Cybersecurity, Cyberangriffe

Cyberangriffe werden hÀufiger - Regelungen gefordert

12.06.2023 - 12:25:47

Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen werden hÀufiger - und die SchÀden können mitunter immens sein. Deshalb werden Forderungen nach mehr Vorgaben in der Cybersicherheit lauter.

Jedes Unternehmen in Deutschland wird nach EinschĂ€tzung des TÜV-Verbands irgendwann Opfer eines Cyberangriffs. Der Verband und viele Unternehmen fordern deshalb gesetzliche Vorgaben fĂŒr mehr Cybersicherheit. «Politisch besteht Handlungsbedarf bei den großen europĂ€ischen Regelungen. Hier mĂŒssen die SicherheitslĂŒcken zĂŒgig geschlossen werden«, sagte der PrĂ€sident des TÜV-Verbands, Johannes Bussmann, in Berlin.

Wie aus einer reprĂ€sentativen Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands hervorgeht, wurde etwa jedes zehnte Unternehmen im vergangenen Jahr Opfer eines Cyberangriffs oder Ă€hnlichen IT-Sicherheitsvorfalls. «CybervorfĂ€lle sind heute keine Ausnahme mehr in der deutschen Wirtschaft, sondern sie sind die Regel und Alltag», sagte Bussmann. FrĂŒher oder spĂ€ter treffe es jedes Unternehmen.

CyberkriminalitÀt und InnentÀter

«Nach wie vor stellen Cyberangriffe mit Ransomware die grĂ¶ĂŸte Bedrohung fĂŒr Unternehmen und Organisationen dar», sagte Gerhard SchabhĂŒser, VizeprĂ€sident des Bundesamts fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Immer wieder komme es zu erfolgreichen Angriffen, teilweise mit schwerwiegenden und langfristigen Folgen fĂŒr die Betroffenen, fĂŒhrte er aus. Gerade in kleineren Unternehmen habe die Cybersicherheit noch nicht die Bedeutung, die sie haben sollte. TÜV-Verband-PrĂ€sident Bussmann pochte deshalb darauf, diese Firmen zu unterstĂŒtzen: «Angesichts des FachkrĂ€ftemangels mĂŒssen wir in das Know-how der kleinen und mittelstĂ€ndischen Unternehmen investieren, damit sie sich ausreichend vor Cyberangriffen schĂŒtzen können.»

Aus Sicht der Unternehmen gehe die grĂ¶ĂŸte Bedrohung von der organisierten CyberkriminalitĂ€t aus. Aber auch sogenannte InnentĂ€ter, also aktive oder ehemalige Mitarbeiter von Unternehmen, oder staatliche Akteure stellten eine Gefahr dar. In das Bild passe, dass seit dem Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine im vergangenen Jahr auch die Zahl an Cyberangriffen gegen deutsche Unternehmen gestiegen sei, sagte Bussmann.

«Cyberkrieg im Internet»

«Parallel zu den KĂ€mpfen auf den Schlachtfeldern findet im Internet ein Cyberkrieg statt - und zwar nicht nur in der Ukraine, sondern auch hier bei uns», sagte Bussmann. Cyberangriffe auf RĂŒstungsunternehmen wie Rheinmetall kĂ€men «nicht von ungefĂ€hr». Etwa 16 Prozent aller befragten Unternehmen hĂ€tten dementsprechend mehr Angriffe auf sich verzeichnet. Mehr als die HĂ€lfte gab an, dass der Krieg die Gefahr von CybervorfĂ€llen erhöht habe.

Die Folgen von solchen Angriffen seien oft schwerwiegend: «Dienste von Kunden und Mitarbeitern sind oft nicht erreichbar, die Produktion fĂ€llt aus oder sensible Daten werden gestohlen», erklĂ€rte Bussmann. Gut jedes zweite Unternehmen habe deshalb auch seine Ausgaben fĂŒr Cybersecurity erhöht.

Im Fokus sei nun nicht mehr die Vermeidung, sondern viel eher das Krisenmanagement und die HandlungsfÀhigkeit im Fall eines Angriffs. Auch seien diese VorfÀlle nicht mehr reine IT-Angelegenheiten, sie wanderten ins ganz «normale Business», in dem jeder Mitarbeiter betroffen sei, erklÀrte Bussmann.

@ dpa.de