Darmkrebs bei Jungen: Fälle bei 20- bis 29-Jährigen steigen um 4%
24.06.2026 - 13:12:57 | boerse-global.de
Eine neue Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt alarmierende Trends: Immer mehr Menschen unter 40 Jahren erkranken an Darmkrebs. Besonders betroffen sind die 20- bis 29-Jährigen – hier steigen die Raten jährlich um fast vier Prozent.
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Vor allem junge Erwachsene betroffen
Die im Juni 2026 im International Journal of Cancer veröffentlichte Untersuchung wertete Daten aus neun Bundesländern und dem Landkreis Münster aus. Sie repräsentieren rund 46 Prozent der deutschen Bevölkerung. Insgesamt wurden im Zeitraum von 2003 bis 2023 knapp 27.600 Fälle bei unter 50-Jährigen dokumentiert.
Während die Gesamtzahl der jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland bei rund 56.000 Fällen liegt, entfallen nur etwa fünf Prozent auf Menschen unter 50 Jahren. Doch der Trend ist eindeutig: Bei Männern zwischen 20 und 49 Jahren steigt die jährliche Inzidenz um 0,8 Prozent, bei Frauen um 0,9 Prozent.
Besonders drastisch fällt der Anstieg bei den 20- bis 29-Jährigen aus. Die Studie verzeichnet einen jährlichen Zuwachs von 3,3 Prozent bei Männern und 3,9 Prozent bei Frauen. Auch bei den 30- bis 39-Jährigen geht es bergauf – um 2,2 Prozent (Männer) beziehungsweise 2,0 Prozent (Frauen) pro Jahr. Einzige Ausnahme: Die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen blieb über 20 Jahre hinweg stabil.
Deutschland hinkt bei Prävention hinterher
Im internationalen Vergleich steht Deutschland noch gut da. In den USA sind rund 14 Prozent aller Darmkrebs-Neuerkrankungen bei unter 50-Jährigen zu finden, hierzulande nur 5,4 Prozent. Auch die Sterblichkeitsrate unterscheidet sich: Während sie in den USA jährlich um 1,2 Prozent steigt, bleibt sie in Deutschland stabil.
Die allgemeine Darmkrebssterblichkeit ist hierzulande sogar rückläufig. Die Zahl der Sterbefälle sank von 28.900 im Jahr 2003 auf 24.100 im Jahr 2023. Dennoch belegt Deutschland in einem Präventionsvergleich nur Platz 17 von 18 untersuchten Ländern.
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Lebensstil als Hauptverdächtiger
Als wahrscheinlichste Ursachen für den Anstieg bei Jüngeren identifizieren Forscher den Lebensstil. Vor allem Adipositas, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung stehen im Verdacht. Auch Veränderungen der Darmflora könnten eine Rolle spielen. Zudem führen verbesserte Diagnosemöglichkeiten vermutlich zu einer früheren Entdeckung von Tumoren.
Trotz der steigenden Zahlen sprechen sich Experten gegen eine generelle Absenkung des Screening-Alters unter 50 Jahre aus. In den USA wurde die Grenze bereits auf 45 Jahre gesenkt. Für Deutschland empfehlen die Forscher diesen Schritt nicht – schließlich steigen die Fallzahlen bei den 40- bis 49-Jährigen nicht.
Stattdessen soll der Fokus auf Risikogruppen mit familiärer Vorbelastung liegen. Ihnen raten Experten, bereits deutlich vor dem 50. Lebensjahr Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Und für alle anderen gilt: Ein gesünderer Lebensstil bleibt die beste Prävention.
