DAB+-Warnkanal ASA DE: Radios schalten sich im Notfall automatisch an
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 18:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Sendernetzbetreiber Media Broadcast hat gemeinsam mit dem Deutschlandradio den offiziellen Startschuss für den neuen DAB+-Warnkanal ASA DE gegeben. Über die bundesweite Plattform Kanal 5C sollen künftig amtliche Mitteilungen in Gefahren- und Krisenfällen verbreitet werden. Die neue Technologie ermöglicht es, die Bevölkerung auch im Standby-Modus von Empfangsgeräten zuverlässig zu erreichen.
Die Einführung des Kanals ASA DE (Automatic Safety Alert) erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Das System dient der direkten Verbreitung von Notfallmeldungen und ergänzt den bestehenden Warnmix des Modularen Warnsystems (MoWaS). Damit reiht sich die digitale Radiotechnik in die Kette der bereits etablierten Warnmittel wie Sirenen, Warn-Apps und Cell Broadcast ein.
Automatische Aktivierung aus dem Standby-Betrieb
Ein zentrales Merkmal der ASA-Technologie ist die Fähigkeit, kompatible Empfangsgeräte eigenständig zu steuern. Zertifizierte Radios sind laut technischen Spezifikationen in der Lage, automatisch aus dem Standby-Modus in den aktiven Betrieb zu schalten, sobald eine entsprechende Warnmeldung über ASA DE ausgestrahlt wird. Um die Funktion nutzen zu können, ist für die Hörer einmalig ein Sendersuchlauf an ihren DAB+-Geräten erforderlich.
Für Verbraucher sind ASA-kompatible Geräte an einem spezifischen ASA-Logo erkennbar. Die eigentliche Herausgabe der Warnmeldungen verbleibt in der Zuständigkeit des BBK, welches die Inhalte zentral steuert und über die Sendeinfrastruktur von Media Broadcast und Deutschlandradio verbreiten lässt.
Differenzierung nach Warnstufen und Regionen
Seit dem Start des bundesweiten Warnkanals ASA DE auf DAB+ Kanal 5C können zertifizierte Radios amtliche Meldungen auch aus dem Standby empfangen — vorausgesetzt, ein einmaliger Sendersuchlauf wurde durchgeführt. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie Ihr Gerät vorbereiten und woran Sie ASA-kompatible Modelle erkennen. Kostenlosen ASA-Ratgeber jetzt anfordern
Das Konzept sieht eine klare Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen bundesweiten und regionalen Ausstrahlungen vor. Der nun gestartete bundesweite Kanal ASA DE ist ausschließlich für Meldungen der Warnstufe 1 reserviert, welche die höchste Gefahrenkategorie darstellt. Für Ereignisse niedrigerer Priorität, die in den Warnstufen 2 und 3 klassifiziert sind, sollen künftig regionale ASA-Kanäle zum Einsatz kommen.
Die Lokalisierung der Warnungen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Während bundesweite Gefahren alle Empfänger erreichen, werden lokale Warnungen gezielt nur in den betroffenen Gebieten ausgestrahlt. Die Bestimmung des jeweiligen Standorts erfolgt für die Endgeräte entweder über eine zugehörige Handy-App oder durch die manuelle Eingabe eines Zahlencodes, der über das Portal asa.radio bezogen werden kann.
Praktischer Einsatz am bundesweiten Warntag
Die Leistungsfähigkeit des neuen Systems wurde im Rahmen eines Warntags unter realen Bedingungen erprobt. Den Berichten zufolge wurde um 11 Uhr eine amtliche Warnmeldung für das gesamte Bundesgebiet ausgestrahlt, die insgesamt zweimal über den Kanal ASA DE verbreitet wurde. Um 11.45 Uhr folgte ebenfalls in zweifacher Ausführung die entsprechende Entwarnung.
Wenn Mobilfunknetze im Krisenfall überlastet sind oder das Internet ausfällt, bleibt oft nur der Rundfunk als zuverlässiger Warnweg. Der neue DAB+-Kanal ASA DE ist ausschließlich für die höchste Warnstufe 1 reserviert; regionale Kanäle für die Stufen 2 und 3 sollen folgen. Unser Leitfaden erklärt, welche Warnstufen es gibt, wie die Lokalisierung per App oder Zahlencode funktioniert und was Ihr Radio dafür können muss. Leitfaden zu Warnstufen und regionalen Kanälen sichern
Parallel zu den bundesweiten Bemühungen treiben auch regionale Sendeanstalten die Entwicklung voran. So testete der Saarländische Rundfunk bereits einen eigenen regionalen ASA-Testkanal, um die technische Umsetzung auf lokaler Ebene zu validieren.
Die Integration von DAB+ in die nationale Warninfrastruktur gilt als wichtiger Schritt, um die Erreichbarkeit der Bevölkerung insbesondere in Situationen zu erhöhen, in denen Mobilfunknetze überlastet sein könnten oder das Internet nicht zur Verfügung steht.
