ZURĂCKZIEHUNG - Bundesregierung streicht Stellen bei IT-Sicherheit
30.01.2025 - 16:29:58 | dpa.de
Zum ersten Mal seit sechs Jahren baut der Bund insgesamt Stellen im Bereich IT-Sicherheit ab. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Anke Domscheit-Berg hervor, die in Berlin veröffentlicht wurde. Besonders von den Stellenstreichungen betroffen ist das Bundesinnenministerium, zu dem auch das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gehört.
Abbau im Innenministerium
In dem Haus von Innenministerin Nancy Faeser wurde die Zahl der Stellen von 2.495,5 im vergangenen Jahr um knapp 344 gekĂŒrzt. Ăber alle Bundesministerien hinweg fiel die Zahl der gestrichenen Posten mit knapp 155 Stellen geringer aus. Das ist vor allem auf den Umstand zurĂŒckzufĂŒhren, dass im Verteidigungsministerium 163 zusĂ€tzliche Stellen eingerichtet wurden. Damit verfĂŒgt das Ministerium von Boris Pistorius (SPD) aktuell ĂŒber 1.688 Stellen in der IT-Sicherheit.
Nach Berechnungen der Linken-Fraktion wurde im gesamten zivilen Bereich in den vergangenen zwölf Monaten etwa jede 10. Stelle im Bereich IT-Sicherheit
abgebaut, wĂ€hrend es im militĂ€rischen Bereich elf Prozent Zuwachs gab.Â
Keine Angaben zur Stellenlage wollte die Bundesregierung fĂŒr das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) machen, da eine Beantwortung der Frage aus
GrĂŒnden des Staatswohls nicht erfolgen könne. Konkrete, offen verwertbare Angaben zur Stellenverteilung seien aus «GrĂŒnden der operativen Sicherheit» nicht möglich.
Kritik aus dem Parlament
Die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg verwies darauf, dass unlĂ€ngst sowohl Ministerin Faeser als auch das BSI die aktuelle Cybersicherheitslage als «besorgniserregend» bezeichnet haben. Vor diesem Hintergrund könne sie den Stellenabbau nicht nachvollziehen. «In Zeiten hybrider KriegsfĂŒhrung, massiver Desinformationskampagnen und stĂ€ndiger Cyberattacken auf kritische Infrastrukturen ist diese Entwicklung irrational und gefĂ€hrlich, denn auch der Bund ist eine kritische Infrastruktur und braucht nicht weniger, sondern mehr IT-Sicherheitskompetenzen», sagte die Digitalpolitische Sprecherin der Linksfraktion der dpa.
CSU: Katastrophales Signal fĂŒr Sicherheit im Netz
Auch von der CSU hagelte es Kritik: «Die Cybersicherheitslage hat sich in den letzten Jahren zunehmend verschĂ€rft. Im Bereich der IT-Sicherheit Stellen abzubauen, grenzt an SelbstgefĂ€hrdung», sagte Bayerns Finanzminister Albert FĂŒracker (CSU). Das Vorgehen der Bundesregierung sei ein «katastrophales Signal» fĂŒr die Cybersicherheit und die Datensicherheit der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. «Die Stellenstreichungen offenbaren zugleich ein weiteres Mal die mangelnde FĂ€higkeit der derzeitigen Bundesregierung, die wirklich wegweisenden Aufgaben der Gegenwart und Zukunft finanziell zu priorisieren.»
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