Cybersecurity, Autonome

Cybersecurity: Autonome KI-Angriffe kosten nur 1,19 Dollar

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 09:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsanbieter ReliaQuest nutzt neueste OpenAI-Modelle zur automatisierten Erkennung und Abwehr von KI-gesteuerten Cyberangriffen auf Unternehmensnetzwerke.

ReliaQuest integriert OpenAI für autonome KI-Abwehr
Ein leuchtendes neuronales Netzwerk visualisiert KI über einem Serverrack, mit digitalen Sicherheitssymbolen für Cyberabwehr. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

ReliaQuest nutzt OpenAI-Modelle, um KI-gesteuerte Angriffe automatisiert abzuwehren.

Der Sicherheitsanbieter ist dem „Daybreak Cyber Partner Program“ von OpenAI beigetreten. Die Partnerschaft, die heute bekannt gegeben wurde, gibt ReliaQuest Zugriff auf die neuesten KI-Modelle des Unternehmens. Ziel ist es, die GreyMatter-Plattform mit autonomen Abwehrfunktionen auszustatten. Im Fokus steht die automatisierte Erkennung von Schwachstellen und die Abwehr immer raffinierterer KI-Angriffe auf Unternehmensnetzwerke.

Der Wettlauf um die beste KI-Abwehr

ReliaQuest ist nicht allein: Der Schritt folgt einem klaren Branchentrend. Große Technologiekonzerne setzen zunehmend auf sogenannte agentische KI – also Systeme, die eigenständig handeln können.

Erst kürzlich stellte Microsoft Project Perception vor. Die Plattform scannt Codebasen auf Sicherheitslücken und nutzt ein Bewertungssystem namens MDASH. Im Benchmark-Test von CyberGym erreichte das System eine Trefferquote von 96,55 Prozent. Project Perception kombiniert Modelle von Microsoft, OpenAI und Anthropic und positioniert sich als kostengünstige Alternative zu bestehenden Lösungen.

Auch Anthropic macht von sich reden. Deloitte brachte am 19. Juli eine neue Plattform auf Basis von Claude an den Start, die Schwachstellen in kundenspezischer und kommerzieller Software schneller beheben soll. Parallel dazu stieß Nozomi Networks zu Anthropics Project Glasswing bei – einer Initiative zur Identifikation von Sicherheitslücken in industriellen Steuerungssystemen und cyber-physischen Anlagen.

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Open Source und Milliarden-Investments

Die Finanzbranche mischt ebenfalls mit. Capital One veröffentlichte am 19. Juli VulnHunter – ein Open-Source-Tool, das auf Claude Opus 4.8 basiert. Es analysiert Code aus Angreiferperspektive und schlägt konkrete Gegenmaßnahmen vor.

Die Investitionen in die nötige Infrastruktur steigen parallel. Beacon Security sicherte sich kürzlich 13 Millionen US-Dollar (rund 12 Millionen Euro) in einer Seed-Runde unter Führung von Notable Capital. Das Unternehmen stellt eine Sicherheits-Datenschicht für KI-Agenten und menschliche Analysten bereit. Der jährlich wiederkehrende Umsatz wuchs im ersten Halbjahr 2026 um über 300 Prozent.

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Die Kehrseite: Wenn KI zur Waffe wird

Die Entwicklung autonomer Abwehrsysteme ist dringend nötig – denn die Bedrohungslage verschärft sich rasant. Erst im Juli 2026 meldete Hugging Face einen Cyberangriff, der vollständig von einem KI-Agenten durchgeführt wurde. Der Angreifer verschaffte sich über einen manipulierten Datensatz Zugang zu Anmeldedaten und sensiblen Informationen. Öffentliche Modelle blieben zwar unversehrt, doch der Vorfall zeigt: Autonome KI in den falschen Händen ist eine reale Gefahr.

Forscher des UK AI Safety Institute (AISI) stellten zudem fest, dass offene KI-Modelle wie GLM-5.2 und DeepSeek V4-Pro in Cybersicherheitsaufgaben rasant aufschließen. Sie liegen nur noch vier bis sieben Monate hinter den Spitzenmodellen zurück. Ein autonomer Angriff kostet mit bestimmten offenen Modellen gerade einmal 1,19 US-Dollar. Die Fähigkeiten verdoppeln sich etwa alle 4,7 Monate.

Ein weiteres Risiko identifizierte PromptArmor am 19. Juli: Die Anbindung von KI-Agenten an externe Dienste. 37 Prozent der Schnittstellen änderten sich innerhalb von sechs Wochen. Zwei von fünf Verbindungen des Claude-Modells rufen zusätzliche KI-Dienste auf – das erweitert die Angriffsfläche für Unternehmen erheblich.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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