belastungen fĂŒr die Sportler weiter zu reduzieren.

Diese EinschĂ€tzung findet RĂŒckhalt bei der Spielervereinigung NFL Players Association (NFLPA), die das Studienergebnis ebenfalls als ein Signal fĂŒr notwendige VerĂ€nderungen im Profisport bewertete.

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PrĂ€ventive Maßnahmen und Reaktionen der Liga

Die NFL verwies im Zuge der Veröffentlichung auf ihre kontinuierlichen BemĂŒhungen, das Spiel sicherer zu machen und die Gesundheit der Akteure zu schĂŒtzen. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene technische und regelseitige Anpassungen vorgenommen, um das Risiko von GehirnerschĂŒtterungen und subkonkussiven StĂ¶ĂŸen zu minimieren.

Ein zentrales Element der PrĂ€ventionsstrategie ist die Weiterentwicklung der AusrĂŒstung. Bereits im Jahr 2022 fĂŒhrte die Liga die sogenannten Guardian Caps ein. Dabei handelt es sich um gepolsterte ÜberzĂŒge fĂŒr die Helme, die darauf ausgelegt sind, die bei einem Aufprall entstehende Energie zu dĂ€mpfen.

WĂ€hrend diese Schutzkappen zunĂ€chst nur in Trainingseinheiten vorgeschrieben waren, ist deren Nutzung seit dem Jahr 2024 auch wĂ€hrend der offiziellen Ligaspiele zulĂ€ssig. Die Liga betont, dass sie die Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien und die medizinische Forschung weiterhin begleiten werde, um die Risiken fĂŒr aktive Spieler zu senken.

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