D-Trust und medisign: Virtuelle SMC-B kostet rund 20 Euro mehr pro Jahr
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn Zahnarztpraxen lĂ€sst sich die bisherige physische Praxiskarte SMC-B durch eine digitale IdentitĂ€t ablösen. Wie das Branchenportal zm-online.de in einem Bericht vom 31. Oktober 2026 darlegt, steht mit der HSM-B beziehungsweise der SM-B fĂŒr das TI-Gateway eine softwarebasierte Lösung bereit, um Praxen in der Telematikinfrastruktur zu authentifizieren. Damit entfĂ€llt das Einstecken einer physischen Chipkarte in ein lokales Kartenterminal.
Funktionsweise und technische Voraussetzungen
Die digitale PraxisidentitĂ€t verlagert die kryptografischen Funktionen in ein Hardware-Sicherheitsmodul (HSM), das direkt im TI-Gateway betrieben wird. Dieses Modul ĂŒbernimmt die Verwaltung des SchlĂŒsselmaterials, sodass das manuelle Eintippen einer PIN an einem LesegerĂ€t in der Praxis nicht mehr anfĂ€llt. Statt einer Plastikkarte und einem dazugehörigen PIN-Brief erhalten Praxisteams bei der Umstellung einen Aktivierungscode.
Die Nutzung ist jedoch an bestimmte technische Bedingungen geknĂŒpft. Praxen mĂŒssen ĂŒber einen Vertrag mit einem zugelassenen Anbieter fĂŒr ein TI-Gateway verfĂŒgen. FĂŒr den klassischen Eigenbetrieb, bei dem ein herkömmlicher Einbox-Konnektor vor Ort in der Praxis steht, lĂ€sst sich die virtuelle PraxisidentitĂ€t nicht einsetzen.
Zudem fĂŒhrt der Verzicht auf die physische SMC-B nicht dazu, dass Kartenterminals vollstĂ€ndig aus den PraxisrĂ€umen verschwinden. FĂŒr qualifizierte elektronische Signaturen ĂŒber den Heilberufsausweis (HBA) bleiben die stationĂ€ren eHealth-Kartenterminals weiterhin zwingend erforderlich.
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Antragstellung und teilnehmende Anbieter
Organisatorisch Ă€ndert sich am bewĂ€hrten Bestellprozess wenig. Die Beantragung der virtuellen IdentitĂ€t lĂ€uft unverĂ€ndert ĂŒber das jeweilige Mitgliederportal der zustĂ€ndigen KassenzahnĂ€rztlichen Vereinigung (KZV).
Auf der Anbieterseite stehen nach Angaben des Fachberichts derzeit D-Trust sowie medisign zur VerfĂŒgung. Zudem soll voraussichtlich ab November 2026 auch T-Systems hinzukommen. Finanziell schlĂ€gt die cloudbasierte Variante mit einem leichten Aufpreis zu Buche: Die höheren Kosten liegen derzeit bei rund 20 Euro im Jahr gegenĂŒber der herkömmlichen Kartenlösung.
Einbindung in den Ăbergang zur TI 2.0
Die EinfĂŒhrung der virtuellen IdentitĂ€t fĂŒr PraxisrĂ€ume ist ein Baustein im Rahmen der grundlegenden Modernisierung des deutschen Gesundheitsdatennetzes. Der schrittweise Umbau zur sogenannten TI 2.0 zielt darauf ab, hardwarebasierte Komponenten vor Ort schrittweise durch gesicherte Cloud-Dienste und softwaregestĂŒtzte Zugangswege zu ersetzen.
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Durch die Auslagerung der PraxisidentitĂ€t in das TI-Gateway entfĂ€llt fĂŒr Praxen ein Teil des Wartungsaufwands, der zuvor mit der Verwaltung und dem Austausch physischer IdentitĂ€tskarten im Praxisalltag verbunden war.
