Currypasten im Test: Elf von zwölf Proben enthielten Schadstoffrückstände
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 09:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Ernährungsratgeber und wissenschaftliche Erhebungen widmen sich verstärkt den gesundheitlichen Effekten eines täglichen Konsums von Hülsenfrüchten. Zugleich rücken landesspezifische Verzehrmuster sowie die Verwendung traditioneller Würzmittel in der Schweiz in den Mittelpunkt ernährungswissenschaftlicher und marktbezogener Betrachtungen.
Gesundheitliche Aspekte des regelmäßigen Hülsenfruchtkonsums
Hülsenfrüchte gelten in der Ernährungswissenschaft als wesentliche Lieferanten von Mikronährstoffen und bioaktiven Substanzen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zählen Hülsenfrüchte neben Vollkornprodukten, grünem Blattgemüse sowie Nüssen und Samen zu den guten Quellen für Magnesium.
Die DGE beziffert den Schätzwert für eine angemessene Zufuhr auf 300 Milligramm pro Tag für Frauen und 350 Milligramm pro Tag für Männer, wobei diese Richtwerte auch für Personen ab 65 Jahren gelten.
Bei einer ausgewogenen Ernährung tritt ein Mangel bei stoffwechselgesunden Personen nach Angaben der Fachgesellschaft relativ selten auf; Keimlinge wie Alfalfa-, Brokkoli- oder Mungbohnensprossen können etablierte magnesiumreiche Lebensmittelgruppen dabei nicht ersetzen.
Auch spezifische Hülsenfrüchte wie Erdnüsse stehen im Fokus biochemischer Analysen. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) und die Universität Barcelona identifizierten im Rahmen der Interventionsstudie ARISTOTLE, an der 63 gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 33 Jahren über sechs Monate teilnahmen, ein charakteristisches Fettsäuremuster im menschlichen Lipidprofil.
Die Forschenden analysierten 51 Fettsäure-Muster und stellten fest, dass dieses Profil durch einen Anstieg überlangkettiger gesättigter Fettsäuren geprägt ist, insbesondere C24:0 und C22:0. In Daten der EPIC-Potsdam-Kohorte mit über 27.000 beobachteten Personen ging diese Signatur mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes einher, was weitgehend durch den Body-Mass-Index bedingt war, während kein Zusammenhang mit dem Herz-Kreislauf-Risiko festgestellt wurde.
Hülsenfrüchte im Schweizer Markt für pflanzliche Proteine
In der Schweiz vollzieht sich bei verarbeiteten Hülsenfrüchten und Fleischersatzprodukten ein struktureller Wandel. Wie der Detailhändler Coop in seinem Bericht darlegt, wurden 2025 in der Schweiz weniger Fleischersatzprodukte erworben als im Vorjahr. Nach einer Phase deutlichen Wachstums seit 2019 verlangsamte sich die Dynamik im Jahr 2024 und entwickelte sich 2025 leicht rückläufig.
Elf von zwölf getesteten Currypasten enthielten Schadstoffrückstände – bei einer Probe wurden sogar in der EU verbotene Insektizide nachgewiesen. Wer weiter bedenkenlos würzen will, braucht klare Kriterien beim Einkauf. Unser kostenloser Einkaufsguide zeigt Ihnen, wie Sie belastete Produkte erkennen und welche Alternativen sicher sind. Jetzt kostenlosen Einkaufsguide anfordern
In diesem Marktumfeld agieren Schweizer Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen:
- Das Berner Start-up Outlawz, das vegane Speckwürfel auf Basis von Bohnen- und Weizenprotein herstellte, meldete im Sommer Insolvenz an.
- Das 2021 gegründete Unternehmen Fabas konzentriert sich seit 2025 auf den Geschäftskundenbereich und liefert flüssige Proteinextrakte aus Hülsenfrüchten an Verarbeiter wie die Appenzeller Glacé-Manufaktur Sigrist.
- Planted aus Kemptthal baut seine Aktivitäten für Geschäftskunden aus und plant die Fertigung strukturierter Fleischstücke auf Erbsenbasis für fleischverarbeitende Betriebe.
- Eggfield aus Illnau beliefert Gastronomiebetriebe und Hersteller mit Ei-Alternativen auf Basis von Kichererbsenwasser.
Schweizer Würztraditionen und Prüfungen von Gewürzmitteln
Neben pflanzlichen Grundnahrungsmitteln prägen historisch gewachsene Würzmittel die Schweizer Alltagsküche. Streuwürzen wie Aromat sowie Flüssigwürzen von Maggi gehören in vielen traditionellen Gaststätten zum Standardinventar auf den Tischen.
Ebenso existieren langjährige Produkte wie der 1931 in einer Aargauer Brauerei entwickelte Bierhefe-Aufstrich Cenovis oder das seit den 1950er-Jahren aus Molke hergestellte Erfrischungsgetränk Rivella, dem der Durchbruch im Ausland abseits der Niederlande kaum gelang.
Kulinarische Klassiker wie das Gericht Riz Casimir wurden 2023 im Ranking der Plattform Tasteatlas gar unter den am schlechtesten bewerteten Speisen weltweit aufgeführt.
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Mit Blick auf moderne Würzpasten zeigen Untersuchungen des Konsumentenmagazins Saldo zudem Qualitätsunterschiede. Bei einer Überprüfung von zwölf gelben und grünen Currypasten wiesen elf Produkte Schadstoffrückstände auf. Betroffen waren unter anderem Erzeugnisse der Marken Blue Elephant, Real Thai und Thai Orchid.
Bei dem am stärksten belasteten Produkt stellte das Magazin Rückstände von Chlorpyrifos, Profenofos und Thiamethoxam fest. Coop kündigte an, das betroffene Produkt im Oktober aus den Regalen zu nehmen und eine Rückgabe ohne Kassenbeleg zu ermöglichen. Die einzige rückstandsfreie Probe im Testfeld war eine gelbe Paste der Marke Thai Kitchen.

