Deutschlands, Ausweis-App

d-you-Wallet: Deutschlands digitale Ausweis-App soll am 2. Januar 2027 starten

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 07:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die deutsche EUDI-Wallet soll zunÀchst den Personalausweis aufnehmen; Zertifizierung und Sicherheitsvorgaben sind noch offen.

d-you-Wallet: Digitaler Ausweisstart ab Januar 2027 geplant
Moderne Architektur eines öffentlichen GebÀudes mit klaren geometrischen Linien und einer Glasfassade im Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Funktionsweise der neuen Anwendung d-you zur digitalen Speicherung von Dokumenten wie FĂŒhrerschein, Ausweisen und Zeugnissen auf mobilen EndgerĂ€ten steht im Fokus aktueller Berichte.

Mit der Anwendung soll Nutzern die Möglichkeit gegeben werden, hoheitliche Ausweisdokumente und weitere amtliche Nachweise digital auf dem Smartphone abzulegen und bei Bedarf vorzuzeigen. Das System ist als deutsche Umsetzung der sogenannten EUDI-Wallet konzipiert, die europaweit auf der Grundlage einheitlicher Standards funktionieren soll.

Stufenweiser Start ab Januar 2027 vorgesehen

Die Bereitstellung der d-you-Wallet ist fĂŒr den 2. Januar 2027 geplant. Zum Start der Anwendung im Januar 2027 sollen rund 50 Partner angebunden sein. Vor der EinfĂŒhrung durchlaufen die geplanten Funktionen umfangreiche Erprobungen: Mehr als 300 AnwendungsfĂ€lle werden derzeit in einer Testumgebung erprobt.

Der Funktionsumfang soll schrittweise aufgebaut werden. Vorgesehen ist zunĂ€chst die Einbindung des Personalausweises. Der FĂŒhrerschein sowie weitere digitale Nachweise sollen zu einem spĂ€teren Zeitpunkt folgen. Auch das Gesundheitswesen bereitet eine VerknĂŒpfung vor.

So planen einige Krankenkassen die Integration ihrer IdentitĂ€tslösung zu Beginn des Jahres 2027, wĂ€hrend die ĂŒbrigen Kassen diesen Schritt im weiteren Verlauf desselben Jahres vollziehen wollen. Die technischen Vorgaben fĂŒr Mobiltelefone sind in diesem Bereich bereits verschĂ€rft worden: Seit Juli 2026 unterstĂŒtzen zahlreiche Kassen-Apps Betriebssysteme ab Android 13 und Ă€lter nicht mehr.

Anzeige

Wer sensible Dokumente wie den Ausweis digital auf dem Smartphone nutzt, muss sein GerĂ€t besonders gut absichern. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone sofort effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch schĂŒtzen können. 5 Schutzmaßnahmen jetzt entdecken

Gesetzlicher Fahrplan und finanzielle Mittel

FĂŒr die weitere Ausgestaltung der Anwendung liegen EntwĂŒrfe vor, die jedoch noch kein geltendes Recht darstellen. Ein entsprechender Gesetzentwurf sieht vor, dass die Wallet ab dem 1. Dezember 2028 ĂŒber elektronische Nachweise als Versicherungsnachweis dienen soll.

SpÀtestens ab dem 1. Dezember 2030 soll die digitale Brieftasche dem Entwurf zufolge auch zur Authentifizierung eingesetzt werden können. Fragen rund um die formale Zertifizierung sowie verbindliche Sicherheitsregeln gelten bislang jedoch als offen.

FĂŒr die Entwicklung der Wallet und des zugehörigen europĂ€ischen IdentitĂ€tsökosystems hat die Bundesregierung erhebliche Haushaltsmittel veranschlagt. Im Bundeshaushalt 2026 sind 162 Mio. Euro fĂŒr das Vorhaben eingeplant, fĂŒr das Jahr 2027 sind weitere 155 Mio. Euro vorgesehen.

Anzeige

Die Digitalisierung des Alltags erfordert ein stets aktuelles und sicheres Betriebssystem auf dem MobilgerĂ€t. Erfahren Sie in diesem gratis PDF-Report, wie Sie automatische Updates richtig nutzen, um SicherheitslĂŒcken dauerhaft zu schließen und Ihr GerĂ€t vor Malware zu schĂŒtzen. Kostenlosen Android-Update-Ratgeber herunterladen

Die Vorbereitung von d-you erfolgt vor dem Hintergrund frĂŒherer Digitalisierungsprojekte der Bundesverwaltung. FĂŒr das Projekt Smart-eID hatte der Bund mehr als 90 Mio. Euro ausgegeben. Bei einer Erhebung unter BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern, die das Verfahren der BundesIdent-Anwendung abbrachen, erfĂŒllten 82 % die technischen oder administrativen Voraussetzungen nicht.

Zudem gaben 73 % der Abbrecher an, dass ihnen die benötigte PIN oder der dazugehörige PIN-Brief fehlte. Mit d-you soll nun ein erneuter Anlauf unternommen werden, behördliche Nachweise flÀchendeckend auf mobilen GerÀten nutzbar zu machen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70291591 |