Cyberkriminalität: 11% aller Nutzer 2025 Opfer – Anstieg von 57%
13.06.2026 - 00:22:48 | boerse-global.de
Elf Prozent aller Internetnutzer wurden 2025 Opfer von Cyberkriminalität – ein deutlicher Anstieg gegenüber sieben Prozent im Vorjahr. Das zeigt der aktuelle Cybersecurity Monitor 2026, den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) diese Woche veröffentlicht haben.
Online-Shopping-Betrug an der Spitze
Die repräsentative Studie, an der im Januar 2026 mehr als 3.000 Menschen teilnahmen, offenbart ein erschreckendes Bild: Rund 88 Prozent der Betroffenen erlitten einen Schaden, ein Drittel davon finanzielle Verluste. Am häufigsten schlugen die Täter beim Online-Shopping zu – 22 Prozent aller Fälle entfielen auf diese Betrugsmasche. Es folgen unbefugter Zugriff durch Dritte (14 Prozent), Online-Banking-Betrug (13 Prozent) und Phishing (12 Prozent).
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Besonders alarmierend: Trotz der wachsenden Gefahr wiegen sich viele Bürger in falscher Sicherheit. 27 Prozent der Befragten gaben an, sich vor Cyberkriminalität sicher zu fühlen – ein gefährlicher Trugschluss, wie Experten warnen.
Kultusministerkonferenz beschließt Offensive für Medienkompetenz
Die Politik reagiert. Die Kultusministerkonferenz (KMK) einigte sich am 12. Juni 2026 darauf, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen deutlich zu stärken. Ziel ist es, Schüler im sicheren und kritischen Umgang mit sozialen Medien zu schulen – mit besonderem Fokus auf Fake News, Deepfakes und Cybermobbing.
„Wir müssen die digitale Widerstandsfähigkeit junger Menschen stärken", betonte KMK-Präsidentin Anna Stolz. Das gelinge nur durch enge Zusammenarbeit von Schulen und Eltern. Bundesbildungsministerin Karin Prien kündigte an, dass eine Expertenkommission bis zum 24. Juni 2026 rund 50 Empfehlungen zu Altersgrenzen für digitale Dienste vorlegen werde.
Niedersachsens Bildungsministerin Julia Willie Hamburg unterstützt zudem eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrates: Plattformbetreiber müssten mehr Verantwortung übernehmen und altersgerechte Zugangsbeschränkungen für bestimmte Angebote einführen.
Weltweite Initiativen gegen digitale Bedrohungen
Auch international laufen die Maßnahmen gegen Cyberkriminalität auf Hochtouren. In Lagos (Nigeria) schloss die Regierung gemeinsam mit ESET Nigeria am 11. Juni ein Schulungsprogramm für Regierungsmitarbeiter ab. Die Themen: KI-gesteuerte Angriffe, Deepfakes und Cloud-Sicherheit.
In Indien startete die Polizei von Kerala den Hackathon Hackup 2026 – eine landesweite Veranstaltung, die sich mit „Agentic AI für Ermittlungen" befasst. Ziel ist die Entwicklung modernster Analysewerkzeuge für die Strafverfolgung. Parallel dazu begann an der Shri Venkateshwara University in Uttar Pradesh ein 15-tägiger Cybersicherheits-Workshop, an dem über 850 Studenten teilnehmen. Sie lernen, wie Bankbetrug, Schadsoftware und digitale Festnahmen funktionieren.
In Meghalaya wiederum fand ein Workshop zu Datenschutzrahmen und Strategien für die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle statt – ein klares Zeichen, dass auch regionale Dateninfrastrukturen zunehmend in den Fokus rücken.
Vorsicht vor WM-Betrug und falschen Geldautomaten-Tricks
Das Landeskriminalamt Hannover warnte am 11. Juni eindringlich vor Betrugsmaschen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika. Die Empfehlungen: Ausschließlich offizielle App-Stores nutzen, Login-Anfragen kritisch prüfen und illegale Streaming-Seiten meiden – sie könnten Trojaner einschleusen.
Ein simpler, aber wirksamer Tipp von Verbraucherschützern: Am Geldautomaten konsequent die Abbruchtaste drücken. Sie stoppt sofort jede Transaktion und gibt die Karte wieder frei – ein wirksamer Schutz vor Betrug.
Im Nahverkehr zeichnet sich ein weiterer Digitalisierungsschritt ab: Die Stuttgarter SSB stellt ab dem 1. Juli 2026 die Bargeldzahlung in Bussen komplett ein. Bezahlt wird dann nur noch per Smartphone oder App.
Die digitale Brieftasche kommt – Sicherheit als Kernaufgabe
Am 12. Juni äußerten sich Sicherheitsexperten zur Entwicklung der deutschen Digital-Wallet. Sie soll künftig Personalausweis und Führerschein speichern. Henning Dittmer von Ping Identity betont: „Die Wallet muss auf Datenminimierung und höchste Vertrauensstandards nach eIDAS setzen. Sicherheit darf kein nachträglicher Zusatz sein, sondern muss als Kernfunktion verstanden werden."
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Ausblick: Wichtige Termine für Cybersicherheit
Die kommenden Wochen halten mehrere bedeutende Veranstaltungen bereit:
- 16. Juni 2026: Cyber Resilience Hackathon an der Newcastle University im Rahmen des TechNExt-Festivals
- 22. bis 27. Juni 2026: SANS Paris bietet intensive Schulungen zu KI-Angriffen und Incident Response
- 23. bis 25. Juni 2026: Digitaltag 2026 in Deutschland mit Workshops zu Quantencomputing, Datensicherheit und digitaler Verwaltung
- 30. Juni bis 1. Juli 2026: Die 6. Ausgabe von PhilSec in Manila – der philippinische Cybersicherheitsmarkt, 2025 noch 261,5 Millionen US-Dollar schwer, dürfte weiter wachsen
