Cyberkriminalität, Polizei

Cyberkriminalität: Polizei zerschlägt 200-Millionen-Betrugsring in Thailand

21.06.2026 - 22:27:54 | boerse-global.de

Internationale Polizeiaktionen führen zu Festnahmen und Millionen-Beschlagnahmungen in mehreren asiatischen Ländern.

Weltweite Polizeiaktionen: Schlag gegen Cyberkriminelle in Asien und Europa
Cyberkriminalität - A shadowy figure in a hoodie types on a laptop, surrounded by digital financial graphs and distant police sirens. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Aktionen in Thailand, Indien, Vietnam und Südkorea brachten spektakuläre Festnahmen und die Sicherung von Millionenbeträgen.

Thailand: Franzose unter Verdacht des Milliardenbetrugs

Die thailändischen Behörden vollzogen am heutigen Sonntag einen bedeutenden Schlag gegen internationale Wirtschaftskriminalität. In Cha-am nahm die Polizei einen 38-jährigen Franzosen namens Dogan fest. Gegen den Mann lagen Interpol-Haftbefehle sowie Fahndungsersuchen aus Frankreich und der Türkei vor.

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Ihm wird vorgeworfen, ein Schneeballsystem organisiert zu haben, das weltweit rund 900 Anleger um umgerechnet etwa 200 Millionen Euro gebracht haben soll. Das System versprach monatliche Renditen von 15 Prozent und gab vor, mit einem Finanzunternehmen aus Dubai zusammenzuarbeiten.

In einer separaten Aktion in Bangkok verhaftete die Polizei den 43-jährigen Theo J. aufgrund eines Interpol-Red-Notices. Ihm wird vorgeworfen, an einem Ponzi-System in Höhe von rund elf Millionen Euro beteiligt gewesen zu sein. Das Projekt, das als Fintech-Unternehmen getarnt war, brach Ende 2023 oder Anfang 2024 zusammen, nachdem es Anlegern Renditen von bis zu 15 Prozent monatlich versprochen hatte.

Die thailändische Sonderermittlungsbehörde durchsuchte zudem 24 Standorte, darunter in Bangkok und Samut Prakan. Dabei deckten die Ermittler ein komplexes Devisenhandels-Netzwerk auf. Die Beamten beschlagnahmten umgerechnet rund 1,6 Millionen Euro Bargeld, Luxusfahrzeuge und mehr als 100 Uhren. Ermittler fanden heraus, dass über 700.000 Euro auf das Konto eines lokalen Abgeordneten geflossen waren.

Indien: Betrug mit Fake-Investmentplattformen

Die indische Polizei meldete ebenfalls Erfolge im Kampf gegen Online-Betrug. Die Cyberkriminalitätsabteilung von Cyberabad nahm sieben Personen fest. Sie sollen ein Opfer um umgerechnet rund 110.000 Euro gebracht haben – über eine gefälschte Investmentplattform namens Elera Capital Desk. Das Opfer war durch Scheingewinne von umgerechnet rund 230.000 Euro in die Falle gelockt worden, bevor es zur Zahlung zusätzlicher Steuern gedrängt wurde. Die Polizei beschlagnahmte rund 30.000 Euro Bargeld und froren mehrere Konten ein.

Bereits Anfang Juni nahm die Polizei in Delhi zwei Verdächtige fest, die einen Aktienbetrug in Höhe von umgerechnet rund 90.000 Euro begangen haben sollen. Die Verdächtigen nutzten manipulierte Trading-Apps, um das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen, bevor sie das Geld über Strohkonten verschoben. In einem weiteren Fall wurde am 15. Juni ein Mann am Flughafen von Delhi festgenommen, der aus Katar einreiste. Ihm wird vorgeworfen, über die YoYo-Gaming-App umgerechnet rund 20.000 Euro erbeutet zu haben.

Selbst hochrangige Persönlichkeiten blieben nicht verschont. Naresh Gujral, Sohn eines früheren indischen Premierministers, wurde zwischen dem 12. und 16. Juni 2024 um umgerechnet rund 900.000 Euro betrogen. Die Täter hatten sich auf einer Messaging-Plattform als er ausgegeben. Obwohl das Geld auf 30 bis 40 Strohkonten verteilt wurde, konnten die Behörden durch schnelles Handeln mehr als 70 Prozent der gestohlenen Summe sichern.

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In Gujarat führte eine großangelegte Untersuchung eines Kricket-Wett- und Cyberbetrugsnetzwerks in Höhe von umgerechnet rund 37 Millionen Euro zur Festnahme von zehn Personen. Das Netzwerk nutzte demnach 354 Bankkonten und wurde von einem Drahtzieher in Dubai gesteuert.

Vietnam und Südkorea: Schlag gegen globale Syndikate

Vietnam hat sich zu einem Brennpunkt für die Zerschlagung von ausländischen Betrugsorganisationen entwickelt. Die Polizei von Ho-Chi-Minh-Stadt leitete acht Verfahren gegen 26 Angeklagte ein. Am 17. Juni entdeckten die Behörden 42 chinesische Staatsbürger, die sich illegal im Land aufhielten und ein geschlossenes Betrugssystem betrieben. Dies folgte auf ähnliche Razzien am 8. Juni und 18. Mai, bei denen fast 170 Personen und hunderte elektronische Geräte sichergestellt wurden.

In Südkorea nahm die Polizei von Seoul 23 Verdächtige fest. Sie sollen umgerechnet rund elf Millionen Euro für ein in Kambodscha ansässiges Phishing-Syndikat gewaschen haben. Die Gruppe nutzte USDT-Transaktionen (Tether), um Geld zwischen Börsen zu verschieben und die Herkunft der Gelder zu verschleiern. Die Ermittlungen ergaben mehr als 260 Fälle von Voice-Phishing und Investmentbetrug, die mit diesem Netzwerk in Verbindung stehen.

In einer weiteren internationalen Aktion verhafteten die philippinischen Behörden am 11. Juni Herbert Leon Kimble und schoben ihn ab. Kimble stand auf der FBI-Fahndungsliste und wird beschuldigt, an einem milliardenschweren Betrug im Gesundheitswesen beteiligt gewesen zu sein.

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